Medienticker - Archiv

TV/Radio, Film + Musik-News

1326 Presseschau-Absätze - Seite 35 von 133

Medienticker vom 16.04.2018 - TV/Radio, Film + Musik-News

Für die Quote 
Deshalb nennen Radiosender jetzt so oft ihren Namen
(t-o) - Spektakuläre Gewinnspiele, große Plakate, jede Menge Eigenwerbung - Radiosender machen so einiges, damit Hörer einschalten und dranbleiben. Denn mehr Hörer bedeuten auch mehr Geld durch Werbeeinnahmen. Aber wie wird die Quote beim Radio eigentlich ermittelt?

Nach Preisverleihung an Antisemiten
"Echo hat keine Berechtigung mehr"
(taz) - Der Echo für die Rapper Kollegah und Farid Bang hat Empörung ausgelöst. Nun will nicht nur der Bundesverband Musikindustrie Konsequenzen ziehen.
Antisemitismus
Meine Angst, zu deutsch zu sein
(zeit) - Wir sind Freundinnen und reden über alles. Geschwiegen haben wir nur darüber, dass sie Jüdin ist: Weil ich mich geschämt habe, sie darauf anzusprechen.

Kultur im Fernsehen & Musik im Hörfunk

Musik+Literatur-Sendungen im Hörfunk ausgewählt von radio.friendsofalan.de mehr unter

Medienticker vom 15.03.2018 - TV/Radio, Film + Musik-News

Kultur im Fernsehen & Musik im Hörfunk
Musik+Literatur-Sendungen im Hörfunk ausgewählt von radio.friendsofalan.de mehr unter

Medienticker vom 14.03.2018 - TV/Radio, Film + Musik-News

Kultur im Fernsehen & Musik im Hörfunk
Musik+Literatur-Sendungen im Hörfunk ausgewählt von radio.friendsofalan.de mehr unter


Medienticker vom 13.03.2018 - TV/Radio, Film + Musik-News

Kultur im Fernsehen & Musik im Hörfunk
Musik+Literatur-Sendungen im Hörfunk ausgewählt von radio.friendsofalan.de mehr unter

Musik-Videotipps vom Freitag
SWR2 - Abendkonzert
Werke von Arvo Pärt, Rued Langgaard und Luigi Dallapiccola

Deutschlandfunk - On Stage
"Geoff Achison & The Souldiggers" Aufnahme vom 25.10.2013 im Burghof Kommern, Mechernich

WDR 3 - Jazz & World
"Kantable Tastenklänge" - Der Pianist Bobo Stenson" Mit Bert Noglik

SRF 2 - Late Night Concert
"Human Feel" und Potter-Taborn-Harland am Festival Unerhört Zürich


Musik-Video-Tipps vom Donnerstag

WDR 3 - Konzert
"Das Cologne Contemporary Jazz Orchestra" - WDR 3 Jazzfest 2018 in Gütersloh Aufnahme aus dem Theater

HR 2 - Konzertsaal
"Vergeblich" - Ensemble Modern, Leitung: Jonathan Stockhammer Georg Friedrich Haas: in vain - für 24 Instrumente

Ö1 - Konzert
"An einem verhängnisvollen Morgen gemeinsam mit chra"- Das neue Album von chra für Editions Mego. Gestaltung: Susanna Niedermay

Medienticker vom 10.03.2018 - TV/Radio, Film + Musik-News

Hör-Video-Tipps vom Montag, den 12.3.2018

Ö1 - On stage Spezial
Jazzfestival Leibnitz 2017: Soweto Kinch und Ola Onabulé


WDR 3 -  Konzert
"Wild Life beim WDR 3 Jazzfest in Gütersloh" Aufnahme aus dem Theater


 WDR 3 - Jazz & World
"König der Tenorsaxofonisten" -Der Saxofonist Ben Webster" Mit Lothar Jänichen



Medienticker vom 07.03.2018 - TV/Radio, Film + Musik-News



Kultur im Fernsehen & Musik im Hörfunk
Musik+Literatur-Sendungen im Hörfunk ausgewählt von radio.friendsofalan.de mehr unter TV/Radio

Medienticker vom 02.03.2018 - TV/Radio, Film + Musik-News



Kultur im Fernsehen & Musik im Hörfunk
Musik+Literatur-Sendungen im Hörfunk ausgewählt von radio.friendsofalan.de mehr unter TV/Radio

Medienticker vom 01.03.2018 - TV/Radio, Film + Musik-News



Kultur im Fernsehen & Musik im Hörfunk
Musik+Literatur-Sendungen im Hörfunk ausgewählt von radio.friendsofalan.de mehr unter TV/Radio

Medienticker vom 28.02.2018 - TV/Radio, Film + Musik-News



+ Außer Atem

Das Berlinale Blog - In summa

Dahinplätscherndes Pseudo-Diversity-Getalke
Der Berlinale-Freitag im Rückblick
24.02.2018. Uneins ist sich die Kritk, ob man von Thomas Stubers Großmarkt-Liebesgeschichte "In den Gängen" nun Depressionen kriegt oder ein Kinoglück erlebt. Noch kontroverser diskutiert wird Adina Pintilies "Touch Me Not", der konfrontativ von sexuellen Nöten berichtet: Konkret feministisch oder eher doch keine Kunst? Breiten Zuspuch erntet hingegen Małgorzata Szumowskas polnische Metal-Fabel "Twarz". Dies und mehr: Im Pressespiegel.

