
Auch Eric Trager hat nichts Gutes aus Ägypten zu berichten. Er
porträtiert Amr Moussa, den ehemaligen Außenminister Mubaraks, der als Nationalist und
erklärter Israelhasser Aussichten hat, die Wahlen in Ägypten zu gewinnen. "Obwohl ein Krieg zwischen Israel und Ägypten sehr unwahrscheinlich ist, erklärte Moussa kürzlich einer Gruppe ägyptischer Jugendlicher, dass das Camp David Abkommen 'verfallen' sei, offenbar von früheren Äußerungen zurückweichend, in denen er den ägyptisch-israelischen Friedens unterstützt hatte. Er hat auch 'Flugverbotszonen' über Gaza gefordert,
Israel und das Gaddafi-Regime gleichsetzend. Darüber hinaus dürfte Ägypten unter Moussa weniger freundlich gegenüber der US-Regierung agieren: Wikileaks-Dokumente legen nahe, dass Moussa den
Iran nicht als Bedrohung ansieht und arabisch-iranische Verbindungen stärken würde."
Außerdem: Barak Barfi beschreibt in einem
sehr interessanten Artikel die verschiedenen Gruppen, aus denen sich der
Widerstand gegen Gaddafi rekrutiert. Ihr schwächster Zweig ist - ausgerechnet - der
militärische, der sich nicht nach Kompetenz, sondern nach Stammeszugehörigkeit zusammensetzt. Überaus freundlich im Ton, in der Sache dann aber doch recht ablehnend
bespricht Christine Stansell
Leila Ahmeds feministisch-antiimperialistisches Buch über den
Schleier,
"A Quiet Revolution". Für Ahmed ist der Schleier ein antiimperialistisches Statement, so Stansell, die das etwas schlicht findet: "Es gibt in dem Buch eine Menge darüber, warum Frauen ihn nach 1970 wieder anlegten, aber fast nichts darüber, warum sie ihn in der Mitte des Jahrhunderts
abgelegt hatten."