Sebastian Esser, Mitbegründer der
Krautreporter und der Membership-Plattform
Steady (mit derauch der
Perlentaucher zusammenarbeitet),
kritisiert in der
Berliner Zeitung die
Subventionen für die Printpresse, die unter anderem der Zustellung der gedruckten Zeitungen dienen sollen, aber auch dem Aufbau von Online-Shops und Rubrikenportalen: "Die
unabhängigen digitalen Medien haben sich aus eigener Kraft neue journalistische Geschäftsmodelle geschaffen. Sie hatten keine Rücklagen aus Zeiten, zu denen die Verlage noch Monopolisten waren und enorme Renditen erwirtschafteten. Sie konkurrieren aber mit den Verlagen um Reichweite, um Talente, um die Budgets der Bürger. Wenn jetzt die Regierung diese ohnehin übermächtige Konkurrenz mit enormen Summen ausstattet, verzerrt sie den Wettbewerb. Das schadet den Unternehmern, die früh den Sprung ins kalte Wasser gewagt haben. Sie
belohnt die Zauderer und bestraft die Pioniere."
Während sich früher kein Journalist dabei hätte erwischen lassen wollen, wie er
PR-
Material von Lobbygruppen für seine Artikel verwendet, funktioniert die journalistische Zusammenarbeit mit - meist den Grünen nahestehenden -
NGO ganz unkritisch,
moniert Lucien Scherrer in der
NZZ. Etwa bei den
Armutsberichten der Caritas: "Problematisch ist, dass diese sehr ideologisch motivierten Verlautbarungen meist widerspruchslos zitiert werden, als ginge es um wissenschaftliche Befunde oder
unbestrittene Tatsachen. So behauptet die Caritas via
Blick,
SRF und andere Medien regelmäßig, in der reichen Schweiz würden mehr als eine Million Menschen in Armut leben, um ihre Forderungen zu rechtfertigen. Diese Zahl basiert jedoch auf
äußerst großzügigen Definitionen des Begriffs 'Armut'. Das Bundesamt für Statistik zum Beispiel geht von 660 000 Armen aus. Und auch diese Schätzung basiert auf letztlich willkürlichen Grenzwerten. Die Sonntags-Zeitung bezeichnete die Armutsberechnungen der Caritas denn auch einmal als 'Unfug', 'Angstmacherei' und 'Politpropaganda'. Doch
solche Stimmen sind rar."
Hm, da scheint etwas
schief gegangen zu sein in der Talkshow von Jörg Thadeusz. Dieser Ausschnitt des Gesprächs mit der Nachhaltigkeitsforscherin
Maja Göpel (
"Unsere Welt neu denken") kursiert auf Twitter. Leider kann man nur eine emphatische Antwort von Göpel hören, aber nicht Thadeusz' Frage. Der
Link zur
ARD-Mediathek funktioniert nicht.