Im Grunde war
Michail Gorbatschow ebenso wenig Demokrat wie sein langjähriger Freund, der tschechoslowakische Politologe
Zdeněk Mlynář, der vermutlich wichtigste Theoretiker des
Prager Frühlings,
schreibt der schwedische
Schriftsteller Richard Swartz in der
NZZ. Gorbatschow, früh geprägt von Mlynář, glaubte bis zuletzt, das
System hätte
reformiert werden können, vermutet Swartz: "Fest steht, dass Gorbatschows Reformen Anbindungen an den Prager Frühling im Allgemeinen und an dessen Aktionsprogramm im Besonderen hatten. Hier fand er seine Vorbilder: eine Gesellschaft für und nicht gegen ihre Bürger, die Einsicht, in der Wirtschaft dem Markt einen größeren Einfluss zulasten des Plans zu gewähren, mit höherem Konsum und Preisen, die Angebot und Nachfrage widerspiegelten,
nicht politisch diktiert waren. Fest stand auch, dass Veränderungen dieser Art vom existierenden System rasch erstickt würden, wenn nicht zeitgleich die
Meinungsfreiheit die Zensur ersetzte. Mlynář hatte in seinem Aktionsprogramm mehrfach die Notwendigkeit von 'Pluralismus' betont, ohne damit ein Mehrparteiensystem zu befürworten."
Die
Bekleidungsindustrie hatte in NRW einst genauso viel Beschäftigte wie der Bergbau. Heute weiß das allerdings kaum noch jemand,
notieren die
Ruhrbarone und verweisen auf einen
Artikel in
Rubin, einem Online-Magazin der Ruhr-Universität Bochum. In dieser Industrie arbeiteten
vor allem Frauen, und die wurden von der Politik wissentlich geopfert, heißt es dort unter Bezug auf die Historikerin
Alice Gorny, die zum Thema forscht: "In den 1970er-Jahren sah sich die exportstarke Bundesrepublik gezwungen, den Aufbau von Industrien in den
damaligen Schwellenländern zu unterstützen und Waren zu importieren - um im Gegenzug neue Märkte für den Export zu erschließen. Die Schwellenländer sollten lieber in der Bekleidungsbranche erstarken als im
Technologiesektor, in dem Deutschland selbst Ambitionen hatte. 'Die Politiker sahen auch keine Notwendigkeit,
dass Frauen Arbeit hatten, weil sie ja noch einen Ernährer zuhause hatten. Außerdem herrschte die Meinung vor, dass es in der Bekleidungsindustrie sowieso keine schönen Jobs gäbe', führt Gorny aus." Mehr auch in einem
Blogbeitrag Gornys.
Außerdem: In einer
ausführlichen Reportage erinnert Hanna Voß in der taz an die Massaker von
Sabra und Schatila vor vierzig Jahren.