
Sensationell
findet Roberta Smith in der
New York Times die große Schau im
Metropolitan Museum zur japanischen Modemacherin
Rei Kawakubo, die für
Comme des Garçons allen herkömmlichen Formen von Körper und Kleidung trotzte: "Das schwarze Gewand wurde zum Running Gag in der Kunstwelt, doch für viele von uns waren die Kleider eine Offenbarung, aufregend und ermutigend in ihrer
Intelligenz, unversteiften Leichtigkeit und
Weltläufigkeit. Sie kombierte Formen der Männerkleidung, traditionelle japanische Gewände und die frühen modernen Designs von Madeleine Vionnet un Paul Poiret mit punkigen Löchern und manchmal auch mit einem dritten Ärmel. Sie waren ein mit jener Zeit des Feminismus,
ästhetischer Aneignung und der wachsenden Sichtbarkeit weiblicher Kunst. Aber die Achtziger waren nur der Anfang. Wenige Designer haben seitdem Kleidung in solch soziale, skulpturale und sogar
achitektonische Extreme getrieben."
(Rei Kawakubo for Comme des Garçons: Body Meets Dress-Dress Meets Body, Frühjahr 1997. Foto: Paolo Roversi, Metropolitan Museum)
Mit nostalgischer Inbrunst
erinnert sich
NZZ-Autor Roman Bucheli daran, wie es war, als vor fünfzig Jahren das italienische Mofa
Ciao auf den Markt kam und in die Welt der jugendlichen Mobilität eine ganz eigene Form von "dolce vita" brachte: "Das Ciao war kein Mittel zum Zweck, sondern es war
sich selbst Zweck und Sinn genug. Sein Daseinsgrund erfüllte sich in ihm selbst. Darin offenbarte sich das Paradoxe dieser Mobilität
all'
italiana: Man fuhr, wenn man denn überhaupt fuhr, um des Fahrens und der
Schönheit dieser schwebenden Bewegung willen. ... Die Revolution der Mobilität kam als deren vergnügliche Parodie aus dem Süden und versprach nicht Beschleunigung, aber ihr Gegenteil. Reine Muße. Für einen kurzen historischen Augenblick hielt die Welt noch einmal inne, ehe der Rausch der Geschwindigkeit sie ergriff."