
Bewaffnet mit drei verschiedenen Übersetzungen
weist Umberto Eco nach, dass das Tragen eines
Kopftuchs gar nicht im Koran empfohlen wird. In der in diesem Zusammenhang zitierten
Sure 24 (wahrscheinlich Vers 31) gehe es um die Verhüllung der Brust. Die Sache mit der Kopfbedeckung sei vielmehr eine christliche Idee. "Der Generalvikar der italienischen Sufi-Bewegung
Jerrahi Halveti,
Gabriele Mandel Khan, weist (in seinem
Islamkommentar) mit einer gewissen Genugtuung darauf hin, dass es der
Apostel Paulus war (im
ersten Brief an die Korinther), aber Paulus
beschränkte dieses Gebot auf Frauen, die predigen und weissagen. Lange Zeit vor dem Koran aber stellte
Tertullian (der zwar mit den andersgläubigen
Montanisten sympathisierte, aber ganz sicher ein Christ war) in seiner Schrift
'Über den weiblichen Putz' fest: "Gott will, dass Ihr
verschleiert sein sollt. Vermutlich, damit man die Köpfe mancher Damen nicht sehe." Tertullian wird es nicht zum Schutzpatron der Friseure bringen, wie es bei weiterer Lektüre des Traktats scheint. "Verbannt von dem freien Haupte den ganzen
knechtischen Putz! Es ist zwecklos, dass Ihr Euch bemüht, geputzt zu erscheinen und die erfahrensten Haarkünstler herbeizieht."