9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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1332 Presseschau-Absätze - Seite 97 von 134

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.04.2016 - Internet

Der Guardian hat für einen riesigen Report seine Leserkommentarte untersuchen lassen, den Markus Reuter auf Netzpolitik resümiert. Die gute Nachricht: Von siebzig Millionen Kommentaren wurde 96 Prozent nicht gelöscht. Die schlechte: 80 Prozent der Artikel, auf die beleidigend reagiert wurde, waren von Frauen geschrieben: "Die respektvollsten Themen im Kommentarbereich des Guardians waren übrigens Pferderennen, Cricket und Jazz. Zu den Themen mit den meisten Löschungen gehörten Israel/Palästina, Feminismus und Vergewaltigung."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 04.04.2016 - Internet

Im Aufmacher des SZ-Feuilletons warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Facebook und Google.
Stichwörter: Morozov, Evgeny

9punkt - Die Debattenrundschau vom 31.03.2016 - Internet

In der FAZ zitiert Fridtjof Küchemann eine Studie der Kommunikationsforscherin Elizabeth Stoycheff, die zeigt, dass Internetnutzer ihre Meinung aus Angst vor Überwachung häufig verschweigen, und Christian Schwägerl warnt ebenfalls in der FAZ vor Missbrauch von Künstlicher Intelligenz.
Stichwörter: Künstliche Intelligenz

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.03.2016 - Internet

Bei irights warnt Christiane Schulzki-Haddouti davor, den Begriff des "Dateneigentums" zu unterschätzen. Er dient mitnichten dem Einzelnen, der seine Daten mit diesem Begriff vor dem Zugriff datenverarbeitender Konzerne schützen will. Im Gegenteil: "Im Grunde wird mit dem Begriff des Dateneigentums versucht, eine völlig neue Eigentumskategorie zu definieren. Dieser Versuch darf nicht von vornherein als abseitig abgetan werden. Digital Natives, die Information als Bestandteil von Kommunikation sehen, die sich ständig in Aushandlungsprozessen befindet, stehen vor diesem Versuch wohl ähnlich wie die Ureinwohner des amerikanischen Kontinents, als europäische Siedler ihnen anhand von Papierzetteln den Begriff des 'Landeigentums' erklären wollten - mit fatalen Folgen. Die Idee vom 'Dateneigentum' könnte über eigenmächtige Risikodefinitionen nach und nach alles, was auf Kommunikation basiert, bestimmten Verwertungs- und Kontrollinteressen unterwerfen."

Mat Honan erzählt auf Buzzfeed eine irgendwie auch tröstliche Geschichte über den Google-Chef Sundar Pichai, der bekanntlich indischen Ursprungs ist und sich dem Monsun geschlagen geben musste: "Seine Großmutter war bei seiner Tante gewesen, und als der Regen kam, gingen sie in den zweiten Stock eines Gebäudes, wo sie gestrandet waren. Sie verbrachten vier Tage ohne Wasser, Strom und Handyanbindung. Ein Cousin sammelte Regenwasser, so dass sie etwas zu trinken hatten. vier Tage lang hatte der Chef der Firma, die mehr Informationen über mehr Leute sammelt als jede andere auf dem Planeten, keine Nachricht darüber, wie es seiner Familie erging."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.03.2016 - Internet

(Via turi2) Mark Zuckerberg hat den chinesischen Propagandachef Liu Yunshan getroffen, berichtet der Guardian mit Associated Press: "China hat zur Gründung eines globalen 'governance system' für das Internet aufgerufen und fordert internationale Kooperation, um den Internetgebrauch zu regulieren. Gleichzeitig weitet es seine Kontrollen aus, so dass Aktivisten über die Einschränkung der Meinungsfreiheit klagen. Facebook und andere Social-Media-Firmen wie Twitter sind in China verboten."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.03.2016 - Internet

