Besprochen werden die Ausstellungen "Aber hier leben? Nein danke. Surrealismus und Antifaschismus" im Lenbachhaus München (SZ) und "Monet and London. Views of the Thames" in der Courtauld Gallery London (NZZ).
Ivan Padalka, Tomatenpflücken, 1932. Fünf Jahre später wurde Padalka zusammen mit anderen Bojtschukisten im Rahmen der Stalinschen Säuberungen erschossen. Bild: ArtHive, Gemeinfrei
Jens Malling stellt in "Bilder und Zeiten" (FAZ) die ukrainische Künstlerbewegung um Mychajlo Bojtschuk vor, die in den dreißiger Jahren Stalins Terror zum Opfer fiel. "Von der Ermordung der 'Bojtschukisten' und der Auslöschung ihres Werks führt eine direkte Linie zum Versuch des heutigen russischen Regimes, die Kultur der Ukraine zu beseitigen", so Malling. "Es waren oft epische, viele Quadratmeter messende Kompositionen für Sanatorien oder Theater, die das sowjetische Projekt verherrlichten, so wie Bojtschuk und seine Anhänger es verstanden. 'Ihre Kunst war sowjetisch und proletarisch, aber stets mit lokalen Motiven. Die Fresken sprachen ein ukrainisches Publikum an - insbesondere die Schicht der Bauern, die damals den größten Teil der Bevölkerung ausmachte', so [die ukrainische Kunsthistorikerin Katia] Denysova." Heute sind davon fast nur noch schwarz-weiß-Fotos geblieben, "denn seit Ende der Dreißigerjahre wurden die Malereien der Bojtschukisten systematisch zerstört. Sowjetische Kommissare ließen sie von den Wänden abkratzen, mit Hämmern abschlagen oder übermalen." Die prominentesten Mitglieder der Bewegung wurden hingerichtet. Warum? Stalin, der in den Dreißigern die ukrainischen Bauern verhungern ließ, wollte sie wohl nicht als Hauptdarsteller monumentaler Gemälde, und der nach Lenins Tod wiederaufblühende russische Chauvinismus ließ eine ukrainische Version sowjetischer Kunst wohl auch nicht zu, erklärt Denysova.
Weitere Artikel: Bettina Wohlfahrt besucht für die FAZ im Pariser Vorort Chatou das erste Museum für Kunst und Kultur des Sufismus: "Der Ausstellungsparcours über drei Stockwerke versteht sich als Erfahrung des spirituellen Aufstiegs, der bei der dritten und letzten Etappe symbolisch zum Raum der Veränderung und des reinen Lichts führt. Plastiken des marokkanischen Künstlers Younès Rahmoun begleiten diese Aufwärtsbewegung in der Initiation des Besuchers." In der NZZzeichnet Philip Meier den künstlerischen Werdegang Marina Abramovics nach, der das Kunsthaus Zürich gerade eine Retrospektive widmet. Michaela Nolte stellt im Tagesspiegel die Sammlerin Helene Kröller-Müller vor und ihr Kröller-Müller Museum im niederländischen Otterlo.
Amoako Boafo, White Nail Polish, 2021. Bildausschnitt. Foto: Roberts ProjectBesprochen werden die Alison Knowles Retrospektive im Museum Wiesbaden (FR), eine Ausstellung der Malerin Dora Hitz in der Villa Liebermann am Wannsee (Tsp) und eine Ausstellung des ghanaischen Künstlers Amoako Boafo im Wiener Belvedere (Standard-Kritiker Michael Wurmitzer ist begeistert! "Diese Bilder knallen. Sie wirken ganz direkt. Überlebensgroße Protagonisten schauen von ihnen aus dem Betrachter entgegen und oft geradewegs in die Augen. Selbstbewusste Individuen einer schwarzen Kultur. Ob sie eine coole Kappe aufhaben, einen großen Sonnenschlapphut, ihre Haare kurz abgeschnitten und blondiert haben oder kess ihre Brille mit spitzen Fingern die Nase herunterziehen. 'Wollen Sie was von mir?'").
Rosa Loy: Die andere Seite, 2009. Bild: Museum der schönen Künste.
