9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

351 Presseschau-Absätze - Seite 22 von 36

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.05.2019 - Kulturmarkt

Für so etwas interessiert sich die Öffentlichkeit ja nicht, aber für die gebeutelten Verlage und kleine Buchhändler ist es ein Problem: die Post erhöht das Porto für die bisher besonders günstigen Buchsendungen. Im Gespräch mit dem Börsenblatt erklärt Alexander Schauer von der Post/DHL, warum: "Grundsätzlich liegen auch die neuen Tarife preislich noch unterhalb des Maxi-Briefs - Produkte, die nicht ganz so laufzeitsensibel sind, lassen sich weiterhin vergleichsweise günstig versenden. Außerdem vereinfachen wir die Handhabung, etwa indem der Versand künftig verschlossen möglich ist. Das heißt, die Nutzung von Versandbeutelklammern und dergleichen fällt weg. Für manche eine Kleinigkeit, für andere eine sehr praktische Erleichterung."
Stichwörter: Buchbranche, Buchhandel, Porto

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.04.2019 - Kulturmarkt

Im neuen New Yorker Kulturzentrum The Shed kosten die Tickets nur zehn Dollar, Überkurator Hans Ulrich Obrist holt trotzdem die größten Namen und für Diversität ist auch gesorgt - mit einem "bathroom for all genders" und afroamerikanischen Konzerten, stöhnt Sarah Pines in der FAZ: "Alles richtig gemacht, so scheint es auf den ersten Blick. Man kann den Umbau verschmutzter Industriebrachen in hochprofitable Orte mit Restaurants, Galerien oder performance spaces aber auch zynisch finden; die Underground-Charme versprechenden Komplexe, die dann gern 'Warehouse' heißen oder 'Die Fabrik' oder eben 'Schuppen' spielen mit ihren Namen auf jene Arbeiterklasse an, die hier längst vertrieben wurde, und locken mit einer düster intellektuellen Verruchtheit und einer gewagte Kulturexperimente suggerierenden Aura jene Investoren an, deretwegen die Arbeiter keinen Wohnraum im ehemaligen Herzen der Stadt finden."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.03.2019 - Kulturmarkt

Sehr nüchtern schildert das Börsenblatt nach Lektüre der ganz neuen Bilanzzahlen die Krise des Grossisten KNV, beziehungsweise von dessen Holding F. Volckmar GmbH & Co. KG. Der Umsatz lag bei  532,7 Millionen Euro, die Verluste lagen 2017 und 2016 jeweils bei 17 bis 18 Millionen Euro. Und "Die Verbindlichkeiten betrugen Ende 2017 insgesamt 256,627 Millionen Euro und hatten zum allergrößten Teil Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr."
Stichwörter: Knv, Knv-Insolvenz

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.03.2019 - Kulturmarkt

Höchst interessant liest sich ein Blogbeitrag des Kleinverlags Voland und Quist, der die Auswirkungen der KNV-Insolvenz schildert: "Am Anfang stand die Überraschung: Die Nachricht über die Insolvenz des Buchgroßhändlers KNV hatten wir nicht erahnt. Beim ersten naiven Erörtern der Auswirkungen auf uns schien das eine Kleinigkeit zu sein, kleine Bilanzkorrektur, mehr nicht. Aber nur wenige Tage später war das Ausmaß klar: Offene Rechnungen von über 65.000 Euro. Und von Gespräch zu Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen wurde die Stimmung schlechter. Getroffen hat es die Verlage ganz unterschiedlich. Bei uns sind es 12 Prozent vom Jahresumsatz, bei einem Kollegen gar 20 Prozent, während es bei einem anderen gerade mal 0,3 Prozent sind.
Stichwörter: KNV, KNV-Insolvenz, Kleinverlage

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.03.2019 - Kulturmarkt

Die Buchhändler Hartwig Bögeholz und Wolfram Schwarzbich wenden sich im Börsenblatt mit Blick auf die Insolvenz des Grossisten KNV gegen "die Schimäre Branchenharmonie". Die Brancheninterna in dem Artikel sind für Außenstehende nicht immer leicht nachzuvollziehen. Aber eine der Ursachen der Insolvenz von KNV scheinen die Autoren im Konzentrationsprozess bei Buchhandlungen zu sehen: Größere Ketten verlangen größere Rabatte: "Warum wohl geht der größte Zwischenbuchhändler in die Knie? Weil er vom Kettenzusammenschluss unmittelbar betroffen ist, weil er die logistische Struktur für die kleinere der beiden Ketten betreibt − und dieses Geschäft in Kürze verlieren wird. Dieses zeitigt in jedem Fall gravierende Folgen, selbst wenn es die selbst verursachten Bauchklatscher beim Scheitern des Anspruchs, die Logistik neu erfinden zu wollen, nicht gegeben hätte." Die Folgen der Insolvenz sind wegen der sehr hohen Schulden bei KNV noch nicht ausgestanden, warnen die beiden Autoren.
Stichwörter: KNV, Buchmarkt, Knv-Insolvenz