Skype-Erfinder Jaan Tallinn warnt im Gespräch mit Andrian Kreye in der SZ vor einer Künstlichen Intelligenz, die intelligenter wäre als die Menschen: "Wenn man etwas schafft, das potenziell schlauer ist als Menschen, wird es auch in der Lage sein, seine eigenen Technologien zu kreieren und so die technologische Entwicklung zu übernehmen. An diesem Punkt sollten wir aufpassen, dass das Wertesystem dieser Technologie mit dem unserem übereinstimmt und sie keinen Blödsinn mit Dingen anstellt, die uns wichtig sind. Mit der Umwelt zum Beispiel."
Stichwörter: Künstliche Intelligenz

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.03.2016 - Internet

Mit der leicht nassforschen Aufforderung "Bitte wählen Sie nicht AfD" (als seien seine Leser allesamt gefährdet und warteten nur auf seine Analyse) verbindet Sascha Lobo in seiner jüngsten Spiegel-online-Kolumne die Erkenntnis, dass die AfD eine Internetpartei sei: "Man erkennt das zum Beispiel daran, dass die AfD die meisten Facebook-Fans aller deutschen Parteien hat. In erstaunlicher Größenordnung: mit rund 242.000 Fans hat sie mehr als CDU (102.000), SPD (98.000) und FPD (41.000) zusammengenommen (Stand: 8. März). Ihr fehlten beim Aufbau Strukturen und Mittel klassischer Parteien, deshalb hat sie sich des nächstliegenden, preiswertesten Mittels bedient: des Internets."
Stichwörter: AfD, Lobo, Sascha

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.03.2016 - Internet

Eigentlich ist Cora Stephan ganz gern auf Facebook, trotzdem überlegt sie, sich von Facebook zu verabschieden. Seit sich die politischen Lager auch dort bekriegen, macht ihr die ganze Sache keinen Spaß mehr: "In Zeiten wie diesen folgt eher die Entfreundung anstelle der erwünschten Auseinandersetzung. Und wehe dem, der sich aus purer Neugier einer Gruppe zuwendet - sagen wir einmal: 'Wir lesen 'Deutschland von Sinnen''? (Ja, genau, der Bestseller des kürzlich wegen etwas, was er nicht gesagt hat, durchs Dorf getriebenen 'Hasspredigers' Akif Pirinçci.) So einer erhält schon einmal die Nachricht eines wohlmeinenden Freundes, man möge da 'schleunigst austreten und die Sache richtigstellen', so etwas mache im Netz ganz schnell die Runde. (Ach ja? Und was, wenn?)"
Stichwörter: Facebook, Stephan, Cora

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.03.2016 - Internet

In der SZ erklärt Evgeny Morozov, warum das Silicon Valley das "bedingungslose Grundeinkommen" propagiert. Weil es ein schlimmer Finger ist: "Das Grundeinkommen würde Tech-Firmen ein progressives, soziales Image geben, während sie den Weg frei machen zu weiteren Expansionen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 03.03.2016 - Internet

Unter der reichlich melodramatischen Überschrift "Wie wir Sklaven von Google wurden" (die trotz allem vom Artikel nicht gedeckt wird) wendet sich die Ökonomin Shoshana Zuboff in der FAZ gegen einen Kapitalismus, der auf den Überwachungspotenzialen des Internets beruht und als dessen treibende Kraft sie Google ansieht: "Wir sind jetzt die Ureinwohner, deren Ansprüche auf Selbstbestimmung stillschweigend von den Karten unseres eigenen Verhaltens verschwunden sind. Sie wurden getilgt durch einen verblüffenden, dreisten Akt der Enteignung durch Überwachung, der das Recht beansprucht, in seinem Hunger nach Wissen und Einfluss auf unsere Verhalten keinerlei Grenzen zu achten. "

Sehr viel gelassener klingt der Philosoph Markus Gabriel, der im Interview mit Johan Schloemann in der SZ sagt: "Der Gesetzgeber muss sicherstellen, dass neue Technologien, die ja zum Teil sehr zu begrüßen sind, nicht mehr Schaden anrichten, als sie Nutzen bringen. Das selbstfahrende Auto sollte also dann zugelassen werden, wenn klar ist, dass es keinen mehr gefährdet als ein herkömmliches."