Jan Feddersen
unterhält sich für die
taz mit dem türkischen Journalisten
Nedim Türfent, der sechs Jahre im Gefängnis war, nachdem er über die Misshandlung kurdischer Bauarbeiter durch die Polizei berichtete und der jetzt in Deutschland ist, ebenso wie der andere Gesprächspartner
Can Dündar. Das Leben investigativer Journalisten wird nicht leichter, sagen beide, auch nach den Auflagen, die für
Julian Assanges Freilassung gemacht wurden. Die Türkei ist erst recht "ein Gefängnis für Journalisten", sagt Dündar. "Ich frage meine deutschen Kollegen oft, ob sie das Risiko eingehen würden, über eine riskante Geschichte zu berichten, wenn sie wüssten, dass
die Polizei morgens an ihre Tür klopft, sie auf unbestimmte Zeit inhaftiert,
vielleicht sogar foltert. ... Leider ist es in einigen Ländern notwendig, solche Risiken einzugehen, um sicherzustellen, dass die Öffentlichkeit die Wahrheit erfährt. Pressefreiheit und Demokratie können nicht verteidigt werden, ohne einen Preis zu zahlen."
Die
ARD plant
massive Einsparungen, auch im Kulturbereich. Gleichzeitig soll das Programm eher auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten, Formate der "Hochkultur" eingeschränkt werden. Alexander Teske
schaut sich in der
taz an, was die geplanten Neuerungen für Folgen haben könnten: "Ähnlich radikale Auswirkungen wie das
finanzielle Kürzen und Umschichten wird die gemeinsame Koordination der ARD auf Programm und Mitarbeiter haben. Derzeit ist es so, dass jede
ARD-Anstalt selbst ein Buch oder einen Film bespricht. Künftig soll es ein virtuelles Beitragsregal geben, aus dem sich alle bedienen können. Es soll
nur noch eine Besprechung geben. Die
ARD verspricht sich Kosteneinsparungen. Voraussetzung dafür wäre eine gute Abstimmung. 'Noch ist es ein großes Rätsel, wie das funktionieren soll', heißt es in den Redaktionen. Der
Lyriker Alexandru Bulucz vom PEN Berlin gibt zu bedenken: 'Stellen Sie sich mal vor, die Rezension ist ein Verriss. Jetzt kann man durch die Vielfalt auf ein ausgewogenes Bild hoffen. Später würden alle diesen Verriss senden.'"