Das Verhältnis der Deutschen zum Wal war nicht immer so traulich, wie die Bemühungen um den armen, in der Ostsee gestrandeten "Timmy" nahezulegen scheinen, erzähltClaus Leggewie in der FR. Vielleicht kriecht bei "Timmy" eine alte Schuld wieder hoch? Die Nazis gehörten zu den grausamsten Ausbeutern der Südmeere. Die Wale wurden (nicht nur von den Nazis) gejagt, bis sie ausgerottet waren: "Der Hintergrund war die im Streben des 'Dritten Reichs' nach Autarkie konstatierte 'Fettlücke'. Die deutsche Landwirtschaft lieferte nicht genug Speisefette aus pflanzlicher Produktion, also rüstete Hermann Görings Vierjahresplan zum Krieg gegen die Wale in der Südantarktis. Mehr als die Hälfte der damaligen globalen Produktion ging ins Deutsche Reich, die Zahl der damals erlegten Tiere übersteigt die der heute noch insgesamt vorhandenen Wale."
Unterdessen verzeichnet das ZDF-Liveblog zu "Timmy" für den heutigen Morgen: "Der Wal vor der Insel Poel atmet noch, doch die Lage bleibt kritisch. Während dem Tier weiter mit Tüchern und Baggern geholfen wird, sorgen Konflikte im Rettungsteam für zusätzliche Unsicherheit."
Deutsche Ferienhäuser in Italien sind nicht gefährdet, aber deutsches staatliches Eigentum in Italien darf gepfändet werden, hat ein italienisches Gericht entschieden. Es geht um die Entschädigung von Nachfahren griechischer Kriegsopfer, die in Italien geklagt hatten. Der Kassationsgerichtshof in Rom hat im Sinne der griechischen Nachfahren enschieden, berichten Ferry Batzoglou und Michael Braun in der taz: "Damit hält Italiens Justiz an ihrem Kurs auch gegen die eigene Regierung fest. Nach dem deutsch-italienischen Entschädigungsabkommen von 1962 stellten sich alle Regierungen in Rom auf den Standpunkt, Deutschland habe alle Ansprüche aus der Zeit des Nationalsozialismus abgegolten. Mehr noch: Es greife das Prinzip der 'Staatenimmunität', nach dem Privatbürger nicht den deutschen Staat verklagen können, da solche Fragen allein zwischen den Staaten zu regeln seien. Italiens Justiz warf diese Sicht in zahlreichen Entscheidungen über den Haufen. Für sie gilt: Bei schweren Verbrechen gegen die Menschlichkeit steht der Schutz der Menschenrechte über der Staatenimmunität." Wie sehr die Nazis in Griechenland gewütet haben, ist in Deutschland wenig bekannt: "Nahezu eine Million Menschen starben während der NS-Besatzung zwischen 1941 und 1945 in Griechenland, das Land war total zerstört, archäologische Schätze wurden gestohlen."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Der Medienhistoriker Siegfried Weischenberg hat für sein Buch "Schuld und Geheimnis - Bekenntnisse von Legenden in der deutsch-jüdischen Publizistik" die Memoiren deutscher Publizisten und Journalisten gelesen, die sich natürlich auch an die Nazizeit erinnern - bei nicht-jüdischen Autoren lesen sich die Erinnerungen häufig doch geschönt, konstatiert Oliver Jungen in der FAZ, der das Buch gelesen hat und einer Buchvorstellung in Köln zuhörte. Aber "dass Fakten von Erfindungen in solchen Erinnerungen oft schwer zu trennen sind, fällt bei dieser Herangehensweise nicht sehr ins Gewicht, denn auch Letzteres charakterisiert die Erfinder. Erstaunlich ist aber doch, dass Profis der Recherche bei der Selbstdarstellung so sehr auf Ästhetisierung setzen."
