
Repräsentiert
Tariq Ramadan den "Islam mit menschlichem Antlitz"? Ist er gar die letzte Chance des
Euroislams? Jakub Kumoch
porträtiert den heftig umstrittenen (
mehr) Islamwissenschaftler als tragische Figur. "Ramadan ist heute der einflussreichste islamische Denker im Westen, ein Götze der muslimischen Eliten in Westeuropa, angepriesen als '
Martin Luther King'
des Islam und wichtigster Reformator des 21. Jahrhunderts. Gleichzeitig wird ihm oft Antisemitismus, Unterstützung des islamistischen Terrors und Verrat am Westen vorgeworfen. Für einige ist er die einzige Hoffnung auf Frieden zwischen Muslimen und der europäischen Mehrheitsgesellschaft, für andere ein
Al-Qaida-Agent." Für Kumoch ist diese Ambivalenz auch der Grund dafür, dass Ramadan immer resignierter wirkt: "Für die Traditionalisten ist er zu fortschrittlich, für die assimilierten Muslime zu konservativ. Er wollte zur Verständigung beitragen, jetzt wird er der
Zwiespältigkeit bezichtigt. Auf beiden Seiten des Grabens."
Zwei Publizisten, Jacek Zakowski und Piotr Najsztub,
sprechen über die
Präsidentschaftswahl in Polen: "Wenn ich könnte, würde ich aus Donald Tusk und Lech Kaczynski einen Präsidenten, einen '
Donald Duck'
(kaczka heißt Ente) basteln. Bei Kaczynski wissen wir ziemlich genau, was uns erwartet und was für ein Mensch er ist, bei Tusk besteht noch die Chance, dass nach der Wahl etwas Besseres entsteht. Es gibt Stimmen, wie die von
Lech Walesa, dass man Kaczynski wählen sollte, nur um die Brüder endlich regieren und sich kompromittieren zu lassen. Dann wäre endlich diese Epoche
vorbei - wie eine
Krankheit, die wir durchleben müssen, damit es später besser wird."