
Vielleicht ist es Zeit, sich wieder mit den Poeten des frühen 19. Jahrhunderts, den Romantikern und Revolutionären und mehr noch den romantisch-revolutionären Doppelwesen wie
Percy Bysshe Shelley zu befassen. In Frankreich ist gerade eine zweisprachige Ausgabe seines
Großgedichts "The Revolt of Islam" erschienen, in der der Islam für eines von vielen
Glaubenssystemen steht, die Shelley in einem emphatisch revolutionären Akt abwerfen wollte. Marc Porée
erinnert in
En attendant Nadeau an ein Wort
Maurice Blanchots, der einmal geschrieben hat: "Ein Schriftsteller, der nicht denkt,
ich bin die Revolution, nur die Freiheit lässt mich schreiben, schreibt in Wirklichkeit nicht.' Zwar nenne Porée mit Ruskin die Shelleyschen Visionen "wolkig" ("Ruskin sah in der '
Cloudiness' eine der hervorstechendsten Eigenschaften der künstlerischen Moderne"), aber: "Täuschen wir uns nicht, das wirkliche Ereignis dieses Gedichts, ist die Sprache, das Sprechen, die Eloquenz. Aus dem Mund der heftigen Cythna kommen die überzeugendsten, einschneidendsten Aussagen. Besser als es der fade Laon vermag, ruft die Frau nach der
Gleichheit mit den Männern und ermahnt zum Bündnis mit der Tugend, der Wahrheit und der Liebe. Hierin ist sie die würdige Sprecherin Mary Wollstonecrafts, der Mutter von Shelleys Geliebten und Autorin von
'A Vindication of the Rights of Woman: With Strictures on Political and Moral Subjects'."
Außerdem: Pierre Benetti
bespricht Neuerscheinungen zum Thema
Populismus, auch
Jan-Werner Müllers Buch zum Thema, das schon auf Französisch erschienen ist und zum Erstaunen des Rezensenten die Figur des
Donald Trump noch gar nicht auf dem Schirm hat.