Das Urteil datiert schon vom April, darum ist es ein Signal, dass das
FAZ-Feuilleton den
Oberreaktionär der Digitalisierungskritik im Buchwesen,
Roland Reuß, zu Beginn der Buchmesse von der Leine lässt, um eine "Kriegserklärung gegen das Buch"
anzuprangern. Er nimmt es ganz allein mit "Bibliotheksverband, DFG, BMBF, Google und Konsorten" auf und polemisiert insbesondere gegen die EU-
Abgeordnete von der Piratenpartei
Julia Reda und den Vorsitzenden des EU-Parlaments (und einstigen Liebling des
FAZ-Feuilletons)
Martin Schulz. Natürlich ohne ihre Namen zu nennen, wie es sich für ein führendes Feuilleton gehört! Am BGH-Urteil stört Reuß, dass es Bibliotheken erlaubt, Bücher zu digitalisieren (mehr
hier) und dass es die Perspektive des Leser stärkt: "Es ist, als könnte die von Google, Amazon, Facebook und den Bibliotheksvertretern von morgens bis abends eingehämmerte,
allein relevante Konsumentenperspektive nunmehr unbefragt auch in der Jurisdiktion ein quasi natürliches Monopol für sich beanspruchen - und hier wird es auch in einer Demokratie gefährlich, denn es gibt auch einen Terror der Mehrheit, die
Freibier für alle will."