Perlentaucher-Autor

Richard Herzinger

Richard Herzinger war Redakteur der Zeit und Korrespondent für Politik und Gesellschaft der Welt und Welt am Sonntag. Später arbeitete er als Publizist in Berlin (hier seine Seite "hold these truths"). Die Kolumne, die Richard Herzinger für die ukrainische Zeitschrift Tyzhden schrieb, erschien seit einigen Jahren zeitgleich im Perlentaucher. Herzinger starb im Oktober 2025.
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Verlogene Friedens-Rhetorik

Intervention 20.06.2024 Mit dem "Bündnis Sahra Wagenknecht" hat sich neben der AfD eine weitere Kreml-Partei etabliert. Obwohl die Wagenknecht-Partei die Widerstandskraft gegen totalitäre Aggressoren nicht weniger aktiv unterminiert als ihr Pendant auf der äußersten Rechten, rechnet man sie aber meist noch immer dem demokratischen Spektrum zu. Das macht diese Partei umso gefährlicher: Das BSW lockt Wähler an, die der prorussischen Haltung der AfD zuneigen, aber nicht mit deren neonazistischen Tendenzen in Verbindung gebracht werden wollen. Von Richard Herzinger

Vorerst noch im Hintergrund

Intervention 21.05.2024 Immer noch wird behauptet, China könne zur Befriedung Wladimir Putins beitragen und einen Frieden in der Ukraine herbeiführen helfen. Aber weit davon entfernt, Russland von seinem Vernichtungskrieg abbringen zu wollen, agiert Peking als graue Eminenz und Sponsor der antiwestlichen Kriegsachse Russland-Iran-Nordkorea, indem es hinter den Kulissen dafür sorgt, dass sie ihren globalen Aggressionskurs gegen die demokratische Zivilisation mit voller Kraft vorantreiben kann. Von Richard Herzinger

Trügerische Gewissheit

Intervention 02.05.2024 In den europäischen Demokratien ist die  Erinnerung daran verblasst, welch grauenvolles Unheil Diktaturen bis ins späte 20. Jahrhundert hinein über den Kontinent gebracht haben - und welch ungeheurer Anstrengungen es bedurfte, sie endlich vollständig zu beseitigen. Das macht viele Europäer anfällig für die neuen Lockrufe des Autoritarismus. Eine Erinnerung an die "Nelkenrevoution" von 1974, die auch den Weg zum Mauerfall ebnete. Von Richard Herzinger

Opferlegenden

Intervention 24.04.2024 Eine globale Front autokratischer Länder missbraucht die Instrumentarien des internationalen Rechts, um westliche Demokratien propagandistisch in die Defensive zu drängen. Dafür ist das Kunstwort "Lawfare" geprägt worden - Kriegsführung mit juristischen Mitteln. Ausgerechnet Länder des "globalen Südens" wie Nicaragua oder Südafrika nutzen sie, um ihre eigenen Komplizenschaften zu verdrängen - und tatsächliche Völkermorde werden nicht thematisiert. Von Richard Herzinger

Grundlegende Verunsicherung

Intervention 04.04.2024 Seit dem 7. Oktober zeigt sich die Fratze des Antisemitismus wieder in ihrer ganzen Obszönität: von rechts, von links, von religiöser Seite. Und auch in der Mitte der Gesellschaft. Was macht gerade die Juden immer wieder zum bevorzugten Objekt derartiger hasserfüllter Projektionen?  Was Gralshüter der Homogenität am Judentum irritiert, ist, dass sich der Kern seiner Identität nicht abschließend definieren lässt. Aber eines ist klar: Antisemitismus ist nicht nur ein Angriff auf Juden, sondern auf das Prinzip der offenen Gesellschaft. Von Richard Herzinger

Die SPD als "Friedenspartei"

Intervention 22.03.2024 Mit der Rede vom "Einfrieren" fällt die Sozialdemokratie in alte Positionen zurück, die sie in Wahrheit nie aufgegeben hatte. Eine ernsthafte selbstkritische Aufarbeitung ihrer langjährigen verhängnisvollen Anbiederung an das Kreml-Regime hat nicht stattgefunden. Geschweige denn, dass dieses historische Versagen personelle Konsequenzen nach sich gezogen hätte.
Olaf Scholz nimmt sich dabei das demagogische Manöver Gerhard Schröders zum Vorbild, der 2002 einer deutschen Teilnahme am Irakkrieg eine lautstarke Absage erteilte.
Von Richard Herzinger

Von Russland aufgesogen

Intervention 05.03.2024 Belarus hat als souveräner Staat faktisch zu existieren aufgehört. Es wird von Moskau gleichsam in Reserve gehalten für eine weitere Intensivierung seines Vernichtungskriegs gegen die Ukraine, aber auch für bevorstehende Aggressionen gegen NATO-Staaten wie Polen und Litauen. Die belarusische demokratische Opposition, oder vielmehr das, was von ihr übrig geblieben ist, befindet sich heute in einer tragischen Situation. Der Westen hat die Entwicklung nur geschehen lassen. Im Moment kommt es vor allem darauf an, alles für die politischen Gefangenen zu tun. Von Richard Herzinger
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