Ingeborg Ruthe ist für die FR nach Tschechien gereist, um im Museum der schönen Künste in Liberec die Ausstellung "Verwobene Sphären" des Leipziger Künstlerpaars Neo Rauch und Rosa Loy zu sehen. In einem ehemaligen Schwimmbad, das nun das Museum beheimatet, fangen die Bilder an, miteinander zu kommunizieren: "Mit ihren märchenartigen Motiven flankiert die Malerin Rauchs verstörende 'Krönungs'-Zeremonie. Als wolle sie sagen, dass die Kunst eine Hoffnungsmaschine bilden kann. Als schaffe sie mit ihren farbleuchtenden weiblichen Figuren, die sich in keinem der Motive unterkriegen lassen, eine lebensfrohe, trotzige Unterströmung zu Neo Rauchs tiefsinniger Melancholie. Diese in den Tür-an-Tür-Ateliers der alten Leipziger Baumwollspinnerei entstandenen Werke, all diese frei fließenden mythologischen und märchenhaften Elemente, sind sehr intim. Doch sie lassen jeden Betrachter freundlich ein in diese Zeit-Raum-Ebenen zwischen Realem und Traum, auch Albtraum, zwischen Emotion und Flucht in die Distanz. Darauf angesprochen, wird Neo Rauch auf einmal witzig: 'Unsere Ausstellung ist total uncool; es entsteht Hitze durch emotionale Reibung.'"
"Keine Angst vor Francis Bacon", ermutigt Eva Ladipo in der FAZ, angesichts der Ausstellung "Francis Bacon: Human Presence" in der National Portrait Gallery in London. Bacon, vor allem als Chronist des Verstörenden bekannt, zeigt sich hier von einer anderen Seite, etwa in den Porträts, die er von Nahestehenden angefertigt hat: "Kein Modell sieht sich in Bacons Werken ähnlich, alle werden hässlich verzerrt. ... Ihn interessierten die körperlichen Ausströmungen und das 'Pulsieren'. Doch gerade deshalb zeugen die Bilder auch von Vertrauen, Loyalität und Kameradschaft innerhalb von Bacons berüchtigtem Freundeskreis." Manchen Bilder erscheinen Ladipo fast zärtlich, andere humorvoll: "Ein großes, farbenfrohes Gemälde zeigt seinen Liebhaber George Dyer mit dem untypischen Detail einer goldenen Armbanduhr. Der Legende nach soll Dyer dem Maler die gestohlene Rolex an ihrem ersten gemeinsamen Abend geschenkt haben. Fast zwangsläufig kulminiert die Ausstellung in dem berühmten Triptychon, auf dem der Selbstmord von Dyer dargestellt ist. Der animalisch verformte, bereits aufs Fleischliche reduzierte Geliebte übergibt sich, sitzt auf der Toilette und bricht zusammen. Doch selbst dieses rohe Abbild des Leids vermittelt mehr als Entsetzen, denn das dreiteilige Bildnis ist auch eine überwältigende Liebeserklärung an Dyer."
Weiteres: Eine Online-Petition fordert die Rückgabe der Nofretete nach Ägypten, berichtet der Tagesspiegel, bislang gibt es mehr als 21 000 Unterschriften. Monopol ist auf der KunstmesseContemporary Istanbul unterwegs.
In der Welt empfiehlt Hans-Joachim Müller wärmstens die Retrospektive zum Werk der Turiner Künstlerin Carol Rama, die die Schirn in Frankfurt ausgerichtet hat: Weniger Rebellion als hellwache Reflexion des 20. Jahrhunderts findet er hier: Rama war vielleicht "die Einzige, die aus ihrer untrüglichen Intuition für die Zerfallenheit und mehr noch für die Richtungslosigkeit der künstlerischen Dinge Kunst gemacht hat. Eine Künstlerin, die mit ungemein produktivem Gespür für das unrettbar verlorene Ganze und im Rhythmus der Brüche ihres Kunsterlebens ihr Werk immer wieder neu beginnen ließ. (...) Es ist, als fiele sich die Künstlerin ständig ins Wort und könnte selbst nicht ganz begreifen, wie es funktionieren konnte, dass sie sich im einen Lebensalter als hochbegabte Figurenmalerin bewährt, um im nächsten dem konstruktiv konkreten Zeitgeist zu huldigen und gleich wieder die informellen Muster aufzugreifen und die Bildmittel freier, gestischer, haptischer einzusetzen, um schließlich im Nachtdunkel der Arte povera zu versinken, ins Großformat zu wechseln und Fahrradschläuche schwarzen Bildwänden zu applizieren, die an ihnen hängen wie vor Generationen die Damenstrümpfe an der Wäscheleine."
