Bücherbrief

Tag für Tag sichtet der Perlentaucher die Buchkritiken der wichtigen Medien und fasst sie in seiner täglichen Bücher-Presseschau zusammen. Einmal im Monat verschicken wir einen Bücherbrief - hier präsentieren wir die Bücher, die in der Presse besonders gut besprochen wurden und die wir selbst am liebsten mochten. Der Bücherbrief bildet auch die Basis für unser Podcast "Bücherbrief live".
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Freiheit im Kopf

Bücherbrief 04.03.2023 Auch der dritte Bücherbrief des Jahres ist hochkarätig besetzt: Clemens J. Setz klärt uns nahezu zärtlich über die Hohlwelttheorie auf, Virginie Despentes zeichnet ein scharfes, aber versöhnliches Bild der französischen Gegenwart, Giuliano da Empoli schaut kenntnisreich und mit literarischer Eleganz in den Kreml, Michael Thumann beantwortet alle Fragen zum russischen Krieg gegen die Ukraine. Dies und mehr in unseren besten Büchern des Monats März.

Lesestoff mit Qualitätsgarantie

Bücherbrief 06.02.2023 Ein reichhaltiger literarischer Jahresanfang liegt hinter uns: Neue Romane von Arno Geiger, Peter Stamm, Juli Zeh, Ottessa Moshfegh oder Bret Easton Ellis sind erschienen - und natürlich können wir nicht alle abbilden. Wie immer haben wir uns für die besten und wichtigsten Bücher entschieden und auch die weniger besprochenen Perlen berücksichtigt: Den Roman von Tanya Pyankova zum Beispiel, die eindringlich, surreal und aus verschiedenen Perspektiven vom Holodomor erzählt. Außerdem führt uns Peter Stamm so witzig wie noch nie durch ein verwirrendes Spiegelkabinett, Chantal Akerman begibt sich auf Liebesspurensuche und Philipp Blom zeichnet die Geschichte der menschlichen Herrschaft über die Natur nach. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Februar.

Taumel im Tiefwasser

Bücherbrief 12.12.2022 Zum Ende nimmt das Bücherjahr nochmal ordentlich Fahrt auf: Mohamed Mbougar Sarr schreibt eine funkelnd poetische Satire über Identität und den französischen Literaturbetrieb, Alexei Salnikow taumelt fiebernd durch das postsowjetische Jekaterinburg, Mariette Navarro verliert die Kontrolle auf hoher See, und Chelsea Manning erzählt in ihrer Autobiografie von einer doppelten Befreiung. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Dezember.

So schmetterlingshaft schön

Bücherbrief 10.10.2022 Behzad Karim Khani jagt uns von der Iranischen Revolution ins koksverseuchte Neukölln der Neunziger, Juri Andruchowytsch lässt einen Radiomoderator und Ex-Revolutionär durch die Karpaten fliehen, der am Anschlag auf den "Vorletzten Diktator"  beteiligt gewesen sein soll. Sabine Adler beschreibt das deutsche Versagen in der Russlandpolitik und Giles Milton das Inferno von Smyrna. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Oktober.

Dieses Denken ist schön

Bücherbrief 04.06.2022 Yade Yasemin Önder erzählt verblüffend lustig, rotzig und ein bisschen morbide von Gewalt, Selbstoptimierung und dem Aufeinandertreffen der Kulturen, Juhani Karila lässt riesenhafte Rabbatze in der finnischen Pampa ihr Unwesen treiben, Wole Soyinka wütet beißend, scharfsinnig und ungebändigt gegen die mächtigen Dynastien in Nigeria und die Historikerinnen Franziska Davies und Katja Makhotina reisen zu osteuropäischen Erinnerungsorten des Zweiten Weltkriegs. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Juni.

Liebessurrogate

Bücherbrief 09.05.2022 Eckhart Nickel flirtet mit dem Biedermeier, Karl Ove Knausgard verhandelt große Fragen zu Verheißung und Apokalypse, Asako Yuzuki führt uns in die skurrile Lebenschule einer japanischen Serienmörderin und Gourmande,  Sudhir Hazareesingh erzählt vom Sklavenbefreier Toussaint Louverture, Ulinka Rublack beschreibt die Geburt der Mode in der Renaissance, und Sven Hanuschek liefert eine große Arno-Schmidt-Biografie. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai.

Odyssee der Zeitgenossenschaft

Bücherbrief 11.04.2022 Die Leipziger Buchmesse wurde zum dritten Mal abgesagt, der Bücherfrühling fällt dennoch reichhaltig aus: Mit Joyce'scher Wucht stemmt sich Joshua Cohen in "Witz" gegen die Verflachung der deutschen Erinnerungskultur, Szczepan Twardoch lässt uns in "Demut" die schweißtreibende Angst im Ersten Weltkrieg hautnah spüren, Tove Ditlevsen lässt in "Gesichter" präszise und menschlich Wahn und Realität verschwimmen und Stanislaw Assejew schickt anthropologisch präzise Texte aus dem Donbass. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats April.

Zwischen Paradies und Katastrophe

Bücherbrief 07.03.2022 Ein Bücherbrief unter besonderen Vorzeichen: Wie immer haben wir die am besten oder besonders kontrovers besprochenen Bücher ausgewählt, aber auch auf die traurige Aktualität in der Ukraine reagiert: Karl Schlögels sieben Jahre alter Essayband "Entscheidung in Kiew" ist das Buch der Stunde.  Catherine Belton blickt in "Putins Netz" in das mafiöse System früherer KGB-Agenten, Katerina Poladjan schildert den Alltag in der späten Sowjetunion zwischen bleierner Schwere und Aufbruch, und Vladimir Vertlib liefert in "Zebra im Krieg" auch eine Erklärung dafür, warum so viele russischsprachige Menschen der Propaganda Putins glauben. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats März.
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