
Für den gestrigen Montagabend hatte
Bernard-Henri Levy gemeinsam mit den Organisationen Change in Syria for democracy und France Syrie democratie zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung in Paris über Tote und Folterungen in Syrien eingeladen. In dem
Aufruf "SOS Syrien" in Levys Netz-Zeitschrift
La regle du jeu heißt es: "Angesichts dieser syrischen
Tragödie und den diplomatischen Gesinnungswandel, kann unsere
Empörung nicht länger stumm bleiben - ebenso wenig wie unsere Bewunderung für ein Volk, das Tag für Tag seine Toten beerdigt, aber nicht vor dem Terror zurückweicht."
Rue89
berichtet nun, dass einige zu dieser Veranstaltung eingeladene syrische Oppositionelle ihre
Teilnahme verweigerten, weil sie befürchteten, Damaskus könne diese "Vereinnahmung" ausnützen. Sie rufen nun stattdessen ihrerseits zum
Boykott des französischen Philosophen auf, der aufgrund seiner Äußerungen zur
israelischen Armee ("eine der humansten der modernen Geschichte") "ein Feind der Rechte der Palästinenser" sei. Einige von ihnen - darunter der Soziologe
Burhan Ghalioun, der Autor und Journalist
Subhi Hadidi und der
Verleger Farouk Mardam Bey - bezeichneten BHLs Initiative als "
erbärmliches Manöver, das darauf abziele, die demokratische syrische Opposition von ihren Zielen abzubringen und ihre Glaubwürdigkeit bei ihrem Volk zu gefährden". Ihr schon im Mai veröffentlichter Appell gegen BHL trägt die Überschrift: "Bernard-Henri Levy, ersparen Sie den Syrern Ihre Unterstützung."