Ein reizendes Paar
Melodram aus Jakutien
23.02.2018. Milko Lazarovs "Aga". Man ist schließlich Mensch: Thomas Stubers "In den Gängen". Der Mann mit den zwei Gesichtern: Malgorzata Szumowska "Twarz". Epochal: Adamu Halilus Film "Shaihu Umar" über den arabischen Sklavenhandel. Die die Dosentomaten ernten: Markus Imhoofs Flüchtlingsdoku "Eldorado". Schlusspointe für den König: Die Castorf-Hommage "Partisan". Mit dem Iphone gedreht: Steven Soderberghs "Ausgeliefert". Die Pistole war nicht echt: Philip Grönings "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" ...

Melodram aus Jakutiens
Milko Lazarovs "Aga" (Wettbewerb)
23.02.2018 Der Name Nanook hat Bedeutung in der Filmgeschichte. Angeblich ist er Wort für Mensch. "Nanook of the North" hieß der erste Dokumentarfilm des Amerikaners Robert Flaherty von 1922. Es ist ein großartiges Werk, voller Abenteuerlust und Entdeckerdrang, aber in seinem exotisierenden Blick auf die kanadischen Inuit auch von einer Unbedarftheit, die heute niemandem mehr verziehen wird. Von Thekla Dannenberg

Man ist schließlich Mensch

Thomas Stubers "In den Gängen" (Wettbewerb)
23.02.2018 Das erste Bild ist eine Landstraße, Morgendämmerung, die Laternen sind noch an, ein paar kahle Bäume zeichnen sich am Rand gegen den Himmel ab, hier und da mal ein Auto. Dann setzt die Musik ein und während die Kamera in den Großmarkt fährt und durch die Gänge schwebt, spielt das Orchester den Donauwalzer. Es ist ein wunderbarer Anfang. Die Lichter gehen an, Gabelstapler fahren hin und her. Und das Publikum schwebt mit. Von Anja Seeliger

Ins Publikum gekotzt
Der Berlinale-Pressespiegel

23.02.2018 Pflicht für alle Bundestagsabgeordneten: Markus Imhoofs "Eldorado". Herrlicher Abschied von Castorfs Volkbühne: "Partisan" im Panorama. Dies und mehr - ein Rückblick auf den Donnerstag der Berlinale. Von Thomas Groh

Epochal
Wieder auf dem Meer
23.02.2018. : Adamu Halilus Film "Shaihu Umar" über den arabischen Sklavenhandel. Die die Dosentomaten ernten: Markus Imhoofs Flüchtlingsdoku "Eldorado". Halbgarer Genrebrei: Alonso Ruizpalacios' "Museo". Man schenkt sich nichts: Maria Ramos' "O Processo". Der König hat die Schlusspointe: Die Castorf-Hommage "Partisan". Mit dem Iphone gedreht: Steven Soderberghs "Ausgeliefert". Die Pistole war nicht echt: Philip Grönings "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot". Erzählt von Schuld und Sühne: Shin Dong-seoks "Last Child". Dieser Callahan tut nicht weh und bringt einen nicht zum Lachen: Gus van Sants "Don't Worry..." Oper ist Aufopferung! Lav Diaz' gesungener Wettbewerbsfilm "In Zeiten des Teufels".

Pressespiegel
Emotional strapazierende Offenbarungen
21.02.2018. Lav Diaz befasst sich wieder mit der Geschichte seiner philippinischen Heimat - diesmal in für seine Verhältnisse moderaten vier Stunden. Und Gus van Sant präsentiert einen Grantler, der im Rollstuhl zu neuem Lebensmut findet - der Berlinale-Dienstag im Rückblick. Von Thomas Groh.

Das Beste kommt immer zuletzt

21.02.2018. Trägt eine Maske: Mani Haghighis "Schwein". Erzählt von Schuld und Sühne: Shin Dong-seoks "Last Child". Dieser Callahan tut nicht weh und bringt einen nicht zum Lachen: Gus van Sants "Don't Worry..." Oper ist Aufopferung! Lav Diaz' gesungener Wettbewerbsfilm "In Zeiten des Teufels". Frauen sind keine Steine: Aminatou Echards "Djamilia". Sei ein Nazi! José Padilhas Wettbewerbsfilm "7 Tage in Entebbe". Die Unberührbare: Emily Atefs Romy-Schneider-Film "3 Tage in Quiberon". Nur Schock, keine Bedeutung: Erik Poppes Wettbewerbsfilm "Utøya 22. Juli" ...

Ein perverses Spektakel
Der Montag im Pressespiegel
20.02.2018. Der Berlinale-Wettbewerb als zeithistorisches Seminar: Filme über die Operation Entebbe, Anders Breiviks Anschlag und die späte Romy Schneider - der Montag im Rückblick. Von Thomas Groh.

Kampfgetrommel und Schlachtgesänge
20.02.2018. Sei ein Nazi! José Padilhas Wettbewerbsfilm "7 Tage in Entebbe". Die Unberührbare: Emily Atefs Romy-Schneider-Film "3 Tage in Quiberon". Nur Schock, keine Bedeutung: Erik Poppes Wettbewerbsfilm "Utøya 22. Juli". Jugend in Paris: Claire Simons "Premières solitudes" und Jean Paul Civeyracs "Mes Provinciales". Leidenschaft im homophoben Brasilien: "Tinta Bruta" von Marcio Reolon und Filipe Matzembacher. Alles Betrüger in "The Real Estate" von Axel Petersen und Mans Mansson ...

