100 Millionen Euro will Axel Springer in den kommenden drei Jahren bei
Bild und
Welt einsparen, unter anderem wird der
Zustellservice von
Bild am Sonntag und
Welt am Sonntag eingestellt, auch von
Stellenabbau ist die Rede, entnimmt Anna Ernst in der
SZ einer mit "
Euer Mathias" unterschriebenen internen Mail von
Mathias Döpfner. Geplant ist ein "Digital Only"-Unternehmen der Zukunft, man müsse sich darauf einstellen, dass Print eingestellt werde, so Döpfner. "Wer selber kündigen möchte, darf auf eine
Abfindungen hoffen, wenn der Verlag ihn gehen lassen will," weiß Ernst. "Der
SZ liegen Auszüge der Mitarbeiter-Fragen vor, die am Dienstag bei einer digitalen Konferenz im Chat vorgebracht wurden. '
Bild ist in wichtigen Ressorts extrem unterbesetzt. Wie passt das noch zusammen mit qualitativem Journalismus?', fragt dort ein Mitarbeiter Richtung Chefredaktion der
Bild. Es gebe kaum mehr Zeit für exklusive und investigative Recherchen, man sei mit den Kräften am Ende. Boie sieht die 'Herausforderungen' an anderer Stelle: 'Jede und jeder hier muss sich fragen: Bin ich
schon fit für diese Zukunft? Wo kann ich dazulernen?
Was fehlt mir?'"
In seinem Brief sagt Döpfner auch, dass "
Künstliche Intelligenz das Potenzial hat, den unabhängigen Journalismus besser zu machen als er je war - oder ihn einfach zu ersetzen",
berichtet Jonathan Yerushalmy im
Guardian. Was er genau sagte, war allerdings, dass Bots bestimmte Fleißrecherchen oder Archivrecherchen besser können, nur Journalisten dagegen Beweggründe verstehen, so die
FAZ: "Das ist
das Pathos, mit dem Döpfner gerne formuliert. Doch sind die hehren Ziele bei ihm mit
knallharten Gewinnerwartungen verbunden, die sich vor allem auf den amerikanischen Markt richten, in dem Döpfner mit Springer zur Weltmarke wachsen will. Und das, obwohl die Zahlen stimmen: 3,9 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2021, rund
eine dreiviertel Milliarde Gewinn. 18.000 Mitarbeiter hat Springer, davon sind 3400 Journalisten. Bei
Bild und
Welt stehen ihnen sehr ungemütliche Zeiten bevor. Den Kollegen bei Gruner + Jahr haben sie aber immerhin eines voraus: Ihr Oberboss glaubt an den Journalismus. Der
Bertelsmann-
Chef beerdigt ihn gerade."
Wird dieser
Murdoch-Skandal größer als der um die illegalen Telefon-Überwachungen vor einigen Jahren? Murdochs amerikanisches Sender-Imperium
Fox ist von der Firma
Dominion Voting auf Schadenersatz verklagt worden, weil einige Moderaten Trumps
Wahlfälschungslüge weiterverbreiteten und damit auch den Ruf der Firma schädigten. Murdoch musste in dem Prozess aussagen,
berichtet unter anderem Ed Pilkington im
Guardian: "Unter starkem Druck der Anwälte von Dominion gab er zu, dass mehrere Moderatoren von
Fox News - Lou Dobbs, Maria Bartiromo, Jeanine Pirro und Sean Hannity -
die Lüge unterstützt hatten, dass die Präsidentschaftswahlen 2020 Trump gestohlen und Joe Biden zugesprochen worden seien. 'Einige unserer Kommentatoren haben das gebilligt', sagte er. 'Ja, sie haben es gebilligt.' Murdoch versuchte, einen Unterschied zwischen den Moderatoren - 'Kommentatoren', wie er sie nannte -, die falsche Behauptungen über Wahlbetrug aufstellten, und
Fox selbst zu machen. Aber in anderen Teilen seiner niederschmetternden Aussage gab er zu, dass er
Wahlleugner wie Rudy Giuliani nicht aus dem Sender nahm, obwohl er die Macht dazu hatte." In der
taz hofft Steffen Grimberg, dass Murdoch diesmal so verliert, dass es
wehtut: "Dominion fordert
1,
6 Milliarden Dollar von Fox beziehungsweise Murdoch wegen Verleumdung. Dass erstmals überhaupt so ein Fall vor Gericht zugelassen wurde - die Hauptverhandlung soll im April beginnen -, ist eine gute Nachricht.
Möge Rupert verlieren! Eine solche Summe zahlt selbst er nicht mal eben aus der Portokasse."