9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.09.2023 - Medien

In eigener Sache: Uns erreichen immer wieder Anfragen von Lesern, die enttäuscht sind, dass sie Artikel, die wir erwähnen oder auf die wir verlinken, nicht lesen können: Sehr oft legen die Medien heute Zahlschranken vor die Artikel. Das heißt nicht, dass man die Artikel nicht lesen kann, schreibt uns Rainer Glaap, der auf seinem Blog eine nützliche Anleitung präsentiert: "Viele Leser:innen wissen gar nicht, dass sie möglicherweise schon Zugang zu einer großen Zahl von Medien haben über ihre Bibliotheksausweise. Und wenn keine vorhanden sind: Ausweise für die Stadt- oder Uni-Bibliothek sind für jedermann/frau zugänglich und immer günstiger als die Abonnements der einzelnen Zeitungen und Zeitschriften " Auf Glaaps Website findet sich eine Liste mit Medien, deren Artikel sich so aufrufen lassen.
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9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.09.2023 - Medien



Dänemark will ein neues Blasphemiegesetz erlassen, um der peinlichen Koran-Verbrennungen Herr zu werden, die die diplomatischen Beziehungen zu muslimischen Ländern so stören. Das alte  Blasphemiegesetz war erst 2017 abgeschafft worden. Gegen das Gesetzesvorhaben wendet sich ein Appell von Charlie Hebdo, der auch von skandinavischen Medien unterzeichnet wurde: "Wenn Korane verbrannt werden, kann dies aus schlechten Gründen geschehen, aber auch aus guten Gründen: als Protest gegen totalitäre Regime wie im Iran oder in Afghanistan, die das religiöse Buch benutzen, um ein ganzes Volk zu terrorisieren und ihre Gegner zu unterdrücken. Iranerinnen, die sich weigern, ein Kopftuch zu tragen, sind Gotteslästerinnen. Afghanische Frauen werden von den Taliban verfolgt, wenn sie zur Schule gehen wollen. Durch die Verabschiedung dieses Gesetzes macht sich die dänische Regierung zum Komplizen dieser tyrannischen und mörderischen Regimes, deren Macht vollständig auf der völligen Unterwerfung unter den Koran beruht. Durch die Verabschiedung dieses Gesetzes wird die dänische Regierung zum Verbündeten und Diener des iranischen und des Taliban-Regimes. In einer Demokratie ist die einzige legitime Macht die des Volkes. In einer Demokratie können alle Formen der Macht durch die öffentliche Debatte in Frage gestellt, verspottet und lächerlich gemacht werden."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 01.09.2023 - Medien

Bei seinem Besuch in der Redaktion der Zeitschrift Osteuropa wird Cord Aschenbrenner (SZ) von den Chefredakteuren Manfred Sapper und Volker Weichsel gleich mit einem Witz begrüßt: "Als er das Aufnahmegerät des Gastes sieht, grinst Volker Weichsel und sagt, man könne die Aufzeichnung des anstehenden Gesprächs doch auch einfach in Moskau anfordern. 'Wir wissen, dass wir ausreichend relevant sind, um abgehört zu werden.'" Im Verlauf des Gesprächs geht es dann auch um den Vorwurf, keiner der vielen Osteuropaspezialisten habe den Angriff auf die Ukraine wirklich vorausgesehen, den Weichsel "wohlfeil" nennt: "Warnungen ... habe es 'sehr, sehr viele' auch in Osteuropa gegeben. Bereits im Juli 2021 hatte Osteuropa die Rede Wladimir Putins 'Über die historische Einheit der Russen und der Ukrainer' gedruckt - ein Schlüsseltext Putin'schen imperialen Denkens, die geistige Mobilmachung auf dem Weg zur Invasion des Nachbarlandes. Tausende Male sei die Rede abgerufen worden, erzählt Manfred Sapper, 'wir waren die Einzigen, die das zur Verfügung gestellt haben'. Das war aber noch nichts im Vergleich zu dem Artikel von zwei ukrainischen Autoren über den Kriegsschauplatz um den Kachowka-Stausee in der südlichen Ukraine. Er erschien im ersten Heft des Jahres 2023, kurz bevor russisches Militär den Staudamm am 6. Juni sprengte. Die Redaktion zählte danach mehr als 70 000 Zugriffe online auf den Text..."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 31.08.2023 - Medien

Reichlich proklamatorisch klingt, was die beiden Medienwissenschaftler Leif Kramp und Stephan Weichert in der taz in einem Grundsatzzartikel über Journalismus heute schreiben: "Wir brauchen einen neuen 'alten' Journalismus, der sich an ethischen Grundtugenden und demokratischen Werten orientiert, der die Menschen dadurch überzeugen kann, dass er ganzheitlich und transparent agiert, dass er Kontexte diskutiert. Und dass er sich frei von Abhängigkeiten macht - von Geldgebern, ökonomischen Launen, politischen Einflüssen und den digitalen Infrastrukturen des US-amerikanischen Tech-Kapitalismus. Hass und Hetze, auch Propaganda - Beispiel Ukrainekrieg - erfordern einen souveränen, selbstbestimmten, wehrhaften Journalismus, der die Bürgerinnen und Bürger resilienter macht - in schlechten und für schlechte Zeiten. Er darf keiner anderen Mission folgen als dem Gemeinwohl." Das ganze ist wohl ein Eröffnungstext für einen Kongress über "Nonprofit-Journalismus", der sich aus Spenden und Subventionen finanzieren soll.

