Carale Cadwalladr recherchiert für
Guardian und
Observer über russische Einflussnahme in der Brexit-Kampagne. Auf dem Twitter-Konto
Leave.EU von Nigel Farages Ukip wird die Journalistin in einer Montage verprügelt,
schreibt sie: "In einer ganze Reihe stehen Leute an und warten, dass sie drankommen. Der letzte in der Reihe
trägt ein Gewehr." Wäre das Video vor ihrer Wohnung projiziert worden, so Cadwalladr, hätte sie Klage wegen Aufstachelung zur Gewalt erheben können, aber gegen Twitter und die anderen sozialen Netze könne sie so nicht vorgehen: "Im letzten Monat sind die Tech-Giganten schreiend und fuchtelnd vor verschiedene Untersuchungsaussschüsse von US-Kongress und Senat gezogen worden. In Britannien hat dieser Prozess noch nicht mal begonnen. Der fehlende
öffentliche und politische Druck ist peinlich. Die kaum stattfindende Berichterstattung verstörend. Und das Video von Leave.EU ist nur ein kleines Beispiel, das zeigt, wie das funktioniert." Über russische Einflussnahme auf den Brexit schrieb Cadwalldr unter anderem
hier.
"Wir können
Facebook nicht sich selbst kontrollieren lassen",
schreibt Sandy Parakilas, die einst bei Facebook für mehr Datenschutz sorgen sollte und diese Versuche aufgab, in der
New York Times: "Facebook-Chefin Sheryl Sandberg erzählte in einem Interview mit Axios im Oktober, dass die Firma
russische Propaganda-Anzeigen entdeckte, weil sie in
Rubeln bezahlt worden waren. Wenn man bedenkt, wie simpel das ist, hätte diese Entdeckung schon weit früher gemacht worden können - und nicht erst ein Jahr nach den Wahlen. Aber offenbar hat Facebook bei dieser Untersuchung dieselbe Haltung eingenommen wie zu meiner Zeit: nur reagieren, wenn die Presse oder Behörden etwas zum Thema machen."