Zu Beginn der
Frankfurter Buchmesse beruhigt Buchmessenchef
Juergen Boos in der
FR die Verlage: Zwar sei die Zahl der BuchkäuferInnen zurückgegangen, die
Umsätze sind es aber nicht, was vor allem den Preissteigerungen zu verdanken ist. "Der Buchhandel ist eine der
stabilsten Branchen in der Welt", so Boos. "Bei uns in Deutschland ist eine Sättigung des Buchmarktes eingetreten. Aber wir sehen zugleich Wachstum auf den Buchmärkten in Nordamerika, Südostasien. Wir haben zum ersten Mal wieder einen Gemeinschaftsstand aus Kuba. Es kommen Verlage aus 107 Ländern nach Frankfurt. Und Fachbesucher aus 140 bis 150 Ländern. Das ergibt insgesamt ein differenzierteres Bild." Und auch der
Handel mit Rechten wächst: "Wir verzeichnen bei den teilnehmenden Agenten ein Wachstum um 5,6 Prozent."
Der Staat soll
kleinen Buchverlagen helfen,
fordert Klaus Hillenbrand in der
taz: "Kleine Verlage haben die Bundesregierung um Hilfe gebeten. Die will
einen Verlagspreis ausloben. Das ist freundlich, aber es wird absehbar nicht reichen. In einer Zeit, in der die Leser sich um ihre künftigen Bücher sorgen müssen, wäre es angemessen, dass sie auch ihren Verlegern zur Seite stehen - und Subventionen für ihre kleinen, von der Pleite bedrohten Verlage fordern."
Jens Uthoff
schildert in einer dazugehörigen Reportage die schwierige Lage der Kleinverlage: "Mit dem Münchener
A1 Verlag, dem
Stroemfeld Verlag und dem Tübinger
Klöpfer & Meyer Verlag sind in letzter Zeit wichtige Kleinverlage eingestellt worden, insolvent geworden oder akut von Insolvenz bedroht." Uthoff weist auch auf mögliche Modelle einer Förderung hin: "In den deutschsprachigen Nachbarländern gibt es bereits Verlagsförderung. In
Österreich können kleine Verlage für ihre Frühjahrs- und Herbstprogramme sowie für Marketingkosten Fördergelder von jeweils 10.000 bis 60.000 Euro beantragen." Dirk Knipphals
regt im
taz-Dossier außerdem an, Lesegruppen zu gründen.
Lothar Müller beobachtet in der
SZ, das die Messe zugleich ihre Führungsrolle im Lizenzhandel verliert und sich mehr und mehr wie Leipzig als "Feier" des Buchs präsentiert: "Das Buch wird
als Leitmedium inszeniert, weil es diese Position zu verlieren droht. Wer in die Branche hineinhört, stößt auf ein Stimmengewirr, in dem sich Beunruhigung und Beschwichtigung mischen."
Das
Dilemma der Verlage angesichts der Digitalisierung, von Amazon und der Smartphones
schildert Rüdiger Wischenbart im
Perlentaucher: "Für die 'Alten' ist es an solchen Bruchstellen stets dramatisch schwierig,
den Spagat zu üben, nämlich mit dem Strategie-Denk- und Management-Kopf energisch das Neue hereinzuholen, und doch gleichzeitig das '
Bestehende' weiterzuführen. Die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Erlöse für die Eigentümer werden immer noch aus dem 'Altgeschäft' finanziert."
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