Die RBB-Interimsintendantin Katrin Vernau, die auch gern dauerhaft ins Amt gekommen wäre, ist im Moment in allen Medien präsent. In der FAZ beschreibt sie ihre Visionen für einen erneuerten RBB. Unter ihrer Leitung sei es gelungen, "aus dem scheinbar trägen Anstaltstanker ein Reformschnellboot" zu machen. Nun fordert sie mehr Digitalisierung und Regionalisierung des Programms und fordert außerdem neue Statitisken: "Wie benötigen... eine einheitliche Messgröße, die unsere Relevanz über alle Verbreitungswege hinweg misst. Diese oberste Erfolgskennzahl ist die Zeit, die den Menschen täglich für den Medienkonsum zur Verfügung steht, und der Anteil daran, den wir davon mit unseren Angeboten bei unserem Publikum sind. Erst darunter ist es dann sinnvoll, die Erfolgsmessung nach Fernsehen, Hörfunk und Internet zu differenzieren." Auch im Gespräch mit dem Tagesspiegel kann Vernau ihre Verdienste nicht genug loben: "Ruhe und Sachlichkeit sind zurückgekehrt. Anstatt über die Krise und die Vergangenheit, haben wir wieder über die Zukunft des Programms gesprochen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.08.2023 - Medien

Wie konnte es dem ORF passieren, gleich zwei russische Propagandavideos in einem zweiminütigen Beitrag zum Ukrainekrieg einzubauen, hakt Florian Bayer in der taz heute nochmal nach (unser Resümee). Der ORF blieb auf taz-Anfrage Antworten schuldig, dabei handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall, so Bayer: "ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz berichtet seit 2013 aus der Ukraine und fällt genauso lang durch die Verbreitung prorussischer Narrative auf. Bereits im Zuge der Euromaidan-Proteste betonte Wehrschütz vor allem die gewaltbereiten Demonstranten. Im Zuge des russischen Einfalls im Donbass 2014 sprach er von 'Rebellenrepubliken' und vermittelte das Bild eines Bürgerkriegs. (…) Das journalistische Handwerk begann Wehrschütz in den 1980er Jahren bei der rechtsextremen Zeitschrift Aula, deren Chefredakteur er wurde. Sein allererstes Interview führte er mit dem Holocaustleugner David Irving. Die 1988 gegründete Tageszeitung Der Standard nannte er mit antisemitischer Anspielung einen 'selbsternannten Gralshüter des politischen Liberalismus, der wohl mehr der Ostküsten-Mentalität der Vereinigten Staaten […] entsprechen dürfte'. Bis 2002 war Wehrschütz, damals schon jahrelang beim zur Objektivität verpflichteten ORF, FPÖ-Mitglied."

Die alte Belegschaft des Journal du Dimanche ist weg, nachdem sie gegen die Ernennung des extrem rechten Chefredakteurs Geoffroy Lejeune gestreikt hatte (unsere Resümees) - ausgetauscht wurde sie gegen gleichgesinnte rechte Journalisten, berichtet Jürg Altwegg in der FAZ. Nach einem peinlichen Fehlstart kommt die neuste Ausgabe nun mit dem Titelthema Schule und Kritik am Freihandelsabkommen mit der Ukraine daher, aber immerhin ist es "kein braunes Kampf- und fremdenfeindliches, rassistisches Hetzblatt", räumt Altwegg ein: "Doch es frönt den Themen und Obsessionen der populistischen und extremen Rechten. Für Politiker und Beobachter könnte es zur Pflichtlektüre werden, um zu beobachten, was sich auf dieser Seite des politischen Spektrums tut. (…) Die Machtübernahme beim Journal du Dimanche bleibt indes eine Schande: Ein Milliardär kauft eine bestens eingeführte, traditionsreiche Zeitung, verordnet ihr eine radikal andere Ausrichtung, die Redaktion tritt geschlossen ab, ein neuer Chef tritt an. Als Reaktion auf Bollorés Übernahme des JDD hat Emmanuel Macron angekündigt, die französische Medienlandschaft gesetzlich neu zu ordnen. Zunächst soll es um die Presseförderung und das Steuersystem gehen. Ohne staatliche Subventionen kommen viele Zeitungen und Magazine nicht über die Runden."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.08.2023 - Medien

