Für die Mode als Betrieb und Zeitgeistphänomen hat Katrin Kruse wenig übrig,
schreibt sie in der
taz. Stattdessen will sie den Begriff der "
Postfashion" starkmachen, in der es keine Vorgaben mehr gibt, gängige Codes erodieren und vor allem ein spielerischer Charakter vorherrscht. Daraus ergeben sich drei Folgen, meint sie. "Erstens: Je mehr man sich für die Sprache der Mode interessiert, desto weniger geht es um Shopping. Zweitens: Je mehr man sich auf das konzentriert, was Kleider am Körper machen, auf
das Umfasstwerden durch Stoff, auf Schwere und Leichtigkeit, darauf, welchen Effekt das Outfit auf die Haltung und die Bewegung und das Spürbewusstsein hat, desto mehr ist man
verkörpert in diesem Outfit. Auch das nämlich gehört nicht notwendig zur Mode: das Objektverhältnis zum eigenen Körper. ... Die dritte Folge des Spiels ist, dass
das Scannen nach Bedeutung verschwindet." (Nun, damit waren ihr
einige Modedesigner um etwa 50 Jahre voraus.)