
Giuliano Foschini
zitiert aus Untersuchungsberichten zur Verbreitung der
Mafia in Deutschland, Fabrizio Gatti
porträtiert den mächtigsten Clan-Chef von San Luca. "
Ntoni Gambazza gibt es offiziell nicht. Im Einwohnerverzeichnis der Gemeinde von San Luca taucht er nicht auf. Ein bisschen weil die ungeschriebenen Regeln der Angst es verbieten, gewisse Persönlichkeiten öffentlich zu erwähnen. Aber auch deswegen, weil Ntoni Gambazza nur sein Beiname ist, der seit Jahren mit dem organisierten Verbrechen in Zusammenhang gebracht wird. Das
quadratische Gesicht unter dem dichten Haarschopf ist dagegen unter Antonio Pelle registriert, ein Namen, den er sich mit vielen in der Gegend teilt. Geboren ist er am ersten März 1932, als man sich in der Region des Apsromonte noch ausschließlich zu Fuß fortbewegte. Mit dieser Identität führt ihn auch das Innenministerium als einen der
dreißig gefährlichsten Verbrecher des Landes. Ntoni Gambazza hat sich diese Ehre verdient: seit dem Jahr 2000 ist er die Nummer eins der 'Ndrangheta von San Luca. Eine Art
Bernardo Provenzano vor der Festnahme."
In seiner Bustina di Minerva
erinnert Umberto Eco an Norman Cohn und dessen Thesen zu den angeblichen "Protokollen" der Weisen von Zion.