Die Münchner Historiker Matthias Kaltenbrunner und Kiran Klaus Patel arbeiten an einem Forschungsprojekt über das Nachleben aufgelöster internationaler Organisationen. In einem sehr interessanten Hintergrundartikel auf der "Ereignisse-und-Gestalten"-Seite der FAZ erzählen sie die Geschichte der "Druschba"-Pipeline, mit der die Sowjets Öl an die Länder des Ostblocks lieferten. "Das billige Öl hielt den Ostblock zusammen, wobei Moskau einen großen Teil der Zeche zahlte", so die beiden Autoren. Die Pipeline war ein Projekt des "Rats für Gegenseitige Wirtschaftshilfe" (RGW), mit dem die Länder hinter dem Eisernen Vorhang auf die Globalisierung antworten wollten. Wie absurd Wirtschaft im Sozialismus lief, geht aus dem Artikel auch hervor: "Der Handel innerhalb des Ostblocks war durch gegenseitige Warenlieferungen geprägt, wobei informell zwischen 'harten' und 'weichen' Waren unterschieden wurde: 'Harte' waren auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig, 'weiche' nur innerhalb des Ostblocks. In der Praxis tauschten die zentraleuropäischen Ostblockstaaten 'weiche' Maschinen oder Konsumgüter gegen 'harte' sowjetische Rohstoffe, inklusive Erdöl. Da die Währungen der RGW-Staaten untereinander nicht konvertibel waren, wurde im Handel eine komplizierte Recheneinheit zwischengeschaltet, der 'Transferrubel'." Europa hat sich übrigens bis heute nicht ganz von dem System gelöst, warnen die Autoren: "Trotz 19 Sanktionspaketen seit Februar 2022 ist Europa in manchen Fragen immer noch erschreckend abhängig von Putins Reich und zeigt nur in ausgewählten Bereichen wirkliche Bereitschaft, das zu ändern."
Im Krieg mit dem Iran bekommt eine jahrhundertealte Feindschaft zwischen Persern und Arabern wieder Aufwind, die auf die Eroberung Persiens im 7. Jahrhundert zurückgehen, erklärt Kacem El Ghazzali in der NZZ. Der "kulturelle Machtkampf", das "Aufbegehren nichtarabischer Völker gegen die arabische Vorherrschaft innerhalb des Islam" nennt man im Arabischen "schuʿūbiyya": "Wer verkörpert den 'wahren Islam' - der arabische Wüstenkrieger, der ihm Sprache und erstes Reich gab, oder der persische Intellektuelle, der ihn mit Philosophie, Mystik und Staatskunst füllte? Die Schuʿūbiten reklamierten, ohne Persien wäre der Islam kulturell arm geblieben; die Anti-Schuʿūbiten halten dagegen, ohne Araber gäbe es den Islam überhaupt nicht. Der Riss verläuft mitten durch das Haus des Islam - entlang von Sprache, Ethnie und Erinnerung. In Europa ist heute die 'mission civilisatrice', also die kulturelle Assimilation indigener Völker in den Kolonien, weitgehend als rassistisch anerkannt. Im arabischen Mainstream bleibt eine vergleichbare Selbstkritik bezüglich der islamischen Expansion eine Randerscheinung."
Die Slawistik-Professorin Anna Artwińska schildert in der FAZ den Streit um den Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto in Polen. Zwei Petitionen wurden im Vorfeld lanciert: Die erste, initiiert von der Historikerin Beata Lewkowicz, richtet sich gegen den Autor Mariusz Szczygieł, der in den Sozialen Medien Israel des Genozids an den Palästinensern bezichtigt und als einer von mehreren "Botschaftern" ausgewählt wurde, die am Gedenktag in der Stadt über die Ereignisse von 1943 informieren sollen und symbolisch Narzissen in der Stadt verteilen. Die 600 Unterzeichner halten die Wahl für unangemessen und befürchten die Verstärkung antisemitischer Ressentiments. Eine zweite Petition, iniitiert unter anderem vom Philosophen Adam Lipszyc, richtet sich nun gegen das Hissen der israelischen Flagge während der Feierlichkeiten. Artwinska kritisiert vor allem die zweite Petition: "Die Erinnerung an die jüdischen Opfer des Warschauer Ghettos muss verbunden werden mit Interventionen gegen heutige Gefährdungen von Juden. Sie lässt sich nicht im postkolonialen Sinne als bloße Chiffre allgemeiner Gewalt- und Unterdrückungserfahrungen deuten. Deswegen zielt die Kritik der Unterstützer der ersten Petition zu Recht auch auf die Selbstinszenierung Mariusz Szczygiełs, der sich sowohl im T-Shirt mit der Aufschrift, alle zehn Minuten sterbe ein Kind in Gaza, als auch mit der gelben Narzisse in den sozialen Medien präsentiert."
