9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.02.2019 - Kulturmarkt

Die auf Kartellrecht spezialisierte Anwältin Stephanie Pautke erklärt im Interview mit Michael Roesler-Graichen vom Börsenblatt das komplizierte kartellrechtliche Prozedere, das einsetzen würde, falls Akteure wie Libri oder Bertelsmann den insolventen Grossisten KNV übernehmen wollten. Es gäbe für den Insolvenzverwalter auch eine einfachere Alternative: "Natürlich ist es denkbar, dass ein Unternehmen als Käufer auf den Plan tritt, das bisher überhaupt nicht im Buchmarkt aktiv gewesen ist. Oder auch ein Finanzinvestor. Für den Insolvenzverwalter ist die Kartellrechtsfrage insofern relevant, als diese Einfluss auf Faktoren wie Kaufpreis, Transaktionsrisiken und den Zeitfaktor hat. Und warum sollte er dann nicht in Betracht ziehen, das Unternehmen an einen Bieter zu verkaufen, bei dem kartellrechtliche Risiken keine Rolle spielen?"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.02.2019 - Kulturmarkt

Im Interview mit  Sabine Cronau vom Börsenblatt spricht Thomas Bez, einer der Gesellschafter des Grossisten Umbreit, über die Insolvenz der Branchengröße KNV, die große Verunsicherung bei Buchhändlern und Verlagen auslöst. Die Krise von KNV gilt zwar als hausgemacht, aber sie ereignet sich vor dem Hintergrund eine geschwächten Branche, die einige ihrer heiligsten Prinzipien aufgegeben hat, so Bez: "Das Buchpreisbindungsgesetz regelt zwar die Grenzen der Konditionenpolitik, aber daran halten sich viele Lieferanten nicht, um bei den Großabnehmern nicht 'ausgelistet' zu werden. Es fließen Werbekostenzuschüsse und Boni, Verlagsauslieferungen 'vergolden' Verlagen den Wechsel, Barsortimente zahlen 'Eintrittsgebühren', um mit großen Ketten ins Geschäft zu kommen. Die innere Aushöhlung der Preisbindung, die ich ja schon lange kritisiere, schreitet voran."

Im Gespräch mit Dina Netz von Dlf schildert Jörg Sundermeier vom Verbrecher-Verlag die Auswirkungen der Krise: "Jetzt können Verlage teilweise KNV gar nicht mehr beliefern, das heißt, KNV kann dieses Ware momentan nicht mehr ausliefern, und dementsprechend können die Buchhändler das auch nicht mehr anbieten."
Stichwörter: Buchbranche, Knv, Knv-Insolvenz

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.02.2019 - Kulturmarkt

Gregor Dotzauer hat für den Tagesspiegel zur Insolvenz des Buch-Grossisten KNV recherchiert: "Vor allem kleinere Verlage machen einen bedeutenden Teil ihres Umsatzes über diesen Zwischenhandel. Bei einem regulären Zahlungsziel von 90 Tagen sehen sie derzeit vor allem die Einkünfte aus dem Weihnachtsgeschäft bedroht. Derzeit gibt es keinerlei Informationen, ob sie jemals etwas von diesem Geld wiedersehen werden. Der Bonner Verleger Stefan Weidle klagt, dass die Hälfte seines Umsatzes über KNV laufe."

Der Verleger Klaus Schöffling findet im Gespräch mit Welt-Redakteur Marc Reichwein über die Krise des Grossisten und Barsortimenters KNV ein paar selbstkritische Worte für die Branche: "Wir sind als Buchhandel längst nicht mehr in der Lage, etwas gegen Amazon zu unternehmen. Die Branche ist letztlich nicht solidarisch. Wenn alle Verlage Amazon mit seinen Rabattforderungen gemeinsam auf die Finger hauen würden, wäre durchaus etwas zu erreichen. Nur dass das passiert, ist eine große Schimäre. Wenn einer den Aufstand gegen Amazon probt, wie in der Vergangenheit Diogenes, steht keiner dem anderen bei."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.02.2019 - Kulturmarkt

"Die Regierung muss ja nicht immer nur die Deutsche Bank retten", schreibt der Gründer des Verbrecher Verlags, Jörg Sundermeier in der taz mit Blick auf die Insolvenz des Grossisten KNV, die die gesamte Branche aufstört. Die Insolvenz sei zwar nicht die Folge der Buchhandelskrise, aber sie bringe viele Verlage und Buchhändler in Bedrängnis: "Nicht nur verlieren einige Verlage vielleicht mehrere lebenswichtige zehntausend Euro, auch wird KNV von vielen Firmen nun nicht mehr beliefert. Das Unternehmen soll bereits Lieferengpässe haben und angebundene Buchhandlungen schlechter bedienen können, was wiederum diesen Buchläden Probleme bereitet." Benno Stieber erkundet für die taz die Hintergründe der Insolvenz, die hausgemacht sei.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.02.2019 - Kulturmarkt

