Wer Jean Tinguely immer noch als einen "Schweizer Dinosaurier" unterschätzt, der lediglich "vollkommen anachronistische Macho-Monumentalmaschinen aus Stahl zusammengeschweißt" habe, der soll sich aufmachen zu einer monumentalen Werkschau im Hangar Bicocca, Mailand, empfiehlt Stefan Trinks in der FAZ. Tinguely, zeigt sich hier, war schlicht "einer der bedeutendsten Kinetiker: sein Interesse an Bewegung und Modi der visuellen Wahrnehmung verlegt er in Maschinen, die ihrerseits eine Eigengesetzlichkeit der Kinesis bewirken. Manche zerstören sich partiell durch Abnutzung und wandeln sich, andere bringen neue Maschinen hervor und werden so selbst zu Künstlern. Seine Zeichenmaschine 'Méta-Matic', die gegen einen Jeton zu benutzen ist, schafft je nachdem, wie nahe zum Papier man den Filzstift in sie einspannt, immer wieder neue Originale, ist also selbst künstlerisch tätig."
Besprochen werden die Ausstellung "L'Or des Ming. Fastes et beautés de la Chine impériale (XIVe-XVIIe siècle)", die im Pariser Musée GuimetKunsthandwerk der Ming-Dynastie präsentiert (NZZ), die Ausstellung "Surrealismus" im Centre Pompidou (SZ), Daniela Comanis Schau "Reading Room" im Berliner Kunstverein Am Rosa-Luxemburg-Platz e. V. (taz Berlin), Elmgreen & Dragsets "L'Addition" im Musée d'Orsay, Paris (monopol) und Melvin Edwards' Ausstellung "Some Bright Morning" im Fridericianum, Kassel (monopol).
Chaïm Soutine: Les Maisons, 1921, Musée de l'Orangerie, Paris. Bild: gemeinfrei/Wikipedia Maria Becker (NZZ) spürt in der Ausstellung "Gegen den Strom" im Kunstmuseum Bern das Leiden des in der Nähe von Minsk geborenen jüdischen Malers Chaïm Soutine, der zeitlebens ein Getriebener und im Kunstbetrieb ein Außenseiter blieb, bis er mit knapp fünfzig Jahren an einem Magenleiden starb: "Menschen, Tiere, Bäume, Häuser - alles ist von gewaltsamer Bewegung erfasst. Wellen gehen durch Landschaften wie Erdbeben, Gesichter schauen uns aus Porträts gleichsam in existenzieller Nacktheit entgegen. Tierkadaver in Stillleben scheinen noch immer zu leiden wie Opfer brutaler Gewalt. Soutines Bilder sind ungeschönt; er wühlt in den Farben, als müsste er diese dem Fleisch anverwandeln. Was kam da aus ihm heraus? Der Maler scheint sich mit jedem seiner Motive zu identifizieren. Auch heute noch wirkt vieles krass durch die mit leuchtender Farbschönheit gepaarte Gewalt. Soutine ist expressiv, aber kein Maler des Expressionismus erreicht solche Intensität." Seine Modelle waren Dorfkinder, Dienstmädchen und Hotelpagen, er malte "ihre Unsicherheit und ihr Misstrauen, ihre Ängste und ihre Ärmlichkeit."
Edith Rimmington: "Museum". Bild: The Estate of Edith Rimmington. Photo credits : Chris Harrison Photography, Holt. Norfolk Heute vor hundert Jahren veröffentlichte André Breton sein surrealistisches Manifest, dem Jubiläum widmet das Pariser Centre Pompidou eine Ausstellung, die ihresgleichen sucht, staunt Martina Meister in der Welt. Die Schau ist angelegt als Labyrinth in dreizehn Sälen, eine KI liest etwa mit Bretons Stimme aus dem Manifest vor: "'Ich insistiere auf dem Faktum', schrieb Breton, 'dass der Surrealismus historisch nur in Abhängigkeit vom Krieg verstanden werden kann - ich meine von 1918 bis 1939 - zugleich im Zusammenhang mit dem Krieg, bei dem er einsetzte, und dem, zu dem er zurückkehrte.' Angesichts des destruktiven Umfelds und der Auswirkung und Verfolgung vieler Künstler, wirkt die Kunst der Surrealisten wie eine bunte, verzaubernde Ausflucht in eine innere Bildwelt. Sie war alles andere als unpolitisch. Breton fand eine gute Beschreibung für den Anspruch, das Gesellschaftliche mit dem Individuellen zu verbinden. 'Die Welt verändern, hat Marx gesagt; das Leben ändern, hat Rimbaud gesagt. Diese beiden Losungen sind für uns eins.'"