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.02.2019 - Kulturmarkt

Die Krise ist nicht alles. Die Buchbranche leidet. Aber das Storytelling boomt. Rüdiger Wischenbart wirft im Perlentaucher einen Blick auf den Strukturwandel der Öffentlichkeit, in dem auch Chancen für Autoren und die Branche liegen müssten: "Die Zahl der potenziellen Leserinnen und Leser wächst. Das wird nur selten wahrgenommen. Dies gilt einerseits weltweit. In Schwellenländern von China und Indien bis Mexiko und Brasilien entstand eine neue Mittelklasse aus vielen hundert Millionen Menschen, mit Wünschen nach Bildung und Unterhaltung, nach Geschichten und Wissen. Doch der globale Absatz von Büchern wuchs marginal."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.02.2019 - Kulturmarkt

Die auf Kartellrecht spezialisierte Anwältin Stephanie Pautke erklärt im Interview mit Michael Roesler-Graichen vom Börsenblatt das komplizierte kartellrechtliche Prozedere, das einsetzen würde, falls Akteure wie Libri oder Bertelsmann den insolventen Grossisten KNV übernehmen wollten. Es gäbe für den Insolvenzverwalter auch eine einfachere Alternative: "Natürlich ist es denkbar, dass ein Unternehmen als Käufer auf den Plan tritt, das bisher überhaupt nicht im Buchmarkt aktiv gewesen ist. Oder auch ein Finanzinvestor. Für den Insolvenzverwalter ist die Kartellrechtsfrage insofern relevant, als diese Einfluss auf Faktoren wie Kaufpreis, Transaktionsrisiken und den Zeitfaktor hat. Und warum sollte er dann nicht in Betracht ziehen, das Unternehmen an einen Bieter zu verkaufen, bei dem kartellrechtliche Risiken keine Rolle spielen?"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.02.2019 - Kulturmarkt

Im Interview mit  Sabine Cronau vom Börsenblatt spricht Thomas Bez, einer der Gesellschafter des Grossisten Umbreit, über die Insolvenz der Branchengröße KNV, die große Verunsicherung bei Buchhändlern und Verlagen auslöst. Die Krise von KNV gilt zwar als hausgemacht, aber sie ereignet sich vor dem Hintergrund eine geschwächten Branche, die einige ihrer heiligsten Prinzipien aufgegeben hat, so Bez: "Das Buchpreisbindungsgesetz regelt zwar die Grenzen der Konditionenpolitik, aber daran halten sich viele Lieferanten nicht, um bei den Großabnehmern nicht 'ausgelistet' zu werden. Es fließen Werbekostenzuschüsse und Boni, Verlagsauslieferungen 'vergolden' Verlagen den Wechsel, Barsortimente zahlen 'Eintrittsgebühren', um mit großen Ketten ins Geschäft zu kommen. Die innere Aushöhlung der Preisbindung, die ich ja schon lange kritisiere, schreitet voran."

Im Gespräch mit Dina Netz von Dlf schildert Jörg Sundermeier vom Verbrecher-Verlag die Auswirkungen der Krise: "Jetzt können Verlage teilweise KNV gar nicht mehr beliefern, das heißt, KNV kann dieses Ware momentan nicht mehr ausliefern, und dementsprechend können die Buchhändler das auch nicht mehr anbieten."
Stichwörter: Buchbranche, Knv, Knv-Insolvenz

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.02.2019 - Kulturmarkt

Gregor Dotzauer hat für den Tagesspiegel zur Insolvenz des Buch-Grossisten KNV recherchiert: "Vor allem kleinere Verlage machen einen bedeutenden Teil ihres Umsatzes über diesen Zwischenhandel. Bei einem regulären Zahlungsziel von 90 Tagen sehen sie derzeit vor allem die Einkünfte aus dem Weihnachtsgeschäft bedroht. Derzeit gibt es keinerlei Informationen, ob sie jemals etwas von diesem Geld wiedersehen werden. Der Bonner Verleger Stefan Weidle klagt, dass die Hälfte seines Umsatzes über KNV laufe."

Der Verleger Klaus Schöffling findet im Gespräch mit Welt-Redakteur Marc Reichwein über die Krise des Grossisten und Barsortimenters KNV ein paar selbstkritische Worte für die Branche: "Wir sind als Buchhandel längst nicht mehr in der Lage, etwas gegen Amazon zu unternehmen. Die Branche ist letztlich nicht solidarisch. Wenn alle Verlage Amazon mit seinen Rabattforderungen gemeinsam auf die Finger hauen würden, wäre durchaus etwas zu erreichen. Nur dass das passiert, ist eine große Schimäre. Wenn einer den Aufstand gegen Amazon probt, wie in der Vergangenheit Diogenes, steht keiner dem anderen bei."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.02.2019 - Kulturmarkt

"Die Regierung muss ja nicht immer nur die Deutsche Bank retten", schreibt der Gründer des Verbrecher Verlags, Jörg Sundermeier in der taz mit Blick auf die Insolvenz des Grossisten KNV, die die gesamte Branche aufstört. Die Insolvenz sei zwar nicht die Folge der Buchhandelskrise, aber sie bringe viele Verlage und Buchhändler in Bedrängnis: "Nicht nur verlieren einige Verlage vielleicht mehrere lebenswichtige zehntausend Euro, auch wird KNV von vielen Firmen nun nicht mehr beliefert. Das Unternehmen soll bereits Lieferengpässe haben und angebundene Buchhandlungen schlechter bedienen können, was wiederum diesen Buchläden Probleme bereitet." Benno Stieber erkundet für die taz die Hintergründe der Insolvenz, die hausgemacht sei.