Deutschland (naja, zunächst mal die Bundesrepublik) hat nach dem Zweiten Weltkrieg etwa 80 Milliarden Euro als "Wiedergutmachung" an Opfer des Naziregimes gezahlt. Zumeist gingen die Gelder an Holocaustüberlebende, erzählt der Historiker Stephan Lehnstaedt auf der "Gegenwart"-Seite der FAZ. Es ging dabei für die deutsche Politiker vor allem darum "wieder ein respektiertes Mitglied der westlichen Welt zu werden. Erst in zweiter Linie, und im Grunde nur für wenige deutsche Akteure des Wiedergutmachungsdiskurses, ging es tatsächlich um eine Wiedergutmachung für die Opfer, eine Abbitte", so Lehnstaedt. Ein weiteres Problem: "Die hochbürokratischen Abläufe, die als Hürden und Verweigerungshaltung galten und bis heute gelten, konterkarieren dabei die Intention der Wiedergutmachung: Die Überlebenden fühlen sich als Anspruchsberechtigte, doch Deutschland vermittelt ihnen den Eindruck, seinen Verpflichtungen nur ungern nachzukommen. So kritisieren die von uns befragten Menschen die Entschädigungsbürokratie viel stärker als die Höhe der Zahlungen."
Die SZ druckt die Rede Hape Kerkelings zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald. Er erinnert an seinen Großvater Hermann Kerkeling, der 1942 dort inhaftiert wurde, weil er Flugblätter gegen die Nazis verteilte. Hermann Kerkeling überlebte und wurde 1945 befreit, aber Jahre der Zwangsarbeit und Gewalt ließen ihn als "gebrochenen Mann" zurück, erzählt sein Enkel: "Eine echte Wiedergutmachung hat er nie erhalten; man hat ihn nach dem Krieg mit ein paar Mark abgespeist. Und das Bitterste: Die Aufhebung seines Unrechtsurteils wegen 'Hochverrats' hat es zu seinen Lebzeiten nie gegeben. In den Augen der Bürokratie blieb der Verfolgte ein Vorbestrafter." Wenn "heute wieder Kräfte erstarken, die unsere Erinnerungskultur diffamieren, dann ist das ein Schlag ins Gesicht aller Opfer und ihrer Nachfahren. Buchenwald ist eine steingewordene Warnung. Wer heute wegschaut oder jenen applaudiert, die die Geschichte umschreiben wollen, macht sich mitschuldig."
Diese Mädchen wurden am 20.11.1941 aus dem Lager Milbertshofen bei München nach Kaunas im besetzten Litauen deportiert und dort ermordet. Fotocredit: Fotograf*in unbekannt, Stadtarchiv München DE-1992-FS-NS-00013. Initiative "Last Seen". Wieviel wussten die Deutschen, fragt eine Ausstellung in der "Topographie des Terrors", wenn auch merkwürdig spät. Klaus Hillenbrand hat sich die Ausstellung für die tazangesehen. "Der Massenmord war geheim, die Deportationen der Jüdinnen und Juden aus deutschen Städten waren es nicht. Sie geschahen unter aller Augen. Die Initiative 'last seen' hat in jüngster Zeit eine ganze Reihe Fotos von solchen Deportationen zu Tage befördert, auf denen auch das Vergnügen der Zuschauenden kenntlich ist. Das ist in der Ausstellung seltsamerweise kein großes Thema, obwohl doch gerade diese Bilder beweisen, wie offen diese Austreibungen vonstattengingen. Mehr Raum ist den Briefen gewidmet. Darunter befinden sich auch Kartengrüße einer deportierten Jüdin aus dem KZ Majdanek. Hier hätte man sich gewünscht, dass die Aussteller deutlicher machen, dass dies eine Ausnahme darstellt und im Gegenteil das Schreiben von Briefen aus Konzentrationslagern fast immer strikt verboten war."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Gustav Seibt schreibt in der SZ über die Ausstellung und zieht dazu Götz Alys Gedanken zur Frage: "Wie konnte das geschehen?" hinzu. So erscheint es unrealistisch, dass die deutsche Bevölkerung nichts von den Verbrechen wusste, oder sich einwandfrei in "Täter" und "Beobachter" einteilen lässt. "'All das musste sich in Millionen deutschen Familien herumsprechen, und, wie ich meine, sollte es sich nach dem Willen der deutschen Führung ab Herbst 1941 auch herumsprechen', erklärt Aly der SZ. (...) Diese Dimension wird in der Ausstellung nicht sichtbar, man könnte fast glauben, beobachtende Gesellschaft und Täter seien kategorisch getrennt gewesen. Doch nein, diese Täter kamen in größten Teilen aus ihrer Mitte."