Jugend in Paris

Claire Simons "Premières solitudes" (Forum) und Jean Paul Civeyracs "Mes Provinciales" (Panorama)
19.02.2018 Claire Simon führt uns mit ihrem Film "Premières solitudes" in das Lycée Romain Rolland in Ivry sur Seine, am Rande von Paris. Unter dem Lärmen und Lachen der SchülerInnen liegt der französische HipHop von Stromae. Alors on danse. Von Thekla Dannenberg

Neonpinke Leidenschaft im homophoben Brasilien

"Tinta Bruta" von Marcio Reolon und Filipe Matzembacher (Panorama)
19.02.2018 Auch wenn die am Meer gelegene nordbrasilianische Millionenstadt Porto Alegre charmante Ecken haben mag, Marcio Reolon und Filipe Matzembacher schenken ihnen keine Beachtung. Das Brasilien in "Tinta Bruta" ist nicht das gut gelaunte Land der Caipirinhas, der makellosen Körper und - Nossa, Nossa! Von Lara Ladik

Neonpinke Leidenschaft im homophoben Brasilien
"Tinta Bruta" von Marcio Reolon und Filipe Matzembacher (Panorama)
19.02.2018 Auch wenn die am Meer gelegene nordbrasilianische Millionenstadt Porto Alegre charmante Ecken haben mag, Marcio Reolon und Filipe Matzembacher schenken ihnen keine Beachtung. Das Brasilien in "Tinta Bruta" ist nicht das gut gelaunte Land der Caipirinhas, der makellosen Körper und - Nossa, Nossa! Von Lara Ladik

Es geht um Ideale
"The Real Estate" von Axel Petersen und Mans Mansson
19.02.2018 Stockholm. Auch beim Friseur sind Immobilienkrise und teure Mieten ein Thema. "All die Neukäufer ohne reiche Eltern sind angeschmiert", sagt der Friseur, beugt den Kopf einer alten Dame und föhnt. Zwischen den fliegenden Strähnen sieht man sie lächeln. Von Anja Seeliger

Charlie Chaplin war Autodidakt
19.02.2018. : Claire Simons "Premières solitudes" und Jean Paul Civeyracs "Mes Provinciales". Neonpinke Leidenschaft im homophoben Brasilien: "Tinta Bruta" von Marcio Reolon und Filipe Matzembacher. Alles Betrüger in "The Real Estate" von Axel Petersen und Mans Mansson. Coming of Age in der österreichischen Provinz: Katharina Muecksteins  "L'Animale". Grüne Wüsten zeigt Fernando E. Solana auf seiner "Reise in die vergifteten Dörfer". In Cédric Kahns "La Prière" kämpft der junge Thomas gegen die üblichen Anfechtungen. Bettleroper aus Kinshasa: Machérie Ekwa Bahangos "Maki'la"...

Alles strahlt
Das Berlinale-Wochenende (Pressespiegel)
19.02.2018 Mit Christian Petzolds "Transit" rufen die Kritiker den ersten Bärenfavoriten aus. Aleksei German Jrs "Dovlatov" halten die einen für atemberaubend, die anderen für einen bräsigen Fernsehfilm - das Wochenende im Rückblick. Von Thomas Groh

Heilige Mütter in
Laura Bispuris "Figlia Mia" (Wettbewerb)
18.02.2018 Vor drei Jahren machte die italienische Regisseurin Laura Bispuri auf der Berlinale mit ihrem Film "Vergine Giurata" Furore, in dem die stets hinreißende Alba Rohrwacher eine albanische Schwungjungfrau spielte. Auch für "Figlia Mia" haben sich die beiden zusammengetan, um weibliche Lebenswelten zu erkunden, auch wenn das heutige Sardinien in Sachen Archaik nicht mit Albaniens Bergwelt mithalten kann (wo der Vater zur Hochzeit seiner Tochter eine Gewehrkugel mitgibt, mit der ihr Ehemann sie erschießen kann, wenn sie nicht gehorcht). Von Thekla Dannenberg

Dieses innere Pulsieren

Katharina Muecksteins "L'Animale" (Panorama)
18.02.2018 Dieser berückende Kontrast ließe sich in Lehrfilmen für Friseure verwenden. Steckt Mati ihre Haare hoch - und das tut sie fast immer - dann sieht sie ein bisschen aus wie ein Samurai. Ihre Gesichtszüge haben fast etwas Grobes, sie strahlt Kraft aus, und die braucht sie auch, wenn sie mit den Rüpeln aus der Nachbarschaft Motocross übt und ihre Brutalität abfedern muss, in die sie zuweilen aber auch kräftig einsteigt. Von Thierry Chervel

Grüne Wüsten
Fernando E. Solanas' "Reise in die vergifteten Dörfer" (Special)
18.02.2018 Auf unbefestigten Straßen, die sich als lange braune Schneisen durch den Wald ziehen, führt Fernando E. Solanas raus aufs Land, in die Provinz Salta im Norden Argentiniens, wo sich Sojaplantagen über tausende Hektar Land erstrecken. Diese sogenannten "grünen Wüsten" wirken auf den ersten Blick harmlos, doch ein Bauer der Region klärt gleich zu Beginn des Films über das Übel auf, das sich hinter der gewaltigen Monokultur verbirgt. Von Lara Ladik

Die üblichen Anfechtungen

Cedric Kahns "La Priere" (Wettbewerb)
18.02.2018 In der Geschichte des französischen Kinos ist der Katholizismus ein bedeutender Unterstrom, auch wenn er von außen wenig wahrgenommen wird. Aber Robert Bresson, Alain Cavalier, Maurice Pialat sind erzkatholische Regisseure und haben Filme gemacht, die nicht nur von Religiosität durchdrungen sind, sondern sie auch predigen. Bressons "Au hasard Balthazar" ist vielleicht der überwältigendste Film dieser katholischen Tradition, ein Monument des Leidens und des Mitleids. Von Thierry Chervel

Bettleroper aus Kinshasa
Machérie Ekwa Bahangos "Maki'la" (Forum)
18.02.2018 Gleich zu Beginn macht Machérie Ekwa Bahango klar, dass sie uns mit ihrem Debütfilm "Maki'la" keine liebgewonnenen Bilder aus dem Kongo präsentieren wird. Die Sapeurs, die mit ihrem extravaganten Kleidungsstil die europäischen Feuilletons in den Bann schlagen, werden erst mit einem Kübel Spott übergossen. Es sind armselige, zerlumpte Gestalten, die durch die Straße tänzelnd den Willen zum mondänen Leben nachäffen. Von ihnen erzählt Bahango in ihrer rauen Bettleroper aus Kinshasa, mit der Musik von Papa Wemba. Von Thekla Dannenberg

