9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.02.2016 - Kulturmarkt

Joachim Güntner berichtet in der NZZ von dem Berliner Kongress "future!publish" über die digitale Transformation des Buchmarkts, bei dem offenbar nicht viel herauskam. Eine kleine Erklärung sprang immerhin dafür heraus, warum noch so wenige Verlage ihre Ebooks direkt an die Leser verkaufen: Diese Idee "brüskiert bei uns die dabei leer ausgehenden Buchhändler. Das dicht gestrickte Netz an Buchhandlungen, das in Amerika fehlt, bei uns aber eine rasche Versorgung garantiert, möchten hiesige Verleger nicht missen. Direktverkäufe sind noch immer schambesetzt."
Stichwörter: Buchmarkt, Ebooks, Transformation

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.01.2016 - Kulturmarkt

Lena Niethammer erzählt in der taz über mehrere illustrierte Seiten hinweg, wie Künstler - darunter der Schriftsteller Tilman Rammstedt - ihre Projekte per Crowdfunding finanzieren: "Allein auf der Onlineplattform Kickstarter kamen seit 2009 rund 615 Millionen Dollar für über 138.000 Projekte in den Bereichen Film, Musik, Kunst, Theater, Fotografie und Tanz zusammen. Künstler stellen ihre Konzepte vor, per Klick können Nutzer sie mit unterschiedlichen Beträgen unterstützen. Je nach Summe bekommen sie dafür eine Gegenleistung. Wer sich bei Tilman Rammstedts Projekt für die 50-Euro-Variante entscheidet, dem wird am Ende eine E-Book-Version zugesandt, in der eine der Hauptfiguren den eigenen Namen trägt."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.01.2016 - Kulturmarkt

Der amerikanische Pen Club hat trotz Widerständen vieler Gegenstimmen im letzten Jahr daran festgehalten, Charlie Hebdo mit einem Preis auszuzeichnen. Währenddessen nimmt die International Publishers Association das Blogger peitschende und köpfende Saudi Arabien auf, schreibt Rüdiger Wischenbart auf seinem Blog: "Die IPA hat bisher noch keine Kriterien in seinen Statuten, wer überhaupt Mitglied sein und somit bei der Vergabe des renommierten 'Freedom to Publish'-Preises mitstimmen darf. die Kontroverse über die Entscheidung des letzten Jahres, Saudi Arabien und China aufzunehmen hat deutlich gemacht, wie wichtig solche Statuten wären."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 04.01.2016 - Kulturmarkt

In der SZ beschreibt Lothar Müller, wie sich Buchhandlungen zu modernen Literaturhäusern umwandeln, um im digitalen Geschäft zu überleben: "Der Gegensatz von stationärem Buchhandel und Online-Buchhandel hat ausgedient. Alle nutzen möglichst alle Verkaufskanäle."

In Berlin hat der kubanische Künstler Roberto Diago seine erste Ausstellung eröffnet, Boris Pofalla berichtet in der Zeit über eine regelrechte Goldgräberstimmung auf Havannas Kunstmarkt.
Stichwörter: Diago, Roberto, Kuba, Havanna

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.12.2015 - Kulturmarkt

In der taz kann Brigitte Werneburg die Klagen über den hypertrophen Kunstmarkt nicht mehr hören. Wie wäre es mal wieder mit ein bisschen Institutionenkritik? "Just von diesen Kunst- und Kulturstiftungen, Forschungseinrichtungen, Thinktanks, Kunst- und Kulturgremien mit ihren Stipendien und vielfältigen Projektförderungen und nicht vom Kunstmarkt, am allerwenigsten von der Milliardärskunst, aber droht der widerständigen Kunst und der unangepassten Künstlerin Gefahr. Denn mit ihren ­Förderungs-, Beratungs- und Professionalisierungsmaßnamen regulieren, steuern und greifen diese Einrichtungen, wie etwa die Bundeskulturstiftung oder das Goethe-Institut, um nur zwei wichtige Institutionen zu nennen, weit mehr in die künstlerische Autonomie der Akteure ein, als der internationale Kunstmarkt..."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.12.2015 - Kulturmarkt

Das Buchhaus und Antiquariat Stern-Verlag in Düsseldorf, die größte Buchhandlung Deutschlands, die allerdings nicht konzerngebunden war, wird schließen, melden buchreport.de und andere Medien: "Mitten in der Hochphase des Weihnachtsgeschäfts hat Inhaber Klaus Janssen (80) seinen Mitarbeitern die Schließung des Düsseldorfer Buchhauses für Ende März angekündigt. Die Mitarbeiter sollen laut Rheinischer Post einen Ausgleich in Form eines umfangreichen Sozialplans erhalten."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.12.2015 - Kulturmarkt

