Perlentaucher-Autor

Richard Herzinger

Richard Herzinger war Redakteur der Zeit und Korrespondent für Politik und Gesellschaft der Welt und Welt am Sonntag. Später arbeitete er als Publizist in Berlin (hier seine Seite "hold these truths"). Die Kolumne, die Richard Herzinger für die ukrainische Zeitschrift Tyzhden schrieb, erschien seit einigen Jahren zeitgleich im Perlentaucher. Herzinger starb im Oktober 2025.
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Argumente, die auf Fakten beruhen

Intervention 17.03.2025 Mit dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag ist der Fortbestand des politischen Liberalismus in Deutschland akut gefährdet. Leider hat sich die FDP unter dem Regime des lange unangefochtenen Christian Lindner diesen Niedergang selbst zuzuschreiben. Nicht nur verengte er die Programmatik auf Steuersenkungen und Kürzungen staatlicher Ausgaben, er kokettierte überdies mit "libertären" Ideologien, die die Begriffe des Liberalismus kapern und diesen in den Abgrund stoßen. Sollte sich eine Figur wie Wolfgang Kubicki in der Führung der FDP durchsetzen, wäre sie vollends obsolet. Von Richard Herzinger

Achse des Bösen

Intervention 27.02.2025 Die liberale Demokratie in Europa erodiert in alarmierender Geschwindigkeit. Die Bundestagwahl zeigte, dass die demokratischen Parteien nicht mal in der Lage sind, die Probleme zu benennen. Es wurde fast nur über Migration geredet. Zweifellos ist sie ein wichtiges Thema. Doch es ist fatal, wenn sie nur losgelöst vom Kontext globalpolitischer Bedrohungen betrachtet wird. Russland selbst hat die Flüchtlingswellen produziert, die es nutzte, um Europa zu destabilisieren Dieser Zusammenhang blieb im Wahlkampf weitestgehend ausgeblendet. Von Richard Herzinger

Vergottung grenzenloser Gewalt

Intervention 06.02.2025 Alice Weidels Schutzbehauptung, Hitler sei in Wahrheit Kommunist gewesen, ist grotesk: Tatsächlich handelte es sich bei Hitlers Ideologie um eine exzessiv radikalisierte Spielart des "völkischen" Nationalismus und Rassismus. Den Marxismus hielt er für ein "jüdisches" Machwerk. Untergründige Verbindungen zwischen den beiden extremen Ideologien gibt es dennoch: Sie bestehen vor allem im gemeinsamen Hass auf den Westen und die Demokratie. Von Richard Herzinger

Ein globales Projekt

Intervention 06.01.2025 Elon Musks Wahlaufruf für die AfD in der Welt ist mehr als eine bloße "Meinungsäußerung". Apologeten des Milliardärs wie Mathias Döpfner machen sich mit solch einer Verharmlosung zu Komplizen des von Trump und Musk betriebenen Neoautoritarismus. Dessen Methode besteht darin, ihre Bestrebungen als Kampf für das Recht auf freie Rede auszugeben. In Wahrheit streben sie danach, die Unterscheidungsfähigkeit zwischen überprüfbaren Tatsachen und propagandistischer Fiktion auszulöschen. Von Richard Herzinger

Treibende Kräfte

Intervention 23.12.2024 Deutsch-russische Netzwerke arbeiten intensiv daran, den Kontakt zum Kreml wiederherzustellen und die deutsche Politik zu einer Wiederannäherung an das Putin-Regime zu bewegen. Und das, obwohl es keinerlei Anzeichen für eine Änderung des aggressiven Verhaltens Russlands gegenüber Europa und Deutschland gibt. Koaliert Friedrich Merz nach der Bundestagswahl mit der SPD, droht die deutsche Russland-Politik ins alte Gleis der Kollaboration zurückzukehren. Von Richard Herzinger

Über Jahre hinweg immer wieder

Intervention 18.11.2024 Wie in ein paar alte Pantoffeln schlüpft die SPD zur Zeit wieder in ihre alte Russlandpolitik zurück. Um sich als "Friedenskanzler" zu inszenieren, wertet Scholz Putin durch ein sinnloses Telefonat auf. Frank-Walter Steinmeier gerät außer Fassung, wenn er mit der Wahrheit über seine Politik konfrontiert wird. Nicht nur der SPD, sondern der deutschen Politik und Öffentlichkeit insgesamt ist ins Gewissen zu rufen: Das finale Resultat der demokratischen Umstürze von 1989/90 steht noch keineswegs fest. Von Richard Herzinger

Lob des Pessimismus

Intervention 01.11.2024 Anne Applebaum hat am 20. Oktober in der Paulskirche in Frankfurt am Main den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten und eine großartige Dankesrede gehalten. An einer Stelle ist allerdings ein kleiner Einwand angebracht: Sie sagte, der Kampf gegen totalitäre Bedrohungen sei auch ein Kampf gegen "Hoffnungslosigkeit und Pessimismus" im Westen. Ist es nicht eher ein blinder  Optimismus, der Europa und die Welt gegenüber Putin in die Irre geführt hat? Von Richard Herzinger

Russische Experten

Intervention 24.09.2024 Die deutsche Öffentlichkeit reflektiert längst nicht genug, in welchem Maß das Land mit prorussischer Propaganda überzogen wird. Fake News  in den sozialen Medien sind das eine. Aber auch etablierte Medien werden mit Kreml-Propaganda gefüttert. Im deutschsprachigen Raum sind es einstmals seriöse Blätter wie die Schweizer Weltwoche und die Berliner Zeitung, die sich in der Hand kremlnaher Verleger befinden. Erforderlich wäre etwa ein regelmäßiges Briefing, in dem vor den neuesten Desinformations-Angriffen gewarnt wird. Von Richard Herzinger
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