Perlentaucher Thierry Chervel
lehnt die von der Bundesregierung geplante
Subvention von Zeitungen und Anzeigenblättern als "eine krasse
Wettbewerbsverzerrung" ab: Die wenigen tatsächlichen Online-Medien wie der
Perlentaucher oder die
Krautreporter stehen "mit unseren überaus heiklen Geschäftsmodellen
auch in Konkurrenz zu Zeitungen und zu den öffentlich-rechtlichen Sendern, die ebenfalls im Netz expandieren. Es geht um Aufmerksamkeit, teilweise um Werbeeinnahmen und natürlich um die Frage, wie das Publikum in digitalen Zeiten auf anspruchsvolle Weise informiert werden kann. Eine
einseitige Subventionierung, um die Zeitungen im Wahlkampf bei Laune zu halten, wäre ein Skandal. Also lieber gar keine."
Google fördert die Presse ebenfalls - und setzt wie die Bundesregierung dabei vor allem auf die etablierten und
einflussreichen Medien. Bisher gab es die Google News Initiative, die millionenschwere Subventionen für Medien wie
Spiegel und
FAZ bedeuteten. Nun kommt der "Google News Showcase" hinzu, eine Google-eigene News App, in die einige Medien - wieder unter anderem
Spiegel und
FAZ - gegen viel Geld Inhalte einspeisen,
berichtet Jann-Luca Künßberg in der
taz. Natürlich tut Google das, um die von der EU beschlossenen
Leistungsschutzrechte zu umgehen, so Künßberg: "Um ein solches Gesetz streiten sich die Verlage und Google seit Jahren. Es soll Google verpflichten, Geld an die Verlage zu zahlen, wenn es deren Texte oder Textausschnitte bei Google News anzeigt. Das dürfte nun obsolet werden: Mit der Teilnahme der Verlage an Googles neuem Programm Showcase dürften die
Lizenzansprüche abgegolten sein. Dass die Verlage kaum anders können, als Geld von Google zu nehmen, ist teils hausgemacht. Bis heute haben es viele Verlage nicht vermocht, funktionierende Finanzierungskonzepte für ihren digitalen Journalismus zu finden." Künßberg notiert übrigens auch, dass die mit Google kooperierenden Medien bisher nicht über das neue Modell berichtet haben, und kritische Berichte der
Welt zu "Google News Showcase" seien über Google nicht zu finden.
Außerdem: In der
FAZ berichtet Cai Tore Philippsen über das neue Crowdfunding der
Krautreporter (und behauptet, bis 2014 seien alle Internetmedien ohne Paywall zugänglich gewesen).