Ulla Unseld-Berkéwicz tritt aus der operativen Leitung des Suhrkamp Verlags zurück. Verleger und Geschäftsführer ist jetzt Jonathan Landgrebe, der mit FAZ-Redakteurin Sandra Kegel über die Veränderungen auf dem Literaturmarkt spricht: "Es gibt mehr Spielräume für die Leser, was sie lesen und wie sie auf Bücher aufmerksam werden. Es gibt nicht mehr diesen einheitlichen Raum, in dem der Dialog zwischen Autoren, Verlagen, Buchhandlungen, Feuilletons und Lesern selbstverständlich stattfindet. Deshalb muss man bei jedem einzelnen Buch etwas stärker als früher darüber nachdenken, wie man es vermittelt." Landgrebe kritisiert auch sehr scharf das neue Urhebervertragsrecht, das Autoren mehr Rechte gibt, und die Entscheidung des EuGH, das Verleger nicht mehr an Abgaben für Autoren partizipieren lassen will. Kegel begrüßt Suhrkamp außerdem in einem Leitartikel auf Seite 1 des politischen Teils der FAZ in ruhigerem Fahrwasser.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.11.2015 - Kulturmarkt

Für den Pariser Kulturmarkt, besonders die Konzertveranstalter, sind die Pariser Massaker eine Katastrophe, schreibt Thomas Hahn in der Welt: "Ähnlich hart trifft es die Kinos in und um Paris. Um mehr als die Hälfte, auf lächerliche 65.000 Besucher pro Tag, sank der Andrang, vor allem am Nachmittag. Und das erklärt auch schon, wer hier vor allem fehlt. Es sind die Kinder und Jugendlichen. Sie stehen praktisch unter elterlich verhängter Ausgangssperre, und Schulausflüge finden im Großraum Paris selbst in dieser Woche nicht statt."
Stichwörter: Konzertveranstalter

9punkt - Die Debattenrundschau vom 25.11.2015 - Kulturmarkt

(Via turi2) Bertelsmann will Penguin Random House nun komplett übernehmen und dem Pearsons-Konzern für angeblich 2 Milliarden Euro die restlichen 47 Prozent abkaufen, meldet unter anderen der Standard:"Der deutsche Medienkonzern und sein britischer Partner hatten im Oktober 2012 das Zusammengehen ihrer Verlage Random House und Penguin Books angekündigt und sich zudem verpflichtet, ihre Anteile mindestens drei Jahre zu halten. Bertelsmann hat ein Vorkaufsrecht. Das deutsche Unternehmen lehnte einen Kommentar zu den Informationen ab."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.11.2015 - Kulturmarkt

Oje, der Börsenverein ist empört, und das merkt man selbst in der Meldung über das lang erwartete Urteil des EuGh, das Verlage nicht als Urheber betrachtet und darum ihren Status bei Ausschüttungen in der VG Wort annulliert: "Der Grund: Sie seien formal keine Rechteinhaber im Sinne der europäischen Urheberrechtsrichtlinie InfoSoc (2001/29/EG). Seit dem frühen 19. Jahrhundert ist es geltendes Recht, die Ausschüttungen von Verwertungsgesellschaften zwischen Verlagen und Autoren aufzuteilen. Das geschieht deshalb, weil Verlage für ihre Leistungen honoriert werden müssen." Müssen? Die Richter haben's anders gesehen. Boersenverein.de zitiert auch den Vorsitzenden des Verlegerausschusses, Matthias Ulmer: "Die EU-Kommission, die ohnehin an Urheberrechtsänderungen arbeitet, hat jetzt die Pflicht, das zügig zu korrigieren." Hintergünde zum Urteil, für das der Urheberrechtler Martin Vogel seit Jahren gekämpft hat, erklärt David Pachali bei irights.info.

Im Gespräch mit Alexis Petridis vom Guardian erklärt Prince seinen berühmten Spruch von 2010 "Das Internet ist völlig out.": "Was ich damit meinte, war, das es out war für jeden, der bezahlt werden möchte, und ich hatte recht damit. Sagen Sie mir einen Musiker, der mit digitalen Verkäufen reich geworden ist. Aber Apple geht's ganz gut, oder?"

Außerdem: In der SZ erklärt Cornelia Funke, warum sie in den USA einen eigenen Buchverlag gegründet hat.