Frauen hatten es bei den Surrealisten schwer, im Manifest heißt es: "Und ist es schließlich nicht das Wesentliche, dass wir Herr über uns selber und auch über die Frauen, die Liebe sind?", erinnert Till Briegleb in der SZ, der sich freut, dass die überbordende Schau auch unzählige Surrealistinnen präsentiert: "So wird auch der Vergleich provoziert, ob Frauen und Männer Erotik, Pornografie und Geschlechtsteile, zentrale Themen des Surrealismus, anders zeigen. Könnten Hans Bellmers brutale Sexpuppen, die gesichtslos nackten Frauen von Max Ernst, Dalís 'Gesicht des großen Masturbators' oder Paul Delvaux' nackte Traumfrauen auch von Frauen stammen? Könnten Männer die explizite Marquis-de-Sade-Illustration von Valentine Hugo, Toyens Frauen-Sexfantasien, Mimi Parents Zopfpeitsche ('Maitresse') oder Ithell Colquhoums 'Scyla' und 'Tree Anatomy', Surrogate aus Natur und Geschlechtsorganen, geschaffen haben? André Breton wäre das alles recht gewesen."
Besprochen werden außerdem die Ausstellungen die "Neuen Wilden im Berlin der Achtziger Jahre" in der Galerie Deschler in Berlin (FR), "Samuel Fosso: 'Black Pope'" im Kindl - Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin (taz), "Impuls Rembrandt. Lehrer, Stratege, Bestseller" im Museum der Bildenden Künste Leipzig (FAZ) und "Der andere Impressionismus. Internationale Druckgrafik von Manet bis Whistler" im Kulturforum Berlin (tsp).
Frances Benjamin Johnston, Präsidentensohn Quentin Roosevelt (links) und Roswell Newcomb Pinckney, Sohn eines Angestellten, im Garten des Weißen Hauses, 1902. Foto: Frances Benjamin Johnston/Library of Congress "Diese Lady war ein Punk", schreibt Christine Klein in "Bilder und Zeiten" (FAZ) über die amerikanische Fotopionierin Frances Benjamin Johnston. Das ist natürlich rundweg positiv gemeint: "Es waren die Neunzigerjahre des neunzehnten Jahrhunderts, und Fotografie stellte eine relativ neue Technik dar, die noch nicht viele Menschen beherrschten. Diese Stelle als Fotografin des Weißen Hauses behielt sie stattliche fünf Präsidentschaften lang - in voller viktorianischer Montur mit wallendem Rock und Hut. Außer dem politischen Leben der Hauptstadt Washington fotografierte sie Schriftsteller und Kämpfer für Menschenrechte, Arbeiterinnen, Bergwerke und Waffenlager, nackte Männer und küssende Frauen. Sie dokumentierte Schulen für schwarze Menschen und Promi-Hochzeiten der weißen Oberschicht, fotografierte Sehenswürdigkeiten und Naturwunder, noble Gärten, verfallende Häuser - und wie zum Beweis der eigenen Existenz immer wieder sich selbst." (Mehr Bilder von ihr finden Sie hier und hier)
"Ein Gefühl der kognitiven Dissonanz" erlebt SZ-Kritiker Alexander Menden im Wuppertaler von-der-Heydt-Museum, wo er lernt, dass ein Faschist nicht nur großartige Kunst, sondern auch großartige abstrakte Kunst machen konnte. Gezeigt wird eine Retrospektive des argentinisch-italienischen Künstlers Lucio Fontana, der sich auch nach dem Krieg nie vom Faschismus distanzierte und dennoch mit den "Tagli", seinen geschlitzten Leinwänden, einen Einfluss auf die moderne Kunst hatte, der für Menden Malewitschs schwarzem Quadrat gleichkommt. Nach Kriegsende "machte er nicht wie Arno Breker weiter im heroischen Stil, sondern konzentrierte sich auf jene Abstraktion, mit der er sich bereits in den Dreißigerjahren beschäftigt hatte - auch dies also eine Fortführung, keine Zäsur" so Menden und blickt auf "die Serie 'Concetto Spaziale, La Fine di Dio': Diese großformatigen, eiförmigen Leinwände sind, mehr noch als die 'Tagli', Ausdruck von Fontanas Raumverständnis, das die Durchlässigkeit der Fläche zum Prinzip erhebt. Die Perforationen, wie eine fremdartige Schrift die grünen und braunen Farbebenen bedeckend, wirken keineswegs gewalttätig, wie Fontana-Kritiker gerne behaupten. Sie zeugen in ihrer luftigen Großzügigkeit vielmehr von einem geradezu liebevollen Feingefühl des Künstlers für das Stoffliche seines Werks."