Drama funktioniert in Schwarz-Weiß immer noch am besten, lernt Alexandra Wach (FAZ) in der Wiener Albertina vor den übergroßen fotorealistischen Kohlezeichnungen des amerikanischen Künstlers Robert Longo, die oft Schreckensmomente der jüngeren Geschichte festhalten: "Die dichte Präsentation wirkt, als hätte sie gerade erst das Atelier verlassen, was an einer um Autorität, Widerstand, Macht und Freiheit kreisenden Kunst liegen mag, deren Ausdehnung den ganzen Globus einschließt, von dem von Demonstranten getragenen Fotoporträt der ermordeten Iranerin Masha Amini bis zu vom Schnee bedeckten Tannen im Schwarzwald, über denen das Unheil des Klimawandels zu spüren ist. ... Bis auf eine rot blühende Rose vor schwarzem Hintergrund sind alle anderen Großformate im kontrastreichen Schwarz-Weiß gehalten, das für genug Distanz sorgt, um die Essenz der Situation ins Auge springen zu lassen. Longo hat als Legastheniker seine Kindheit vor dem Schwarz-Weiß-Fernsehen verbracht. Schwarz-Weiß ist für ihn 'eine Möglichkeit, die Wahrheit auszudrücken', sagt er in einem Interview im Katalog, während seine Kunst 'eine Form der Sühne' sei mit dem Ziel, die flüchtigen Bilder zu verlangsamen."
Besprochen werden außerdem zwei Berliner Ausstellungen der französisch-österreichischen Künstlerin Gisèlle Vienne im Haus am Waldsee als auch im Kolbe Museum (taz), die Ausstellungen "Form Matters, Matter Forms. Vom Readymade zum Warenfetisch" im Kunstmuseum Winterthur (NZZ), "Vom Teilen. Kunst an der (polnisch-deutschen) Grenze" im ZAK Zentrum für aktuelle Kunst in der Zitadelle Spandau (Tsp), "Aber hier leben? Nein danke" im Lenbachhaus in München über die Kunst des Surrealismus als politische Bewegung (taz) und die große Surrealismus-Ausstellung im Centre Pompidou (Tsp).
Praktiziert Bayerns Kunstminister Markus Blume in Sachen Restitution von Raubkunst nicht, was er predigt? Diesen Verdacht äußert Tobias Timm auf Zeit Online. Blume beklagte sich im Frühjahr dieses Jahres gemeinsam mit zwei Ministerkolleginnen anderer Bundesländer in der FAZ darüber, dass die bisher zuständige Beratende Kommission nicht in der Lage ist, Geschädigten angemessen zu helfen. Timm weißt nun darauf hin, dass Blume selbst in Sachen Restitution auf die Bremse drückt. Unterlagen, die der Zeit vorliegen, "belegen, dass eine Bronzeskulptur von Picasso, der Frauenkopf 'Fernande' aus dem Jahr 1906, nicht aus den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zurückgegeben wurde an die Erben des jüdischen, 1937 im Londoner Exil verstorbenen Galeristen Alfred Flechtheim. Der Generaldirektor des Museums und sein Vize hatten sich zunächst ausdrücklich für eine Rückgabe ausgesprochen. Bei zwei weiteren Kunstwerken von Paul Klee, 'Grenzen des Verstandes' und 'Sängerin der Komischen Oper' von 1927, weigert sich das Land Bayern, die für die Klärung von strittigen Raubkunstfragen zuständige Beratende Kommission anzurufen, wie zahlreiche Schriftsätze belegen. Obwohl auch in diesen Fällen die Museumsleitung bereits im Sommer 2023 auf eine solche Anrufung drängte." In der SZ berichtet Jörg Häntzschel über den - juristisch komplexen - Fall.
