
Der Filmregisseur
Istvan Szabo ("Mephisto") reagierte schon am Freitag mit einem
Interview auf das Bekanntwerden seiner Vergangenheit als Informant der Staatssicherheit: "Ich bin
dankbar und kann
nachträglich stolz auf diese Mitarbeit sein, denn dadurch haben wir einen Kommilitonen vor dem sicheren Todesurteil nach der Revolution 1956 retten können. Ich freue mich auch, meine Geschichte (vielleicht auch in einem Film) endlich erzählen zu können, denn sie wird für viele wie ein Heilmittel wirken und ein genaueres Bild von der Zeit 1957 bis 1960 liefern. Meine
eigene Verteidigung interessiert mich nicht."
(Inzwischen hat Szabo in einem Radiointerview seine Begründung allerdings
revidiert: Er habe sich selbst und sein Studium retten wolle, als er sich vom Geheimdienst anwerben ließ, nicht einen Freund, wie er zuerst erklärt hatte.)
Gestern
stellten sich in
Nepszabadsag etwa
100 Intellektuelle und Künstler hinter Szabo: "Istvan Szabo macht seit 45 Jahren wunderbare und wichtige Filme für uns und die ganze Welt. Mit unserer Unterschrift möchten wir
unsere Verehrung bekunden, die weiterhin bestehen bleibt." Selbst einer der bespitzelten Kollegen,
Miklos Jancso (über ihn schrieb Szabo für die Stasi: "er ist unsicher, wie seine Denkweise selbst... jeder hält ihn für verrückt... nichts wird von ihm erwartet, nicht mit ihm gerechnet, die zahlreichen
chaotischen Philosophien in seinem Kopf sind aus diesem Grund harmlos...")
meint zu Szabos Behauptung, er habe mit der Stasi zusammengearbeitet, um einen Mitstudenten zu schützen: "Wir haben es gewusst, und auch, dass man ihn irgendwie retten musste. Aber dass jemand die Rettung auf diese Weise in Angriff nahm, dass sich Istvan darauf einließ,
ist schon großartig. Wie ist er damit die ganze Zeit lang fertig geworden?"