Aus der Vintage-Boutique
Benoit Jacquots "Eva" (Wettbewerb)

17.02.2018 Einen solchen Film hätte man zuletzt vielleicht Anfang der Siebziger drehen können, zur Zeit der Chabrols und Sautets. Es gab ihn ja auch schon mal, Joseph Losey hat James Hadley Chases Roman zum ersten Mal im Jahr 1962 verfilmt. Jeanne Moreau spielte seinerzeit die Luxusnutte. Und damals, als noch nicht alles, was wir über Sex nicht mehr hören wollen, längst ausgesprochen war, lag er noch richtig in seiner Zeit. Von Thierry Chervel

Wer leidet mehr?
Und wer hat die Papiere? Christian Petzolds "Transit" (Wettbewerb)
17.02.2018 Wann und warum ist Anna Seghers Roman "Transit" eigentlich in der Versenkung verschwunden? Der Roman, Inbegriff der antifaschistischen Literatur, erzählt von den deutschen Exilanten, die auf der Flucht vor den Nazis in Marseille strandeten. Seghers schrieb ihn nach ihrer eigenen Flucht in den vierziger Jahren im Exil in Mexiko und setzte sich dabei mit der ganzen Souveränität echter Erfahrung über alle Dogmen des realistischen Erzählens hinweg. Von Thekla Dannenberg

Ich habe nur getan, was andere auch getan haben

Ruth Beckermanns "Waldheims Walzer" (Forum)
17.02.2018 Ruth Beckermann ist als engagierte Autorin und feinsinnige Filmemacherin auch langjährige Chronistin der österreichischen Geschichte. Für ihren Filmessay "Waldheims Walzer" hat sie in ihrem eigenen Archiv geforscht, um auf eine Episode in der Wiener Politik zurückzublicken, die fast schon vergessen schien, aber auf einmal wieder gewaltige Relevanz entfaltet. Beckermann erinnert an den Sommer 1986, als Kurt Waldheim in Wien antrat, Bundespräsident zu werden. Von Thekla Dannenberg

Uninspiriert
Alexei Germans Biopic "Dovlatov" (Wettbewerb)
17.02.2018 Das hat der arme Sergei Dowlatow nicht verdient: sein Leben als Fernsehfilm, in schlechten Kostümen und zu grellem Winterlicht, damit man die Realität von heute jenseits der Fenster nicht erkennt. Wir sehen dem Schriftsteller und seinen Freunden einige Tage im November 1971 beim Überleben zu. Alle versuchen etwas zu veröffentlichen, ihre Bilder zu zeigen, ihre Musik zu spielen. Doch immer sitzen an den entscheidenden Stellen Apparatschiks - viele Frauen darunter - die Bedingungen stellen: Schreiben Sie das um. Zeigen Sie etwas Positives. Die Geschichte braucht einen Helden. Von Anja Seeliger

Lost in Tempelhof
Karim Aïnouz' "Zentralflughafen THF" (Panorama)
17.02.2018 Er werde diesen Tag nie vergessen, an dem er in Berlin angekommen ist, erzählt der Syrer Ibrahim. Es war im Winter, überall in der Stadt strahlte die Weihnachtsbeleuchtung. Von Thekla Dannenberg

Alle Ideologien sind falsch

Der zweite Berlinale-Tag im Pressespiegel
17.02.2018 Der ulkige Meta-Western "Damsel" der Zellner-Brüder fällt bei der Kritik durch. Christian Petzold, dessen "Transit" heute Premiere feiert, erklärt die Flucht zum Normalzustand - der zweite Tag der Berlinale im Überblick. Von Thomas Groh

Vage, aber mit enormem Anspruch
Jumana Mannas "Wild Relatives" (Forum)
17.02.2018 Der Umgang mit Saatgut ist ein Thema von "Wild Relatives", einem Forumsfilm der amerikanisch-palästinensischen Künstlerin Jumana Manna. Zu diesem Zweck reist sie in das Bekaa-Tal im Libanon, wo syrische Flüchtlinge für das Icarda-Institut Pflanzen hochpäpeln, deren Gene in einer Datenbank in Aleppo gesammelt wurden, die das Ircada wegen des Kriegs aufgeben musste. Das Saatgut für die neuen Pflanzen wurde aus den gesammelten Saatgutbeständen im "Global Seed Vault" in Longyearbyen auf der Insel Svalbard im Nordpolarmeer geborgt und werden jetzt langsam zurückgegeben. Manna besucht auch Svalbard, wo Saatgut aus der ganzen Welt gesammelt wird, bevor die Sorten aussterben - eine riesige Gendatenbank für Pflanzensamen. Im Laufe des Films wird leider immer unklarer, worum es Manna eigentlich geht. Von Anja Seeliger

Lauscht dem Leben
Hong Sangsoos "Grass" (Forum)
17.02.2018 Drei Filme hat der koreanische Regisseur Hong Sangsoo im vorigen Jahr herausgebracht. Mit "Nachts allein am Strand" war er auf der Berlinale im Wettbewerb vertreten, seine Partnerin Kim Minhee bekam den Silbernen Bären für ihre Rolle einer jungen Frau, die nach ihrer Affäre mit einem verheirateten Mann neue Kraft schöpfen muss. Von Thekla Dannenberg

