Die vier Soziologiestars
Stephan Lessenich,
Steffen Mau,
Heinz Bude und
Koloma Beck wurden in Berlin in ein "Battle" geschickt. Welche Denkschule obsiegt? Elke Schmitter
war für den
Perlentaucher die Sportreporterin. Sie vergibt auch Haltungsnoten. Inhaltlich stehen sich Heinz Bude und Koloma Beck zum Beispiel nahe: "Doch, als übernähme
der Geist Bourdieus die Führung, entscheidet in dieser nachbarschaftlichen Beziehung auf dem Podium nicht mehr das Argument, nicht einmal mehr der Gehalt, sondern
nur noch der Habitus. Bude lässt den Zeigefinger schweben und wird zum weißen alten Mann, der Humor wie Contenance verliert. 'Hegemoniale Erzählung', das sei doch 'Tinnef', 'Narrativgedöns'! Und Koloma Beck friert, trotz solidarischen Stöhnens im Publikum, leider ein."
"Es sind wirklich vollkommen irre Zeiten", notiert ein perplexer Jens-Christian Rabe in der
SZ nach einem denkwürdigen Abend in Schloss Elmau. Dort fand "World in Pieces" statt, eine
Tagung mit Intellektuellen wie Timothy Garton Ash, Peter Sloterdijk, Eva Illouz, Scholz' Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt oder Alexander Soros. Und mittendrin der rechte Vordenker
Curtis Yarvin, den
Ivan Krastev eingeladen hatte, weil "die Auseinandersetzung mit diesem Denken 'für uns' viel wichtiger ist als für Yarvin", wie Krastev erklärte. Er "macht das Gespräch zu einer eher stillen, skrupulösen, aber deshalb umso denkwürdigeren Erinnerung an die zentralen politischen Errungenschaften des Westens: die Machtkontrolle und vor allem die
friedliche Machtübergabe. Yarvins Einlassungen und Auslassungen sind kaum weniger denkwürdig. Mit fast kindlicher Hartnäckigkeit möchte er die Versprechen und Abstraktionen der Demokratie (etwa die Gerechtigkeit oder die Gleichheit), die er fast kindlich wortwörtlich nimmt, als 'Illusionen' entlarven. Und als Ausweis von
unverzeihlicher (
intellektueller)
Schwäche entlarven. Ein Austausch über die Idee von 'nützlichen' Illusionen, den Krastev versucht, kommt nicht wirklich zustande. Stattdessen fällt irgendwann der Satz: 'Nothing is ever impressive, when it's weak' - was schwach ist, könne niemals eindrucksvoll sein."