Nach der spürt Insolvenz des Buchgroßhändlers KNV spürt SZ-Autor Thomas Jordan den Schockwellen in der Verlagsbranche nach, etwa beim Kleinverleger Stefan Weidle: "'Die Einnahmen der letzten zwei Monate werden nicht ausbezahlt', sagt der Bonner Kleinverleger. Für viele Kollegen von Weidle ist das besonders schmerzlich, weil damit auch die Einnahmen des Weihnachtsgeschäfts des vergangenen Jahres auf dem Spiel stehen. Bücher, die Verleger vor Weihnachten an KNV geliefert haben, sind noch nicht bezahlt. 'Das wird einige kleinere Verleger in den Tod reißen', befürchtet Weidle."
Stichwörter: Knv, Knv-Insolvenz, Verlagsbranche

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.02.2019 - Kulturmarkt

"Keiner ist nicht betroffen", schreibt Torsten Casimir im Börsenblatt des deutschen Buchhandels zur Meldung, die die ganze Buchbranche gestern leicht verstörte: Der große Zwischenbuchhändler KNV, der Hunderte von Buchhändlern beliefert, hat Insolvenz angemeldet. Es wird zwar erwartet, das ein Investor gefunden wird, so dass der Betrieb fortgeführt werden kann. Aber die Meldung zeigt, dass es im Gefüge der Branche knirscht. Vor allem kleinere Verlage müssen sich Sorgen machen, so Casimir: Und "viele der unzähligen unabhängigen Buchhandlungen, die KNV als erstes Barsortiment nutzen, können sich bisher auch dank der intensiven Serviceleistungen der Stuttgart-Erfurter noch in der Zone der Wirtschaftlichkeit halten. Was passiert in dieser kleinteiligen Struktur, wenn die Rationalisierungseffekte des Barsortiments entfallen würden?"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.01.2019 - Kulturmarkt

(Via turi2) Hartmut Falter von der Mayerchen und Michael Busch von Thalia sprechen mit Christina Schulte vom Börsenblatt über die Fusion der beiden familiengeführten und filalreichen Großbuchhandlungen (unser Resümee). Auf die Frage, wie die Verlage auf die neue Marktmacht reagieren, deutet  busch an, dass sich die Konzernverlage (Randomhouse und Holtzbrinck) mehr freuen als die anderen: "Uns war, ist und bleibt auch in Zukunft die gute Zusammenarbeit mit Verlagen sehr wichtig. Wir sehen, dass vor allem Verlage, die auch international tätig sind, eine ganz andere Perspektive haben als einige, der ausschließlich in Deutschland agierenden. Diese internationalen Verlage bewerten das Marktgleichgewicht und unsere neue Konstellation im deutschen Markt als positiven Aspekt, der in vielen anderen Ländern fehlt."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.01.2019 - Kulturmarkt

Die Buchhandelskette Thalia gehörte vor nicht allzulanger Zeit dem Kosmetik- und Handelskonzern Douglas. Nun kehrt sie geradezu symbolisch in den Schoß von Buchhändlerfamilien zurück und fusioniert mit einer weiteren Familienbuchhandlung, der Mayerschen, schreibt Hannes Hintermeier in der FAZ. Da ist einerseits die Familie Herder, die heute bei Thalia das Wort führt. Und "die Gründerfamilie Kreke hält einen Minderheitenanteil, weitere die Familie Göritz und der langjährige Thalia-Geschäftsführer Michael Busch. Nun betritt mit der Familie Falter ein fünfter Gesellschafter die Brücke, denn Hartmut Falter soll von der Zentrale der Mayerschen in Aachen aus und unter Fortführung des dortigen Stammhauses die Integration der beiden Unternehmen leiten." Was alles nicht heißt, dass Thalia nicht weiter weiter in den Städten kleineren Buchhändlern schärfste Konkurrenz macht. Mehr über den "Konzentrationshammer" beim Buchreport.
Stichwörter: Buchhandel, Integration, Kosmetik

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.12.2018 - Kulturmarkt

Paul Ingendaay berichtet in der FAZ über zusammenbrechende Buchhandlungen in Brasilien - schon jetzt müssen riesige Gebiete des Landes ganz ohne sie auskommen: "Der Markt für erzählende Literatur ist innerhalb der letzten fünf Jahre um mehr als vierzig Prozent geschrumpft. Der Austausch über Bücher hat sich, wie der in Berlin lebende Schriftsteller Rafael Cardoso kürzlich in einem Zeitschriftenbeitrag schrieb, in ein Selbstgespräch der Eliten verwandelt."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.12.2018 - Kulturmarkt

(Via turi2) Die Deutschen kaufen weit weniger Bücher als vor zehn Jahren, berichtet unter anderem die Wirtschaftswoche unter Bezug auf Zahlen des Statistischen Bundesamts: Nur noch etwas mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland hätten 2017 Print- oder elektronische Bücher gekauft, vor zehn Jahren habe der Anteil noch bei 65 Prozent gelegen. "In absoluten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Im vergangenen Jahr haben 20,2 Millionen private Haushalte Bücher gekauft (54 Prozent). Vor zehn Jahren waren es noch 23,4 Millionen Haushalte gewesen. Zudem gaben Haushalte, die Bücher oder E-Books kauften, durchschnittlich weniger Geld dafür aus."