Über Fußball und Freiheit
Corneliu Porumboius "Fotbal Inifinit" (Forum)
16.02.2018 Corneliu Porumboiu ist einer der intelligentesten Filmemacher Rumäniens, er gehört zu jener Nouvelle Vague, die in den Nuller Jahren so viel Lust auf die Entdeckung des bis dahin oft geschmähten Landes machten. Mit seinem Film "12 Uhr 8 östlich von Bukarest" gewann er die Goldene Kamera, den Preis für das beste Debüt: In einer Fernseh-Debatte streiten ein Historiker und ein Weihnachtsmann über die revolutionären Ereignisse in ihrem Dorf. Der Film war eine so kluge wie komische Parabel auf die Wende von 1989, auf das Fernsehen, die Unzuverlässigkeit der Erinnerung und den Opportunismus. Von Thekla Dannenberg

Pressesspiegel
Auftakt der Berlinale mit Wes Anderson -
16.02.2018 Die Spiele sind eröffnet: Die Kritiker jubeln - mit wenigen Ausnahmen - über Wes Andersons Animationsfilm "Isle of Dogs". Von Thomas Groh

Absolut nicht reinrassig
Wes Andersons "Isle of Dogs" (Wettbewerb)
15.02.2018 Als Wes Anderson vor vier Jahren mit seinem "Grand Hotel Budapest" die Berlinale eröffnete, bestäubte er das Festival mit Sternenstaub wie ein Zuckerbäcker die Geburtstagstorte. Selten herrschte so heitere Stimmung am Potsdamer Platz. Das dürfte ihm diesmal nicht so leicht gelingen. Die Zeiten sind andere. Und auch Andersons neuer Film "Isle of Dogs" ist politischer, düsterer, sein Humor grimmiger, die Welt dystopischer. Von Thekla Dannenberg

Voraussetzung für zukünftige Utopien
15.02.2018 Heute abend eröffnet Wes Andersons Animationsfilm "Isle of Dogs" die Berlinale 2018. Über 300 Filme werden in den verschiedenen Sektionen über zehn Tage hinweg gezeigt. Hat der einzelne Film da überhaupt noch eine Chance? Ein Blick ins übervolle Programm. Von Anja Seeliger

Kultur im Fernsehen & Musik im Hörfunk
Musik+Literatur-Sendungen im Hörfunk ausgewählt von radio.friendsofalan.de mehr unter TV/Radio

Medienticker vom 27.02.2018 - TV/Radio, Film + Musik-News

Wiener Band-Boom
Klassische Musiker auf Abwegen?
(dlfk) - Statt Kammermusik-Ensembles gründen sie Bands: Viele junge Musikerinnen und Musiker wollen nach der klassischen Ausbildung nicht im Orchester sitzen - und suchen lieber nach etwas Eigenem. In der Musikstadt Wien ist dieser Trend besonders augenfällig.

+ Außer Atem

Das Berlinale Blog - In summa

Dahinplätscherndes Pseudo-Diversity-Getalke
Der Berlinale-Freitag im Rückblick
24.02.2018. Uneins ist sich die Kritk, ob man von Thomas Stubers Großmarkt-Liebesgeschichte "In den Gängen" nun Depressionen kriegt oder ein Kinoglück erlebt. Noch kontroverser diskutiert wird Adina Pintilies "Touch Me Not", der konfrontativ von sexuellen Nöten berichtet: Konkret feministisch oder eher doch keine Kunst? Breiten Zuspuch erntet hingegen Małgorzata Szumowskas polnische Metal-Fabel "Twarz". Dies und mehr: Im Pressespiegel.

Ein reizendes Paar
Melodram aus Jakutien
23.02.2018. Milko Lazarovs "Aga". Man ist schließlich Mensch: Thomas Stubers "In den Gängen". Der Mann mit den zwei Gesichtern: Malgorzata Szumowska "Twarz". Epochal: Adamu Halilus Film "Shaihu Umar" über den arabischen Sklavenhandel. Die die Dosentomaten ernten: Markus Imhoofs Flüchtlingsdoku "Eldorado". Schlusspointe für den König: Die Castorf-Hommage "Partisan". Mit dem Iphone gedreht: Steven Soderberghs "Ausgeliefert". Die Pistole war nicht echt: Philip Grönings "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" ...

Melodram aus Jakutiens
Milko Lazarovs "Aga" (Wettbewerb)
23.02.2018 Der Name Nanook hat Bedeutung in der Filmgeschichte. Angeblich ist er Wort für Mensch. "Nanook of the North" hieß der erste Dokumentarfilm des Amerikaners Robert Flaherty von 1922. Es ist ein großartiges Werk, voller Abenteuerlust und Entdeckerdrang, aber in seinem exotisierenden Blick auf die kanadischen Inuit auch von einer Unbedarftheit, die heute niemandem mehr verziehen wird. Von Thekla Dannenberg

Man ist schließlich Mensch

Thomas Stubers "In den Gängen" (Wettbewerb)
23.02.2018 Das erste Bild ist eine Landstraße, Morgendämmerung, die Laternen sind noch an, ein paar kahle Bäume zeichnen sich am Rand gegen den Himmel ab, hier und da mal ein Auto. Dann setzt die Musik ein und während die Kamera in den Großmarkt fährt und durch die Gänge schwebt, spielt das Orchester den Donauwalzer. Es ist ein wunderbarer Anfang. Die Lichter gehen an, Gabelstapler fahren hin und her. Und das Publikum schwebt mit. Von Anja Seeliger

Ins Publikum gekotzt
Der Berlinale-Pressespiegel

23.02.2018 Pflicht für alle Bundestagsabgeordneten: Markus Imhoofs "Eldorado". Herrlicher Abschied von Castorfs Volkbühne: "Partisan" im Panorama. Dies und mehr - ein Rückblick auf den Donnerstag der Berlinale. Von Thomas Groh

Epochal
Wieder auf dem Meer
23.02.2018. : Adamu Halilus Film "Shaihu Umar" über den arabischen Sklavenhandel. Die die Dosentomaten ernten: Markus Imhoofs Flüchtlingsdoku "Eldorado". Halbgarer Genrebrei: Alonso Ruizpalacios' "Museo". Man schenkt sich nichts: Maria Ramos' "O Processo". Der König hat die Schlusspointe: Die Castorf-Hommage "Partisan". Mit dem Iphone gedreht: Steven Soderberghs "Ausgeliefert". Die Pistole war nicht echt: Philip Grönings "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot". Erzählt von Schuld und Sühne: Shin Dong-seoks "Last Child". Dieser Callahan tut nicht weh und bringt einen nicht zum Lachen: Gus van Sants "Don't Worry..." Oper ist Aufopferung! Lav Diaz' gesungener Wettbewerbsfilm "In Zeiten des Teufels".