Besprochen werden Özlem Altıns Ausstellung "Prisma" in der Berlinischen Galerie (Tsp), die große Matisse-Ausstellung in der Fondation Beyeler (SZ) und die Ausstellung "Carol Rama. Rebellin der Moderne" in der Frankfurter Schirn (FAZ).
James Ensor: Bloemen en groenten. 1896. KMSKA Gleich vier Ausstellungen gönnt Antwerpen dem belgischen Maler James Ensor zum 75. Todestag, staunt Dorothea Zwirner im Tagesspiegel: Das Königliche Museum der Schönen Künste feiert ihn als "Postmodernisten avant la lettre", das Museum Plantin-Moretus konzentriert sich auf den "experimentellen Grafiker", das Fotomuseum präsentiert Ensor als Referenz für die Maskeraden der amerikanischen Fotokünstlerin Cindy Sherman und im Modemuseum wird der Künstler als Inspirator für Modeschöpfer und Maskenbildner betrachtet. Tonangebend ist dabei die Ausstellung im Königlichen Museum, die Ensor auch jenseits seiner "Vorliebe für das Makabre, Morbide und Groteske" zeigt, so Zwirner.
Weitere Artikel: Propalästinensische Demonstranten haben in der Londoner National Gallery Picassos Gemälde "Mutterschaft" attackiert und mit einem Poster überklebt, dass eine weinende Mutter aus Gaza mit verletztem Kind zeigt, meldet Len Sander in der Berliner Zeitung. Niklas Maak gratuliert dem Fotografen Thomas Struth in der FAZ zum Siebzigsten. Nachrufe auf die Künstlerin und Schriftstellerin Anita Albus schreiben Stefan Trinks in der FAZ und Antje Weber in der SZ.
Christofano Allori: "Studie eines Knabenkopfes mit Schirmmütze". Noch bevor sich das Gastland Italien auf der Buchmesse präsentieren kann, begibt sich FAZ-Kritiker Stefan Trinks in Frankfurt auf eine Italienreise der besonderen Art: Unter dem Titel "Fantasie und Leidenschaft" zeigt das Städel nicht nur Barockzeichnungen von Carracci über Guercino bis Bernini, sondern regt auch zu großartigen Wiederentdeckungen an, freut sich Trinks - etwa Giovan Gioseffo dal Sole: "Seine um 1700 entstandene 'Madonna mit dem Kind' ist ein Meisterwerk der Modellierung von Licht und Schatten in Kohle, so sehr, dass ein beinahe weichzeichnerischer, farbiger Eindruck entsteht. Cristofano Alloris 'Studie eines Knabenkopfes mit Schirmmütze' von um 1600 in zwei verschiedenen Röteltönen bietet den Close-up ins Gesicht eines Knaben, das moderner nicht sein könnte: Die Iris funkelt in Rot, der Werkstattjunge wurde zum Role Model für viele Bildgelegenheiten." In der FR macht auch Lisa Berins überraschende Entdeckungen: "Traurig sind die Ansichten der sterbenden Elefantenkuh Hansken, von Stefano della Bella (1610-1664) gezeichnet. Hansken sollte als Geschenk nach Rom gebracht werden, starb aber 1655 in Florenz. Della Bella war vor Ort und fertigte fast schon reportagehaft das am Boden liegende Tier mit schlappem Rüssel und geöffnetem Maul, um das sich Schaulustige versammelten."