In der FAZ fragt Claudius Seidl, warum die SZ es nötig fand, ihre Seite 3 zu Aiwanger literarisch aufzubrezeln. "Unbeeindruckt vom Krawall nach politischer und moralischer Substanz zu fragen wäre eigentlich der Auftrag des Journalismus. Im Fall von Hubert Aiwanger tut die Süddeutsche aber nur so, als fragte sie. 'Ist dieses Flugblatt wirklich die Linie vom Gestern ins Heute, von Mallersdorf nach Erding?' Erding, das meint die verstörende Rede Aiwangers, der dort forderte, die Mehrheit solle sich 'die Demokratie zurückholen'. Ja, sagt der Artikel - der suggeriert, dass im Populisten Aiwanger ein Nazi stecke. Und dass die tapferen Reporter dessen Welle jetzt aber endlich gebrochen hätten. Als Drama ist das trivial. Und als Journalismus die grundfalsche Form. Die Vorwürfe wiegen ja so schwer, dass das ganze Drama nicht nötig gewesen wäre."

Auch Uebermedien-Gründer Stefan Niggemeier findet die Inszenierung der Geschichte durch die SZ  "problematisch, weil sie nicht nüchtern über die Vorwürfe berichtet, sondern all jenen Munition gibt, die ihr unterstellen, eine Agenda zu haben: Aiwanger kurz vor der Wahl wegzuschreiben. Es ist ein Text, dem jede Distanz zu sich selbst fehlt, und der gleich mit einem Balanceakt auf der Meta-Ebene beginnt: 'Man sollte nicht mit dem Flugblatt anfangen, nicht mit dem 'Vergnügungsviertel Auschwitz' und dem antisemitischen Wahnsinn. Man sollte zweieinhalb Wochen zurückspulen, um zu begreifen, welche Welle dieser Mann gerade reitet. Und um die Wucht zu erfassen, mit der die Welle nun brechen könnte.' In den ersten beiden Sätzen spricht der Text mit sich selbst und diskutiert, wie er sein sollte. Dem Publikum erklärt er auf diese Weise, was er damit erreichen will. Und am Ende des Absatzes nimmt der Text seine eigene erwartete Wirkung schon vorweg: Er geht davon aus, dass diese Recherche, die eigene Recherche, die Macht haben kann, die riesige 'Welle' zu brechen, die Aiwanger gerade reite."

In der taz hat Mohamed Amjahid kein Problem mit dem SZ-Text: "Es ist durchaus angebracht, transparent zu machen, wo man als Autor*innenteam steht. Beim Thema Antisemitismus, wie auch bei anderen Formen der Menschenfeindlichkeit, kann man auch argumentieren, dass eine Ablehnung dieser Menschenfeindlichkeit die Basis für guten Journalismus sein kann. Jede Redaktion muss da für sich den Weg finden, eine vielfältige Medienlandschaft erledigt den Rest."

Der Entwurf des neuen RBB-Staatsvertrags ist fertig: Eine Gehaltsobergrenze für Intendanten zwischen 180.000 und 230.000 Euro ist vorgesehen, meldet unter anderem Joachim Huber im Tagesspiegel. Zudem "wird anders dirigiert und mehr kontrolliert. Ausgehend von den Vorschlägen der Landesrechnungshöfe soll die Senderspitze verschlankt und statt eines allmächtigen Intendanten soll künftig ein Kollegialorgan aus Intendant oder Intendantin und zwei Direktoren agieren. Der Verwaltungsrat als Sachverständigengremium soll Aufsichtstätigkeit künftig als vergütetes Nebenamt statt wie bisher ehrenamtlich ausüben."

Für den aktuellen Intendantinnenvertrag mit der neuen RBB-Chefin Ulrike Demmer ist das Gesetz noch nicht verbindlich - und dennoch gibt es offenbar Probleme: Demmer hat noch immer keinen Dienstvertrag, berichtet Claudia Tieschky in der SZ. Fraglich sei auch, ob Demmer den Sparplan ihrer Vorgängerin mit nur zwei Direktoren in den Griff bekommt: "'Die Gremien wollten ein Zeichen setzen, unterm Strich wird das den Sender aber mehr kosten', hört man von kritischen Stimmen aus dem Sender. Hat die Findungskommission eine Low-Budget-Intendantin fürs Schaufenster durchgesetzt?"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.08.2023 - Medien

