Magazinrundschau - Archiv

Politico Magazine

3 Presseschau-Absätze

Magazinrundschau vom 03.11.2020 - Politico Magazine

Les und Tamara Payne erzählen die erstaunliche Geschichte eines Treffens von Malcolm X, Jeremiah X und dessen Frau Elizabeth als Abgesandte von Elijah Muhammads Nation of Islam (NOI) und einigen Vertretern des Ku Klux Klans (unter den Augen des FBI, das seine eigene Agenda hatte) am 30. Januar 1961. Die NOI und der Klan hatten einige Gemeinsamkeiten, wie sich herausstellte. Die wichtigste: Keine Aufhebung der Rassentrennung. Beide wollten getrennt leben, quasi jeder in seinem eigenen Staat. Bei der Gelegenheit machte Malcolm X eine unangenehme Erfahrung: Der Klan hoffte, dass die NOI ihnen Martin Luther King ans Messer liefern würde. "Auf der Vortragsreise hatte Malcolm selbst oft King oft als Schoßhündchen des weißen Mannes angegriffen, und er würde es wieder tun. Nie hätte er sich vorstellen können, dass dieser gewaltlose baptistische Pastor, der den Schwarzen Freundlichkeit und Nächstenliebe für ihre Feinde predigte, bei den Weißen an der Basis ein so giftiges Gift, einen so aufrichtigen Hass hervorrufen konnte. Und doch gab es hier eine Gruppe örtlicher Klansmänner, die planten, diesem gewaltlosen schwarzen Führer aufzulauern. ... Die Bitte des Klans brachte Malcolm laut Jeremiah und seiner Frau Elizabeth in Verlegenheit, und wahrscheinlich entmutigte und beschämte sie ihn auch. Es entging Malcolm auch nicht, dass die schwarzen Muslime im Gegensatz zum christlichen Reverend King nicht einen Funken Zorn bei der einzigen weißen Gruppe in Amerika auslöste, die von allen Schwarzen, einschließlich Malcolm selbst, als Teufel verachtet wurde. Tatsächlich betrachtete der Klan ihn und Jeremiah, zwei wichtige Minister der Black Muslims von Elijah Muhammad, als potenzielle Verbündete."

Magazinrundschau vom 11.07.2017 - Politico Magazine

Donald Trump ist New Yorker - bedient aber tief verankerte anti-urbane Reflexe der Landbevölkerung. So etwa in der Antrittsrede zu seiner Präsidentschaft, in der er ein Schreckensbild amerikanischer Städte zeichnete, das direkt den 70er und 80er Jahre entsprungen zu sein schien. Seither haben sich die Großstädte jedoch längst zu sicheren, sauberen und größtenteils sozial befriedeten Zonen entwickelt. Woher rührt dieses krasse Missverhältnis zwischen Rhetorik und Realitätfragt sich Michael Kruse und mutmaßt, dass es mit Trumps Penthouse auf seinem Tower mitten Manhattan zu tun hat: "Auf der Spitze des Trump Tower, erklärt Trump-Biograf Tim O'Brien, konnte er 'in Distanz zur Stadt leben und deren erstaunlichem Ausstoß an Ideen, Menschen und Kultur.' Und zwar 'abgeschirmt', wie Gwenda Blair, eine weitere Biografien, hinzufügt, 'in einer Blase aus Abgeklärtheit und Privilegien. Aus seinen mit bronzenen Rahmen versehenen zimmerhohen Fenstern sah Trump den Central Park im Norden, den Hudson River im Westen, das Empire State Building und das World Trade Center im Süden. Er sah die Dächer der gelben Taxis und die winzigen Leute, die 60 Stockwerke unter ihm auf dem Gehsteig wuselten. Was er jedoch nicht sehen konnte - oder auch nicht gesehen hat -, war der Wandel, als aus dem New York der 70er und 80er die heutige saubere und sichere Enklave für die Klugen und Reichen wurde."

Außerdem rät Richard Florida den Städten, sich unabhängig von Trump selbst zu regieren.

Magazinrundschau vom 17.11.2015 - Politico Magazine

Wie nach jedem Terroranschlag wird auch jetzt über die Ausweitung geheimdienstlicher Befugnisse diskutiert. Manchmal würde es allerdings auch reichen, wenn die Politik die Warnungen der Geheimdiensten ernst nähme. 9/11 jedenfalls hätte wohl verhindert werden können, erfährt Chris Whipple, der sich mit allen noch lebenden ehemaligen und amtierenden CIA-Direktoren unterhalten hat. "Das Drama der vergeblichen Warnungen begann, als George Tenet und Cofer Black Bushs neuem Team für nationale Sicherheit den Plan für einen verdeckten CIA- und Militäreinsatz vorschlugen. Er sah vor, 'in die afghanischen Unterschlupfe einzudringen, eine paramilitärische Operation zu starten und eine Brücke nach Usbekistan herzustellen' und so die Bedrohung durch Al Qaida zu beenden. 'Die Antwort, die wir bekamen', sagt Tenet, 'war: 'wir sind noch nicht bereit für solche Überlegungen. Wir möchten nicht, dass die Uhr anfängt zu ticken.'' (Übersetzung: sie wollten keine Datenspur, die dokumentieren würde, dass man gewarnt war.) Cofer Black, ein charismatischer Ex-Geheimagent, der an der Verhaftung von Carlos, dem Schakal durch die Franzosen beteiligt war, sagt, die Bush-Regierung begriff das Ausmaß der neuen Bedrohung einfach nicht: 'Ich glaube, sie steckten gedanklich noch acht Jahre in der Vergangenheit. Sie waren Terroristen gewohnt, die europäische Linksextreme waren, die nachts Champagner tranken und tagsüber Sachen in die Luft jagten. Wie schlimm kann das schon sein? Es war irrsinnig schwer, ihnen die Dringlichkeit dieser Sache zu vermitteln."