Videostill / Video still: Charlotte Johannesson, Untitled, 1981-1985. Courtesy die Künstlerin und / the artist and Hollybush Gardens, London Carmela Thiele lässt sich in der taz zum Glück nicht abschrecken von dem sperrigen Titel "Key Operators - Weben und Coding als Mittel feministischer Geschichtsschreibung", den der Münchner Kunstverein für seine aktuelle Ausstellung gewählt hat. Entgangen wäre ihr sonst eine Schau, die äußerst "poetisch" dem Zusammenhang von Coding, Weben und Feminismus nachspürt: "Technik und Textilien scheinen auf ersten Blick nicht viel miteinander zu tun zu haben. Für das eine sind die Frauen zuständig, für das andere die Männer. Dabei war die Weberei lange harte Männerarbeit. Als um 1800 die Jacquard-Webstühle aufkamen, deren Metall-Lochkarten-Ketten nichts anderes waren als gestanzte Programme, wurden viele Weber und Weberinnen arbeitslos. Aus Protest warfen sie ihre Holzschuhe, ihre Sabots in die Mechanik ihrer fehlerfrei arbeitenden Konkurrenten und brachten sie damit zum Stillstand. An dieses Moment der Selbstermächtigung erinnert die Intervention 'Sabotage or Trophy' von Bea Schlingelhoff (geboren 1971). Sie platzierte Holzschuhe auf den Wänden des Kunstvereins, so dass der Eindruck entsteht, als sei auch im Kunstverein ein Akt der Sabotage im Gange."
Bestellen Sie bei eichendorff21!In der FAZ schreibt Andreas Platthaus den Nachruf auf die kurz vor ihrem 82. Geburtstag gestorbene Malerin und Schriftstellerin Anita Albus, die Pflanzenbilder malte, "wie man sie seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen hatte" und deren "Kühle und Präzision" sich auch in ihrer fiktionalen Prosa offenbarte als "jene charakteristische Grausamkeit eines Entomologen, der das Schöne töten muss, um es zu erforschen und zu bewahren, während aus ihrer Wissenschaftsprosa tiefe Zuneigung sprach."
Arnold Böcklin: Self-Portrait with Death Playing the Fiddle (1872). Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin. Photo: Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Andres Kilger Die Ausstellung zu den gotischen Wurzeln der künstlerischen Moderne im Ateneum, Helsinki, die Stefan Trinks in der FAZ durchstreift, ist für den Autor nichts weniger als "die gewagteste des Jahres". Die finnische Schau zeichnet laut Trinks nach, wie skandinavische und andere Künstler sich von vor allem deutscher mittelalterlicher Kunst inspirieren ließen und bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert zu einer genuinen modernen Bildsprache fanden: "Der um 1872 aufblühende Symbolismus etwa eines Arnold Böcklins ('Selbstbildnis mit fiedelndem Tod') oder Edvard Munchs mit seinen Vampirinnen, Totenschädeln und verhärmten Kindern wäre ohne mittelalterliche Wurzeln nicht denkbar. Stellvertretend hierfür ist das Museum mit dem Revaler Totentanz tapeziert. Genauso bedeutend wie die alle Stände gleichermaßen in den Tod ziehenden Totentänze waren für die Symbolisten Baldung Griens sinistre Hexensabbate, Generationenbilder und ambigue verführerische Madonnen."
Es muss sich endlich etwas tun in der politischen Auseinandersetzung um NS-Raubkunst, findet SZ-Autor Jörg Häntzschel. Insbesondere die Einrichtung einer Beratenden Kommission erwies sich als weitgehend wirkungslos (unser Resümee): "Zehntausende Werke hängen weiterhin in privaten Sammlungen und in staatlichen Museen. Die Beratende Kommission, die in strittigen Fällen Empfehlungen aussprechen sollte, hat in 21 Jahren nur 24 Fälle bearbeitet, vor allem, weil sie nur dann aktiv werden durfte, wenn beide Seiten zustimmten - also jüdische Familien und deutsche Museen. Es war ein bisschen so, als müsste ein Autobesitzer, dem sein Wagen geklaut wurde, die Einwilligung des Diebs einholen, um den Diebstahl vor Gericht klären zu lassen." Nun soll ein Schiedsgericht eingerichtet werden. Aber wird das Problem dadurch gelöst warden? Bisher spricht wenig dafür, meint Häntzschel.