Ist der ÖRR zu links? Im Interview mit der FR winkt der Medienforscher Wolfgang Schweiger ab: Einem Jan Böhmermann im ZDF steht schließlich ein Dieter Nuhr in der ARD gegenüber, meint er. Außerdem missverstehen viele den Beruf des Journalisten. "Viele meinen, Journalisten dürften gar nicht kommentieren. Sie verstehen nicht, dass ein guter Kommentar einseitig sein muss, weil er dem Publikum ein Angebot für die eigene Meinungsbildung machen will. Die Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nutzen diese Missverständnisse und brandmarken Kommentare immer wieder als Nachweis journalistischer Einseitigkeit. Doch solange es in den Öffentlich-Rechtlichen gleichermaßen konservative, liberale und linke Kommentare gibt, ist das ausgewogen und sinnvoll."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.08.2023 - Medien

In der taz erzählt Michael Sontheimer in einer Art Denkmal für den vor einem Jahr gestorbenen Christian Ströbele nochmal die Heldengeschichte von der Gründung einer linken Zeitung. Mit Ströbele, der an der Gründung der taz maßgeblich beteiligt war, hatte er sich vor einem Jahr unterhalten. Im posthumen Interview sagt Ströbele: "Neben den Zeitungen gab es ausschließlich öffentlich-rechtliches Radio und Fernsehen, Staatsmedien, die zu dieser Zeit viel intensiver von der Politik kontrolliert und gegängelt wurden als heute. Es existierte kein Internet, in dem sich alle nach Lust und Laune äußern können." Dass die taz zustande kam, "lag nicht zuletzt an zwei Leuten, an Max Thomas Mehr und mir. Max gehörte zum Kollektiv eines linken Buchladens, des 'Politischen Buchs' in der Lietzenburger Straße. Das Büro unseres Sozialistischen Anwaltskollektivs in der Meierottostraße lag nicht weit davon entfernt. Ich ging ab und zu ins Pol-Buch, um dort Bücher zu kaufen und einen Kaffee zu trinken, so lernte ich Max kennen. Und als wir uns mal wieder über die tendenziöse Berichterstattung der bürgerlichen Medien ärgerten, sagten wir: Mensch, man müsste doch endlich eine linke Tageszeitung gründen, die dem etablierten Mainstream etwas entgegensetzt."

Außerdem: ein Gespräch in der taz mit den Journalistinnen Marie Serah Ebcinoglu und Nelli Tügel über 15 Jahre Missy Magazin. Und in der NZZ berichtet Lucien Scherer über Vorwürfe sexueller Belästigung in der Schweizer Republik und der Wochenzeitung: "Für die Republik und die WoZ sind die Anschuldigungen in jedem Fall peinlich, auch weil beide Zeitungen gerne 'strukturellen' Sexismus in der Gesellschaft anprangern und sich viel auf ihre 'machtkritische' Haltung einbilden."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.08.2023 - Medien

"Ein neuer Typ Content-Manager" setzt in den Anstalten der ARD zum Kahlschlag an, warnt Hannes Hintermeier, der in der FAZ die Programmreform beim Bayerischen Rundfunk unter die Lupe nimmt. Dem bisherigen Sendeschema im Radio geht's an den Kragen. Die ARD will Kompetenzzentren gründen, um Redundanzen zu reduzieren, das ganze wird dann als Podcast bei Spotify platziert, so scheint deren Vision: "In einem anonymen Aufruf wird Stefan Maier, der Programmbereichsleiter von Bayern 2, zitiert, der die Frage aufgeworfen habe, ob ein Film oder ein Buch von neun Landesrundfunkanstalten besprochen werden müsse. Die Antwort, dass ein interessantes Kunstwerk mehr als eine Kritik verträgt und benötigt, scheint nicht mehr selbstverständlich. Gibt es künftig die eine, in der ganzen ARD gesendete Meinung zum neuen Roman von Clemens J. Setz, zum neuen Film von Maren Ade, zur Personale von Neo Rauch? Das täte dem kulturellen Föderalismus einen Tort an."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.08.2023 - Medien

Der Springer-Konzern und Julian Reichelt haben sich im Streit um vertrauliche Informationen, die der ehemalige Bild-Chef der Berliner Zeitung zugespielt hat (unsere Resümees), überraschend außergerichtlich geeinigt. Anna Ernst vermutet in der SZ, dass Springer-Chef Mathias Döpfner bei der Vorstellung, was Reichelt noch alles über ihre interne Kommunikation hätte auspacken können, kalte Füße bekommen hat: "Schon beim Gütetermin im Juni hatte Reichelts Anwalt Stephan Pötters einen kleinen Vorgeschmack auf das gegeben, was er und sein Mandant womöglich in der Hinterhand hatten... Man ahnt: Da hätte womöglich noch eine Menge Material auf Reichelts Smartphone geschlummert, das vor Gericht hätte Erwähnung finden können. Und man ahnt auch: Es könnte Döpfner und seinem Unternehmen nun womöglich doch zwei Millionen Euro wert gewesen sein, das alles unter der Decke zu halten."