Nicola Kuhn trifft sich für den Tagesspiegel mit dem israelischen Künstler Navot Miller, dessen Arbeiten jüdische Religiosität und Queerness auf lebensbejahende Weise verbinden. Elke Buhr interviewt in monopol den K-Pop Star Dawn, der inzwischen auch als Künstler von sich reden macht. Ebenfalls für monopolbesucht Justine Konradt Wolfgang Laib, der in Oberschwaben an seinen meditativen Blütenstaubskulpturen arbeitet. Ingeborg Ruthe porträtiert in der Berliner Zeitung den belgischen Künstler James Ensor, einen Zeitgenossen der Expressionisten.
Besprochen werden die Ausstellung "The Wall" mit Fotografien von Birgit Kleber in der Alten Feuerwache Berlin (tsp) und die Ausstellung "Beyond Water" in der Stadtgalerie Kiel (taz).
Besprochen werden außerdem die Ausstellungen "Rudolf Klaffenböck. Bilder. Objekte" im Kunstverein Passau (FAZ), "Survival in the 21st Century" in den Deichtorhallen Hamburg (taz) und "Träum weiter" im C/O Berlin (taz).
Medardo Rosso: Ecce Puer, post 1920 (ca. 1906). Detail, Courtesy: Federico Fabbri, London. Foto: Galleria Russo, Rom Von Künstlern wurde er verehrt, dem breiten Publikum ist eher unbekannt: Entsprechend klug findet es Standard-Kritiker Michael Wurmitzer, dass das Wiener Mumok dem italienischen Bildhauer Medardo Rosso in einer großen Retrospektive eine "illustre" Schar von fünfzig weiteren KünstlerInnen zur Seite setzt, die Rosso bewunderten. Neben Werken etwa von Guillaume Apollinaire, Alberto Giacometti, Louise Bourgeois, Robert Morris oder Phyllida Barlow strahlen Rossos Skulpturen in ihrer Eigenart: "Steht man vor Enfant à la Bouchée de pain ('Kind in der Armenspeisung'), mag man auf den ersten Blick nicht sagen, wo bei dem Volumen vorne und wo hinten ist. So schwach heben sich Gesicht und Händchen nur aus den Verwerfungen der Gipsoberfläche. Man darf sagen: Das ist reizend anzuschauen. Man erkennt darin aber einen umfassenden Eigensinn. Rosso verweigerte alles, was die Skulptur im 19. Jahrhundert noch ausmachte. Den Anspruch der Allansichtigkeit unterlief Rosso, indem er Skulpturen in selbst und eigens gebauten Vitrinen mit je darauf abgestimmter Elektrobeleuchtung präsentierte. Die Rückseiten beließ er als rohe Klumpen, teils hohl oder mit stabilisierenden Metallbändern."
Weitere Artikel: Anlässlich seiner Ausstellung "Fotografie und Provokation" im Zürcher Museum für Gestaltung spricht der 82-jährige Fotograf Oliviero Toscani, berühmt geworden vor allem für seine Benetton-Kampagne in den Achtzigerjahren, im großen SZ-Interview mit Andrian Kreye, über den Tod, den Verlust der Realität durch Bilder, und die Gegenwart, die weniger frei und tolerant als damals erlebt: "Wir sind in Stammeskulturen zersplittert. Und wir haben kein Mitleid mehr. Vor allem nicht mit Menschen, die uns nichts bringen. Einwanderer sind nur dann gut, wenn sie gute Fußballspieler sind oder Geld mitbringen. Ich finde, wir sollten uns für die Geschichte der Einwanderung und der Integration schämen." Im Aufmacher des FAS-Feuilletons denkt Niklas Maak anlässlich der Ausstellung und Tagung mit dem Titel "Preserving the Brain: A Call for Action" in der Fondazione Prada in Mailand über Kunst und Hirnforschung nach. Auf den Bilder und Zeiten-Seiten der FAZ liefert Stefan Trinks einen Almanach der sehenswertesten Museen der siebzig Stationen umfassenden Ausstellungsserie "Pacific Standard Time" in Kalifornien. Besprochen werden außerdem die Ausstellung "Kindsköpfe - Kinderporträts vom Barock bis zur Romantik" in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau (FAZ) und die Art Basel (FAZ, Tagesspiegel).