Weitere Artikel: Silke Hohmann porträtiert die südkoreanische, derzeit in Berlin lebende Künstlerin Mire Lee in Monopol. Mire Lee arbeitet gerne mit Maschinen, die sich auf monströse Art und Weise verselbständigen. Frank Keil unterhält sich in der taz Nord mit dem Maler Dieter Glasmacher über dessen Ausstellung "Das muss geübt warden. Oben - Unten" in der Hamburger Galerie Feinkunst Krueger. Larissa Kikol interviewt für monopol den Künstler Marco Pariani.
Besprochen werden die Ausstellung "Über Grenzen" im Berliner Humboldt Forum, die DDR-Kulturgeschichte über aktuelle künstlerische Positionen erschließt (Tagesspiegel), die Schau "Yoko Ono - Music of the Mind" im Düsseldorfer K20 (SZ, monopol), Cosima von Knyphausens Ausstellung "Maestra" in der Berliner Galerie Thomas Schulte (taz Berlin), "Salomé 70" in der Berliner Galerie Deschler (Berliner Zeitung) sowie die Schau "Dialoge der Sammlung" zur Frühzeit der Fotografie im Photomuseum Braunschweig (taz Nord).
Außerdem: Thomas Ribi erinnert in der NZZ an den Kunstsammler Werner Merzbacher, der als Kind vor den Nazis in die Schweiz floh und nun mit 96 Jahren verstorben ist. Besprochen wird die Ausstellung "Modern Times - Bilder der 1920er Jahre" im Museum für Neue Kunst in Freiburg (FAZ) und die Ausstellung "Über Grenzen. Künstlerischer Internationalismus in der DDR" im Humboldt-Forum in Berlin (tsp).
Stefan Trinks veröffentlicht in der FAZ eine Chronik der "durchgängig propalästinensischen" Artikel im Kunst-Magazin Hyperallergic. Wie zahlreiche Kunst- und Kulturbetriebe reagierte das Medium auf das Massaker des 7. Oktober mit Schweigen, um dann um so lauter gegen Israel zu hetzen. Hier zwei von Trinks aufgeführte Beispiele: "4. März 2024: Mit unverhohlener Freude wird von den massiven Protesten auf der Kunstmesse LA Frieze gegen Israel und dem Messe-Hauptsponsor berichtet: 'Deutsche Bank investiert in Völkermord'. Und 'Dekolonisierung ist mehr als nur ein Schlagwort in einer Pressemitteilung'." Oder: "Das bei der Räumung des Campus der Unis Washington und New York-Columbia beseitigte Propagandamaterial wie beschriftete palästinensische Fahnen wird in Hyperallergic als wüster Ikonoklasmus und als Vernichtung von Kunst beklagt."
Außerdem: Dorothea Zwirner besucht für den Tagesspiegel Ausstellungen zum 75. Geburtstag des Malers James Ensor, die die Stadt Antwerpen zum Beispiel im Königlichen Museum der Schönen Künste und im Museum Plantin-Moretus zeigt. Besprochen werden außerdem die Ausstellung "Ich weiß, dass ich mich verdoppeln kann. Gisèle Vienne und die Puppen der Avantgarde" im Georg Kolbe Museum in Berlin (tsp).
Außerdem: In der tazberichtet Regina Müller von der Versteigerung der Kunstsammlung des Kurators Kasper König. Evelyn Wöldicke wird neue Direktorin der Liebermann-Villa, meldet der Tagesspiegel mit dpa. Besprochen werden die Erwin Wurm-Retrospektive in der Albertina Modern in Wien (Welt) und die Ausstellung "Albert Oehlen: Schweinekubismus" in Galerie Max Hetzler in Berlin (Tsp).
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