Pressespiegel
Emotional strapazierende Offenbarungen
21.02.2018. Lav Diaz befasst sich wieder mit der Geschichte seiner philippinischen Heimat - diesmal in für seine Verhältnisse moderaten vier Stunden. Und Gus van Sant präsentiert einen Grantler, der im Rollstuhl zu neuem Lebensmut findet - der Berlinale-Dienstag im Rückblick. Von Thomas Groh.

Das Beste kommt immer zuletzt

21.02.2018. Trägt eine Maske: Mani Haghighis "Schwein". Erzählt von Schuld und Sühne: Shin Dong-seoks "Last Child". Dieser Callahan tut nicht weh und bringt einen nicht zum Lachen: Gus van Sants "Don't Worry..." Oper ist Aufopferung! Lav Diaz' gesungener Wettbewerbsfilm "In Zeiten des Teufels". Frauen sind keine Steine: Aminatou Echards "Djamilia". Sei ein Nazi! José Padilhas Wettbewerbsfilm "7 Tage in Entebbe". Die Unberührbare: Emily Atefs Romy-Schneider-Film "3 Tage in Quiberon". Nur Schock, keine Bedeutung: Erik Poppes Wettbewerbsfilm "Utøya 22. Juli" ...

Ein perverses Spektakel
Der Montag im Pressespiegel
20.02.2018. Der Berlinale-Wettbewerb als zeithistorisches Seminar: Filme über die Operation Entebbe, Anders Breiviks Anschlag und die späte Romy Schneider - der Montag im Rückblick. Von Thomas Groh.

Kampfgetrommel und Schlachtgesänge
20.02.2018. Sei ein Nazi! José Padilhas Wettbewerbsfilm "7 Tage in Entebbe". Die Unberührbare: Emily Atefs Romy-Schneider-Film "3 Tage in Quiberon". Nur Schock, keine Bedeutung: Erik Poppes Wettbewerbsfilm "Utøya 22. Juli". Jugend in Paris: Claire Simons "Premières solitudes" und Jean Paul Civeyracs "Mes Provinciales". Leidenschaft im homophoben Brasilien: "Tinta Bruta" von Marcio Reolon und Filipe Matzembacher. Alles Betrüger in "The Real Estate" von Axel Petersen und Mans Mansson ...

Jugend in Paris

Claire Simons "Premières solitudes" (Forum) und Jean Paul Civeyracs "Mes Provinciales" (Panorama)
19.02.2018 Claire Simon führt uns mit ihrem Film "Premières solitudes" in das Lycée Romain Rolland in Ivry sur Seine, am Rande von Paris. Unter dem Lärmen und Lachen der SchülerInnen liegt der französische HipHop von Stromae. Alors on danse. Von Thekla Dannenberg

Neonpinke Leidenschaft im homophoben Brasilien

"Tinta Bruta" von Marcio Reolon und Filipe Matzembacher (Panorama)
19.02.2018 Auch wenn die am Meer gelegene nordbrasilianische Millionenstadt Porto Alegre charmante Ecken haben mag, Marcio Reolon und Filipe Matzembacher schenken ihnen keine Beachtung. Das Brasilien in "Tinta Bruta" ist nicht das gut gelaunte Land der Caipirinhas, der makellosen Körper und - Nossa, Nossa! Von Lara Ladik

Neonpinke Leidenschaft im homophoben Brasilien
"Tinta Bruta" von Marcio Reolon und Filipe Matzembacher (Panorama)
19.02.2018 Auch wenn die am Meer gelegene nordbrasilianische Millionenstadt Porto Alegre charmante Ecken haben mag, Marcio Reolon und Filipe Matzembacher schenken ihnen keine Beachtung. Das Brasilien in "Tinta Bruta" ist nicht das gut gelaunte Land der Caipirinhas, der makellosen Körper und - Nossa, Nossa! Von Lara Ladik

Es geht um Ideale
"The Real Estate" von Axel Petersen und Mans Mansson
19.02.2018 Stockholm. Auch beim Friseur sind Immobilienkrise und teure Mieten ein Thema. "All die Neukäufer ohne reiche Eltern sind angeschmiert", sagt der Friseur, beugt den Kopf einer alten Dame und föhnt. Zwischen den fliegenden Strähnen sieht man sie lächeln. Von Anja Seeliger

Charlie Chaplin war Autodidakt
19.02.2018. : Claire Simons "Premières solitudes" und Jean Paul Civeyracs "Mes Provinciales". Neonpinke Leidenschaft im homophoben Brasilien: "Tinta Bruta" von Marcio Reolon und Filipe Matzembacher. Alles Betrüger in "The Real Estate" von Axel Petersen und Mans Mansson. Coming of Age in der österreichischen Provinz: Katharina Muecksteins  "L'Animale". Grüne Wüsten zeigt Fernando E. Solana auf seiner "Reise in die vergifteten Dörfer". In Cédric Kahns "La Prière" kämpft der junge Thomas gegen die üblichen Anfechtungen. Bettleroper aus Kinshasa: Machérie Ekwa Bahangos "Maki'la"...