Navot Miller, "A Pink Shul." Wannsee Contemporary Berlin. Foto: Jens Ziehe Der queere israelische Künstler Navot Miller ist 2013 nach Berlin gekommen, wollte eigentlich Architektur studieren, es hat ihn dann aber doch an die Kunsthochschule Weißensee verschlagen, erfährt Tagesspiegel-Autorin Nicola Kuhn im Interview anlässlich seiner Ausstellung "A Pink Shul" in der Wannsee Contemporary Galerie. Dort gibt es ungewohnte Perspektiven zu sehen: "Eine Synagoge, deren Innenraum quietschbunt ausgemalt ist, vor allem in diversen Rosatönen, Männer, die paarweise oder zu dritt umschlungen, mit dem Rücken zum Betrachter im Gebetsraum stehen, dazu auch noch nackt." Wie ist Miller zu diesen bunten Darstellungen gekommen? Er "erwarb zu Beginn in Melbourne ein Set mit Pastellkreiden in Neonfarben und war fortan für alle Zwischentöne verloren.Und die flächige Malweise, der summarische Stil, der an Illustrationen in Kinderbüchern erinnert? Auch dafür hat Navot Miller eine einfache Erklärung. Er mag eben die klare Darstellung von Spielzeugen, kleine Autos, Kartenspiele. Darauf bricht er auch seine Malerei herunter. Für seine Freundschaftsbilder greift er auf Fotos von seinen Liebhabern zurück."
Karlheinz Lüdeking legt in der FAZ dringend nahe, die William Kentridge-Ausstellung "Self-Portrait as a Coffee-Pot" im Arsenale Institute for Politics of Representation in Venedig zu besuchen, so lange sie noch zu sehen ist. Neun Filme werden auf Leinwänden gespielt und zeigen den Künstler im Atelier: "Bäume haben es Kentridge besonders angetan... man erinnert sich, dass auch Picasso, als er für den Film von Clouzot auf einer Glasscheibe malte, eine unbewusste Vorliebe für gewisse anthropomorphe Figurationen erkennen ließ. Wenn man verfolgt, wie Kentridge einen dicken, runden Pinsel ergreift und mit schwarzer Tusche geschwungene Linien auf ein Papier malt, bemerkt man, wie seine Hand von links nach rechts und gleichzeitig von oben nach unten oszilliert. Solche Handbewegungen sieht man auch, wenn er mit einem Stück Kohle Schraffuren anlegt oder diese ausradiert. Man spürt einen Enthusiasmus des Machens. "
Weiteres: Der Tagesspiegel sieht sich auf dem neuen Pariser Ableger der Art Basel um. Besprochen werden die Ausstellungen "Mexican Prints at the Vanguard" im New Yorker Metropolitan Museum (taz) und "Textile Universen" von Gunta Stölzl und Johannes Itten im Kunstmuseum Thun (FAZ) und die Ausstellung .
Passt arme Kunst in reiche Museen? Manchmal nicht allzu gut, findet Bernhard Schulz in monopol angesichts einer "Arte Povera"-Ausstellung im Pariser Bourse de Commerce: "Die Protagonisten der Arte Povera liefen gegen die etablierte Institution des Museums Sturm, aber auch ihnen bleibt nicht erspart, am Ende doch im Museum zu landen. Die Präsentation im clean-coolen Gehäuse des White Cube, des neutralen Museumsraumes, übernimmt die Pinault-Stiftung in ihrem Pariser Haus, der von Tadao Ando so edel-minimalistisch hergerichteten Bourse de Commerce. Wer die ein oder andere Aktion der Arte-Povera-Künstler außerhalb des Museums erlebt und erfahren hat, wird ein bisschen wehmütig sein angesichts der jetzigen, gewissermaßen staubfreien Präsentation. Künstler wie Mario Merz, Jannis Kounellis oder Luciano Fabro, um nur einige der großen Namen zu nennen, wollten ja gerade die ästhetischen Potenziale der Nicht-Kunst-Materialien freilegen, wollten weg vom Künstler-Genie und hin zum handwerklichen Produkt."
Außerdem: Bei Sotheby's wurde zum ersten Mal ein von einem Roboter gemaltes Bild versteigert, gibt unter anderem der Standard durch.
Besprochen werden die Ausstellung "Yalla. Arabisch-jüdische Berührungen" im Jüdischen Museum Hohenems (Standard) und "Helen Frankenthaler: Painting Without Rules" im Palazzo Strozzi, Florenz (Tagesspiegel).
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