
Der Dichter und Kritiker
Akos Szilagyi stellt fest, dass
asymmetrische Kriege für unsere Zeit immer typischer werden und auch den politischen Alltag zunehmend charakterisieren: "Der asymmetrische Krieg ist der Krieg der hoffnungslos Schwachen gegen die unheimlich Starken. Der Angriff geht von den Schwachen aus und schwächt den Gegner (ob Staat, Supermacht oder Militärbündnis), indem er ihn zu
Sicherheitsmaßnahmen zwingt, die die Freiheitsrechte einschränken. Asymmetrisch ist solch ein Krieg, weil der Angreifer nicht auf reguläre Weise bekämpft werden kann. Andererseits ist die Verletzung der Regeln seitens der regulären, legitimen Macht ein Regelverstoß und eine Sünde, für die sich
verantworten muss - im Gegensatz zu ihrem Feind, der sich regelwidrig verhält." Wenn sich nun der asymmetrische Krieg auch noch "auf die
Straße verlagert, wenn, von kriegerischen politischen Parteien initiiert und von
fanatischen Intellektuellen gutgeheißen, nacheinander paramilitärische Truppen entstehen - dann wird der Krieg nicht mehr gegen ein Regierungsprogramm, sondern gegen die Demokratie und gegen die Republik geführt."
Der tschechische Schriftsteller
Ivan Klima, der in der kommunistischen Ära nur im Ausland publizieren konnte, antwortet im
Interview mit Gyula Varsanyi auf die Frage, inwiefern sich die Rolle des Schriftstellers verändert hat: "Unter dem kommunistischen Regime erwarteten die Leser von den Autoren, dass sie sich
frei verhalten und in ihren Werken die Literatur nicht mit Propaganda und ideologischen Klischees verwechseln. Heute bestehen solche Forderungen gegenüber der Literatur nicht, das bedeutet aber noch lange nicht, dass sich der Schriftsteller immer als freie Persönlichkeit verhält. Bedienen kann man nämlich auch
Modeerscheinungen, Markterfordernisse oder Unterhaltung. Zwar hat der Verlust dieser zusätzlichen Rollen und die Entwicklung anderer Medien viele Leser von der Literatur entfernt, die neue Situation hat es den Autoren aber auch ermöglicht, in ihren Werken nicht mehr als
politische Kämpfer zu erscheinen."