In der FRerinnert Arno Widmann an das Totengedenken an den ehemaligen chinesischen Ministerpräsidenten unter Mao Zedong Zhou Enlai im April 1976, das zu Demonstrationen auf den Tiananmen-Platz führte. Als die Polizei die Totengaben wegräumte, kamen immer mehr empörte Menschen zusammen. "Es sollen hunderttausend gewesen sein. Sie stürmten auf die umgebenden Regierungsgebäude. Die Polizei intervenierte. Am Abend gab es keine Demonstranten mehr auf dem Platz. Am 7. April enthob der todkranke, aber immer noch allmächtige Mao Zedong Zhou Enlais jahrelang engsten Mitarbeiter und Nachfolger Deng Xiaoping (1904-1997) all seiner Partei- und Staatsämter. (...) Die Trauerfeiern für Zhou Enlai hatten sich nicht gegen das kommunistische Regime gestellt - Zhou war ja eine der tragenden Stützen des Systems gewesen -, sondern waren für Zhou Enlai eingetreten als einen der 'Vernünftigen' in der Partei. Das empörte die 'Unvernünftigen', die jetzt von Mao Zedong unterstützt, gegen die 'Vernünftigen' vorgingen." Auch wenn sich am Ende die "Vernünftigen" durchsetzten, kam es dreizehn Jahre später auf dem Tiananmen-Platz zu Massakern gegen friedliche Demonstranten.
Wer ist der Osteuropa-Historiker Roland Borchers, der der neue Leiter der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" wird, fragt in der FAS Jochen Buchsteiner. Der Wahl gingen Streitigkeiten mit dem Bund der Vertriebenen (BdV) voraus (unsere Resümees), weshalb der Historiker wohl kein leichtes Erbe antritt. "Spannungsfrei" dürfte sein Verhältnis zum BdV nicht werden: "Im Kreis der Vertriebenengruppe in der Unionsfraktion wird er als 'Linker' eingeschätzt, aber das werden andere im Stiftungsrat, etwa die Kirchenleute, anders sehen. Borchers hat persönliche Berührung zu seinem neuen Thema, weil seine Mutter als Mädchen aus dem früheren Westpreußen, einer Kleinstadt bei Danzig, floh. Er will sich nicht pädagogisch erheben über Betroffene, die ihr Schicksal einfach nur als ungerecht empfinden. Im Gespräch bemüht sich Borchers um eine Mittellage, die Verständnis für verschiedene Positionen zeigt. Während er die Vertreibung durch die Rote Armee am Ende des Krieges als unmittelbare Antwort auf das vorangegangene Wüten deutscher Soldaten und SS-Männer in Osteuropa sieht, betrachtet er die Vertreibungen nach 1945, die zuletzt auf der Potsdamer Konferenz den Segen der Alliierten erhielten, in einem anderen Licht."
Warum fällt es heute so leicht über den ehemaligen DDR-Potentaten Erich Honecker zu lachen, obwohl er eine Diktatur repräsentierte, fragt Nils Markwardt den HistorikerMartin Sabrow auf Zeit Online. "Unter Honecker wandelte sich die Erziehungsdiktatur in eine Fürsorgediktatur, die Zustimmung materiell statt ideell zu erwerben suchte. Soziale Wohltaten gingen Hand in Hand mit einer begrenzten Entideologisierung und einem Rückzug der Repression in eine relative Latenz. Die kurze dritte Schlussphase bildete dann die Verfallsdiktatur. Sie war durch die wachsende Verbindung von Greisentum und Lächerlichkeit gekennzeichnet, die das in jeder Amtsstube hängende Honecker-Bild nicht mehr als Ausdruck ruhiger Machtgewissheit erscheinen ließ, sondern als vergilbendes Relikt einer überlebten Epoche. Den Sturz von der Erhabenheit in die Lächerlichkeit teilt Honecker mit anderen entmachteten Potentaten."
