Ugo Bertone
schildert den hässlichen Erbfolgekrieg der zwei mächtigsten
Casino-Mogule von Macao, den Geschwistern
Stanley und
Winnie Ho - 85 und 83 Jahre alt, aber kein bisschen friedlich. Es geht um viel Geld. "Stanley, der, bevor die amerikanischen Tycoons 2003 nach Macao strömten, alleine für ein Drittel des Steueraufkommens in Macao zuständig war, ist der Kopf des Glücksspielgeschäfts in dem Stadtstaat. Aber nur er, mächtig und alles andere als konfliktscheu, kann es mit seiner teuflischen Schwester aufnehmen, die bis 2001 im
Imperium der Glücksspielhäuser der Familie als oberste Richterin fungierte. Dann wurde sie in den Ruhestand gezwungen. Kalt gestellt, aber nicht ausgeschaltet, wenn man die dreißig Verfahren betrachtet, die sie seitdem gegen den Bruder angestrengt hat."
Fabio Sindici
schaut mit unverhohlenem Neid auf
Londons zeitgenössische Kunstszene, deren unbestrittenes Zentrum die sensationell erfolgreiche
Tate Modern ist. "Die Tate Modern schlägt alle anderen Museen moderner Kunst. Hier werden mehr Tickets verkauft als im Moma in New York, als im Guggenheim in Bilbao und im alten Centre Pompidou in Paris. Mehr als 150 Millionen Euro werden so pro Jahr eingenommen. Der Beitrag der kulturellen Institutionen Englands zum Bruttososzialprodukt, kombiniert mit denen des privaten Sektors, beläuft sich auf
mehrere Milliarden. Da sollte sich Italien ein Beispiel nehmen."
Weiteres: Stefano di Michele
widmet der Journalistin
Lucia Annunziata, die hierzulande durch ein hitziges
Interview mit
Silvio Berlusconi bekannt wurde, ein bissiges Porträt, in dem er sie als machtbewusste "
Äbtissin" charakterisiert. Pasquale Rinaldis
erinnert an den jüdischen Schauspieler Herschmann Steinschneider, der unter dem Namen
Eric Jan Hanussen als rhetorischer Berater für Adolf Hitler arbeitete und 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft von der Gestapo ermordet wurde. Dass einige
Bienen keine genmanipulierten Pflanzen bestäuben wollen,
nimmt Alessandro Giuli als
böses Omen der menschlichen Hybris. Manuela Madamma meditiert zweiseitig (
hier und
hier) über den Beitrag der
Drogen zur Literatur, von den Griechen zu William Burroughs.