(Bild: Cover SIBYLLE, 1959/5, Foto: Altendorf (Ausschnitt))
Staatlich subventioniert, weit entfernt von Subversion, aber auch nicht nur die "Vogue des Osten" - für die
Welt hat sich Dirk Pilz die knapp vierzigjährige Geschichte der DDR-Modezeitschrift
Sibylle in einer Rostocker-
Ausstellung angesehen: "In der 'Sibylle' war der Aufbruchsgeist ästhetisch konserviert bis 1989. 11. Plenum der Partei für volksnähere Künste 1965,
Erich Honeckers Konsum- und Konfektionsprogramme in den Siebzigern und das Dahinsiechen der DDR während der Achtziger - wer sich am Abend in den Bauhaus-Sessel setzte, die 'Sibylle' aufschlug und die Fotos von
Sven Marquardt, Ute Mahler und Sibylle Bergemann betrachtete, sah in ein Sehnsuchtsland. Wohin man kam, im
bohemistischen bis bürgerlichen Osten, die 'Sibylle' lag schon da, die 'Zeitschrift für Mode und Kultur'."

(
Bild: David Bielander, 2007. Bracelet Argent cuivré et élastiques. Image © Simon Bielander)
Außerdem stellt die
NZZ zwei außergewöhnliche Schmuckdesigner vor, die derzeit
im Designmuseum Mudac präsentiert werden: "
Aldo Bakker schafft Objekte von geradezu
japanisch anmutender Reduktion und Perfektion",
schreibt Roman Hollenstein. Die Ausstellung führe "vorbei an organisch geformten Gegenständen, die bald an Kannen oder Vasen, bald an Altäre erinnern, wie
ein Hochamt der Schönheit - so dass man mitunter Weihrauch zu atmen, dann wieder hinter all dem glänzenden Lack den Kitsch zu sehen glaubt. Doch die bald harfenförmigen, bald wirbelartigen oder gehörnten Gefässe (...) sind letztlich kunstvolle Dekorationsobjekte." Und Susanne Koeberle
porträtiert David Bielander, der die Grenzen zwischen Schmuck, Kunst und "sauschlechtem Design" veruneindeutigt, wie etwa an seiner Wurstkette: "Die 'Untersuchung' der Wurstkette führte zu einer Umsetzung in ein Schmuckstück aus Holz. Als Material dienen ihm alte Thonetstühle. 'Ich greife in das
Design der Wurst wenig ein, ich nehme das, was dieser Stuhl mir bietet', erläutert er seine Vorgehensweise. Interessant wird es, wenn jemand so eine Wurstkette trägt. Natürlich löst sie Erstaunen aus, vielleicht will man sich dieser Person beziehungsweise der Wurstkette nähern."