In der polnischen Stadt Zamość, der Geburtsstadt Rosa Luxemburgs, darf keine Gedenk-Plakette für Luxemburg angebracht werden, was nicht nur in Zamość hohe Wellen schlägt, sondern in ganz Polen, schreibt Viktoria Großmann in der SZ. "Das IPN", das durch PiS-Anhänger dominierte "polnische Institut für Nationales Gedenken", "erklärte der Stadt Zamość schriftlich, dass die Gedenktafel geltendes Recht breche. Jegliche Erinnerung an Luxemburg verstoße gegen ein Gesetz, das es verbiete, den 'Kommunismus als Ideologie oder Staatssystem' zu propagieren. Maßnahmen, die 'auf die Rehabilitierung kommunistischer Aktivisten abzielen', seien zu unterlassen. Ironischerweise umfasst das Gesetz, wie in der öffentlichen Stellungnahme zitiert, auch das Verbot von Hassaufrufen 'auf der Grundlage nationaler, ethnischer, rassischer oder religiöser Unterschiede'." Dabei habe es schon mal eine Gedenk-Plakette in der Stadt gegeben: Diese wurde 1979 angebracht und 2018 auf Drängen der IPN aus der Wand gerissen.
Außerdem: In der virtuellen Tiefdruckbeilage der FAZ erinnert der Historiker Niklas Venema an den Ur-Sozialdemokraten Wilhelm Liebknecht, Vater des späteren Ur-Kommunisten Karl. In der NZZfragt Urs Hafner: "Das Bundesarchiv in Bern bewahrt Unterlagen zum NS-Kriegsverbrecher Mengele auf - warum sind sie bis zum Jahr 2071 gesperrt?"
Wie kann es sein, fragt der Historiker Peter Techet in der NZZ, dass viele osteuropäische Länder trotz ihrer negativen historischen Erfahrungen mit Russland, heute in großen Teilen prorussisch sind. Zum Beispiel Ungarn: "Gerade die ungarische Rechte war lange entschieden antirussisch; Russland stand stellvertretend für den Kommunismus." Aber auch "antiwestliche Haltungen waren unter ungarischen Konservativen schon in der Zwischenkriegszeit verbreitet: 'Der Westen' habe Ungarn verraten und nie verstanden; die Magyaren seien ohnehin ein 'östliches' Volk. Damals berief man sich auf angebliche türkische Verwandtschaften, der Turanismus war eine einflussreiche Ideologie. Heute wird diese Tradition wiederbelebt - Ungarn ist als einziges EU-Land Mitglied der Organisation der Turkstaaten. Die gegenwärtige antiwestliche Haltung äußert sich jedoch vor allem in einer Sympathie für das neue, imperial auftretende 'konservative' Russland. Stand Moskau einst für den Kommunismus und wurde abgelehnt, gilt es nun vielen als Gegenmodell zum 'dekadenten' liberalen Westen."
BuchLink: Aktuelle Leseproben.
In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Michael Hugentobler: Bis die Bären tanzen "Nur zwei Buchstaben entscheiden über Finden und Erfinden." Wo man schon immer war, sollte man nicht bleiben - das sagt sich die deutsche Familie Lieber, die in der Schweiz…
Manfred Berg: Amerikas Demokratie Amerikas Demokratie ist die älteste der modernen Welt und weist eine beeindruckende Kontinuität auf - doch mit der Präsidentschaft Donald Trumps ist sie in eine existenzielle…
Helena Falke: Noch fünf Tage In der Silvesternacht im Davoser Familiensitz der milliardenschweren Harmans wird aus dem Festmahl ein Albtraum: Ein Giftanschlag tötet das Ehepaar und seine Kinder. Spitzenköchin…
Svenja Falk: Die letzten Tage der Diktatur Das "Dritte Reich" ist gefallen - doch die Geschichte steht nicht still. In Flensburg kreuzen sich die Wege von Agenten, Überlebenden und alten Eliten. Zwischen zerfallender…
Alle aktuellen BuchLink-Leseproben finden Sie
hier