
2022 wurde
Shinzo Abe erschossen - das Motiv des Schützen
Tetsuya Yamagami war die enge Verbindung, die der ehemalige Premierminister von der Liberaldemokratischen Partei (LDP) zur
Moon-Sekte hatte. E. Tammy Kim
ist für den
New Yorker nach Japan gereist, um mit
Eito Suzuki zu sprechen, einem Journalisten, der sich seit Jahrzehnten dafür einsetzt, die Machenschaften der Sekte aufzudecken, die sich "Vereinigungskirche" nennt. Der Attentäter hatte immer wieder den Kontakt zu ihm gesucht, vor allem, weil seine Mutter in den Fängen der Sekte gefangen war und ihr fast das ganze Familienvermögen übergeben hatte. Letzte Woche wurde das Urteil verkündet: Yamagami wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Was Kim während seines Japanbesuchs verstanden hat, ist vor allem das
Ausmaß des politischen Einflusses, den die ursprünglich aus
Korea stammende Moon-Sekte hat: "In den frühen sechziger Jahren freundete sich Moon mit
Abes Großvater Nobusuke Kishi an, einem verurteilten Kriegsverbrecher, der später als Premierminister und Vorsitzender der LDP fungierte. Kishi war häufig zu Gast bei Veranstaltungen der Kirche und verwandter Organisationen und nutzte deren Freiwilligenkorps", wie auch sein Enkel Abe, als
Wahlkämpfer für seine Partei. Dafür konnten die Moonies ungestört ihren Geschäften nachgehen, und Anhänger zum Beispiel für den Weltfrieden anwerben: "Der religiöse Aspekt wurde oft erst viel später offenbart. Sobald sie in die Kirche aufgenommen worden waren, wurden die Mitglieder angewiesen, gesalbte Gegenstände - Ginseng-Tee, eine Rollbildmalerei, eine Vase, eine Pagodenfigur - zu überhöhten Preisen zu kaufen, eine Praxis, die als 'spiritueller Verkauf' bekannt ist. Wenn sie nicht genug Geld hatten, wurden sie aufgefordert, sich von Verwandten Geld zu leihen oder Kredite aufzunehmen. ... Diese Gelder flossen in Moons Imperium, das sich
auf fast allen Kontinenten zu einem Netzwerk aus Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen entwickelte". In
Südkorea, dem Heimatland der Kirche, zeigte sich 2024 nach einem Skandal um die Ehefrau von Präsident Yoon Suk-yeol, "dass beide großen politischen Parteien in Südkorea finanzielle Verbindungen zur Vereinigungskirche hatten. Der neue Präsident des Landes, Lee Jae-myung, schlug vor, dass Korea sich ein Beispiel an Japan nehmen und die
Auflösung religiöser Gruppen in Betracht ziehen sollte, die 'organisatorisch und systematisch in die Politik eingreifen'. ... Die Kirche ist offensichtlich erschrocken über die Aussicht, ihren rechtlichen Status in Ostasien zu verlieren. Dennoch haben die Moonies - und die Unternehmen der Familie Moon - seit langem auf mehrere Pferde gesetzt. Der
westafrikanische Zweig beispielsweise hat seine Aktivitäten wie gewohnt fortgesetzt."
Außerdem: Jason Zengerle
beschreibt, wie der Moderator
Tucker Carlson von rechts nach ganz rechts wanderte, an die Seite des Verschwörungstheoretikers, Nationalisten und Antisemiten
Nick Fuentes. Die
Demokraten könnten von
Maga einiges lernen,
meint Charles Duhigg: Zum Beispiel, wie man eine
breite Koalition von Verbündeten schmiedet, statt sich in immer kleinere Einheiten aufzuspalten, die sich bekämpfen. (Diese Lektion könnten sie auch von
Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS) lernen, einer Organisation der Hindu-Rechten, die im Zentrum eines weitläufigen Netzwerks von sympathisierenden Organisationen steht, wie Felix Pal in einer
sehr langen Reportage in
Caravan berichtet.)