Elisabeth Levy und Dominique Quessada haben
Peter Sloterdijk, Frankreichkenner und einen der "erfinderischsten" deutschen Philosophen, nach seiner Sicht auf den französischen Präsidentschaftswahlkampf
befragt. Sloterdijk hält die jetzige Wahl demnach für eine Chance, endlich das "
Museum der Illusionen" zu verlassen und mit der "politischen Lyrik" zu brechen. Er meint: "Für die Mehrheit der Kandidaten ist Frankreich doch nur ein Vorwand. Sie sind auf der Suche nach einem Land, das sich ihren Phantasmen
anschließt. Wir Deutschen haben sieben Jahre mit einem Kanzler
verbracht, der die
Inkarnation des puren Ehrgeizes war. Deutschland war das Symptom und das Spielzeug seines politischen Oberhaupts, wie Frankreich zum
Symptom und Spielzeug von Sarkozy oder jemandem anderen werden könnte. Aber Frankreich braucht einen Präsidenten, für den es nicht nur ein Symptom ist."
In seinem Bloc-notes
antwortet Bernard-Henri Levy auf Nicolas Sarkozys Ansicht, eine
Boykottdrohung gegen die
olympischen Spiele in China sei unter allen "dummen Ideen", die er je gehört habe, die "dümmste von allen". Levy, der einer der Wortführer dieser "Dummheit" ist, widerspricht: "Ich denke, im Gegenteil, dass [eine Boykottdrohung]
Druck auf China ausüben könnte, seinerseits der Regierung des Sudan Druck zu machen, in
Darfur endlich ein Massaker zu beenden, das für mindestens 300.000 Tote und 2,5 Millionen Flüchtlinge verantwortlich ist."