Alles strahlt
Das Berlinale-Wochenende (Pressespiegel)
19.02.2018 Mit Christian Petzolds "Transit" rufen die Kritiker den ersten Bärenfavoriten aus. Aleksei German Jrs "Dovlatov" halten die einen für atemberaubend, die anderen für einen bräsigen Fernsehfilm - das Wochenende im Rückblick. Von Thomas Groh

Heilige Mütter in
Laura Bispuris "Figlia Mia" (Wettbewerb)
18.02.2018 Vor drei Jahren machte die italienische Regisseurin Laura Bispuri auf der Berlinale mit ihrem Film "Vergine Giurata" Furore, in dem die stets hinreißende Alba Rohrwacher eine albanische Schwungjungfrau spielte. Auch für "Figlia Mia" haben sich die beiden zusammengetan, um weibliche Lebenswelten zu erkunden, auch wenn das heutige Sardinien in Sachen Archaik nicht mit Albaniens Bergwelt mithalten kann (wo der Vater zur Hochzeit seiner Tochter eine Gewehrkugel mitgibt, mit der ihr Ehemann sie erschießen kann, wenn sie nicht gehorcht). Von Thekla Dannenberg

Dieses innere Pulsieren

Katharina Muecksteins "L'Animale" (Panorama)
18.02.2018 Dieser berückende Kontrast ließe sich in Lehrfilmen für Friseure verwenden. Steckt Mati ihre Haare hoch - und das tut sie fast immer - dann sieht sie ein bisschen aus wie ein Samurai. Ihre Gesichtszüge haben fast etwas Grobes, sie strahlt Kraft aus, und die braucht sie auch, wenn sie mit den Rüpeln aus der Nachbarschaft Motocross übt und ihre Brutalität abfedern muss, in die sie zuweilen aber auch kräftig einsteigt. Von Thierry Chervel

Grüne Wüsten
Fernando E. Solanas' "Reise in die vergifteten Dörfer" (Special)
18.02.2018 Auf unbefestigten Straßen, die sich als lange braune Schneisen durch den Wald ziehen, führt Fernando E. Solanas raus aufs Land, in die Provinz Salta im Norden Argentiniens, wo sich Sojaplantagen über tausende Hektar Land erstrecken. Diese sogenannten "grünen Wüsten" wirken auf den ersten Blick harmlos, doch ein Bauer der Region klärt gleich zu Beginn des Films über das Übel auf, das sich hinter der gewaltigen Monokultur verbirgt. Von Lara Ladik

Die üblichen Anfechtungen

Cedric Kahns "La Priere" (Wettbewerb)
18.02.2018 In der Geschichte des französischen Kinos ist der Katholizismus ein bedeutender Unterstrom, auch wenn er von außen wenig wahrgenommen wird. Aber Robert Bresson, Alain Cavalier, Maurice Pialat sind erzkatholische Regisseure und haben Filme gemacht, die nicht nur von Religiosität durchdrungen sind, sondern sie auch predigen. Bressons "Au hasard Balthazar" ist vielleicht der überwältigendste Film dieser katholischen Tradition, ein Monument des Leidens und des Mitleids. Von Thierry Chervel

Bettleroper aus Kinshasa
Machérie Ekwa Bahangos "Maki'la" (Forum)
18.02.2018 Gleich zu Beginn macht Machérie Ekwa Bahango klar, dass sie uns mit ihrem Debütfilm "Maki'la" keine liebgewonnenen Bilder aus dem Kongo präsentieren wird. Die Sapeurs, die mit ihrem extravaganten Kleidungsstil die europäischen Feuilletons in den Bann schlagen, werden erst mit einem Kübel Spott übergossen. Es sind armselige, zerlumpte Gestalten, die durch die Straße tänzelnd den Willen zum mondänen Leben nachäffen. Von ihnen erzählt Bahango in ihrer rauen Bettleroper aus Kinshasa, mit der Musik von Papa Wemba. Von Thekla Dannenberg

Aus der Vintage-Boutique
Benoit Jacquots "Eva" (Wettbewerb)

17.02.2018 Einen solchen Film hätte man zuletzt vielleicht Anfang der Siebziger drehen können, zur Zeit der Chabrols und Sautets. Es gab ihn ja auch schon mal, Joseph Losey hat James Hadley Chases Roman zum ersten Mal im Jahr 1962 verfilmt. Jeanne Moreau spielte seinerzeit die Luxusnutte. Und damals, als noch nicht alles, was wir über Sex nicht mehr hören wollen, längst ausgesprochen war, lag er noch richtig in seiner Zeit. Von Thierry Chervel

Wer leidet mehr?
Und wer hat die Papiere? Christian Petzolds "Transit" (Wettbewerb)
17.02.2018 Wann und warum ist Anna Seghers Roman "Transit" eigentlich in der Versenkung verschwunden? Der Roman, Inbegriff der antifaschistischen Literatur, erzählt von den deutschen Exilanten, die auf der Flucht vor den Nazis in Marseille strandeten. Seghers schrieb ihn nach ihrer eigenen Flucht in den vierziger Jahren im Exil in Mexiko und setzte sich dabei mit der ganzen Souveränität echter Erfahrung über alle Dogmen des realistischen Erzählens hinweg. Von Thekla Dannenberg

Ich habe nur getan, was andere auch getan haben

Ruth Beckermanns "Waldheims Walzer" (Forum)
17.02.2018 Ruth Beckermann ist als engagierte Autorin und feinsinnige Filmemacherin auch langjährige Chronistin der österreichischen Geschichte. Für ihren Filmessay "Waldheims Walzer" hat sie in ihrem eigenen Archiv geforscht, um auf eine Episode in der Wiener Politik zurückzublicken, die fast schon vergessen schien, aber auf einmal wieder gewaltige Relevanz entfaltet. Beckermann erinnert an den Sommer 1986, als Kurt Waldheim in Wien antrat, Bundespräsident zu werden. Von Thekla Dannenberg

Uninspiriert
Alexei Germans Biopic "Dovlatov" (Wettbewerb)
17.02.2018 Das hat der arme Sergei Dowlatow nicht verdient: sein Leben als Fernsehfilm, in schlechten Kostümen und zu grellem Winterlicht, damit man die Realität von heute jenseits der Fenster nicht erkennt. Wir sehen dem Schriftsteller und seinen Freunden einige Tage im November 1971 beim Überleben zu. Alle versuchen etwas zu veröffentlichen, ihre Bilder zu zeigen, ihre Musik zu spielen. Doch immer sitzen an den entscheidenden Stellen Apparatschiks - viele Frauen darunter - die Bedingungen stellen: Schreiben Sie das um. Zeigen Sie etwas Positives. Die Geschichte braucht einen Helden. Von Anja Seeliger

Lost in Tempelhof
Karim Aïnouz' "Zentralflughafen THF" (Panorama)
17.02.2018 Er werde diesen Tag nie vergessen, an dem er in Berlin angekommen ist, erzählt der Syrer Ibrahim. Es war im Winter, überall in der Stadt strahlte die Weihnachtsbeleuchtung. Von Thekla Dannenberg

Alle Ideologien sind falsch

Der zweite Berlinale-Tag im Pressespiegel
17.02.2018 Der ulkige Meta-Western "Damsel" der Zellner-Brüder fällt bei der Kritik durch. Christian Petzold, dessen "Transit" heute Premiere feiert, erklärt die Flucht zum Normalzustand - der zweite Tag der Berlinale im Überblick. Von Thomas Groh

Vage, aber mit enormem Anspruch
Jumana Mannas "Wild Relatives" (Forum)
17.02.2018 Der Umgang mit Saatgut ist ein Thema von "Wild Relatives", einem Forumsfilm der amerikanisch-palästinensischen Künstlerin Jumana Manna. Zu diesem Zweck reist sie in das Bekaa-Tal im Libanon, wo syrische Flüchtlinge für das Icarda-Institut Pflanzen hochpäpeln, deren Gene in einer Datenbank in Aleppo gesammelt wurden, die das Ircada wegen des Kriegs aufgeben musste. Das Saatgut für die neuen Pflanzen wurde aus den gesammelten Saatgutbeständen im "Global Seed Vault" in Longyearbyen auf der Insel Svalbard im Nordpolarmeer geborgt und werden jetzt langsam zurückgegeben. Manna besucht auch Svalbard, wo Saatgut aus der ganzen Welt gesammelt wird, bevor die Sorten aussterben - eine riesige Gendatenbank für Pflanzensamen. Im Laufe des Films wird leider immer unklarer, worum es Manna eigentlich geht. Von Anja Seeliger

Lauscht dem Leben
Hong Sangsoos "Grass" (Forum)
17.02.2018 Drei Filme hat der koreanische Regisseur Hong Sangsoo im vorigen Jahr herausgebracht. Mit "Nachts allein am Strand" war er auf der Berlinale im Wettbewerb vertreten, seine Partnerin Kim Minhee bekam den Silbernen Bären für ihre Rolle einer jungen Frau, die nach ihrer Affäre mit einem verheirateten Mann neue Kraft schöpfen muss. Von Thekla Dannenberg

Über Fußball und Freiheit
Corneliu Porumboius "Fotbal Inifinit" (Forum)
16.02.2018 Corneliu Porumboiu ist einer der intelligentesten Filmemacher Rumäniens, er gehört zu jener Nouvelle Vague, die in den Nuller Jahren so viel Lust auf die Entdeckung des bis dahin oft geschmähten Landes machten. Mit seinem Film "12 Uhr 8 östlich von Bukarest" gewann er die Goldene Kamera, den Preis für das beste Debüt: In einer Fernseh-Debatte streiten ein Historiker und ein Weihnachtsmann über die revolutionären Ereignisse in ihrem Dorf. Der Film war eine so kluge wie komische Parabel auf die Wende von 1989, auf das Fernsehen, die Unzuverlässigkeit der Erinnerung und den Opportunismus. Von Thekla Dannenberg

Pressesspiegel
Auftakt der Berlinale mit Wes Anderson -
16.02.2018 Die Spiele sind eröffnet: Die Kritiker jubeln - mit wenigen Ausnahmen - über Wes Andersons Animationsfilm "Isle of Dogs". Von Thomas Groh

Absolut nicht reinrassig
Wes Andersons "Isle of Dogs" (Wettbewerb)
15.02.2018 Als Wes Anderson vor vier Jahren mit seinem "Grand Hotel Budapest" die Berlinale eröffnete, bestäubte er das Festival mit Sternenstaub wie ein Zuckerbäcker die Geburtstagstorte. Selten herrschte so heitere Stimmung am Potsdamer Platz. Das dürfte ihm diesmal nicht so leicht gelingen. Die Zeiten sind andere. Und auch Andersons neuer Film "Isle of Dogs" ist politischer, düsterer, sein Humor grimmiger, die Welt dystopischer. Von Thekla Dannenberg

Voraussetzung für zukünftige Utopien
15.02.2018 Heute abend eröffnet Wes Andersons Animationsfilm "Isle of Dogs" die Berlinale 2018. Über 300 Filme werden in den verschiedenen Sektionen über zehn Tage hinweg gezeigt. Hat der einzelne Film da überhaupt noch eine Chance? Ein Blick ins übervolle Programm. Von Anja Seeliger

Kultur im Fernsehen & Musik im Hörfunk
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