Wie vor einigen Tagen
Emily Bell (unser
Resümee) ist auch Sascha Lobo in seiner Spiegel-Kolumne
überzeugt, dass die mangelnde Kennzeichnung von Werbung bei
Facebook und Google die Verbreitung von
Fake News im amerikanischen Wahlkampf erleichterte: Hinzukommt, dass 77 Prozent der Werbeausgaben im Wahlkampf an diese beiden Plattformen gingen. "Facebook und Google haben so hart wie erfolgreich daran gearbeitet, Werbung in Propaganda zu verwandeln. Kurz gesagt, aus der Kunst der Verführung eine Wissenschaft der Manipulation zu machen. (…) Aber das ist nicht alles. Es gibt einen großen strukturellen Unterschied zwischen Facebook-Werbung und klassischen Online-Bannern: die perfekte,
datengetriebene Vermischung von Werbung und Inhalten. Je ähnlicher Werbung den Inhalten ist, desto größer die Reaktionswahrscheinlichkeit."
Gerade wurden nach pharaminösen Zahlen der Konzerne
Google,
Amazon und
Microsoft die jüngsten Quartalsdaten bei
Facebook bekannt: Der Konzern machte - im Quartal! - bei 10 Milliarden Dollar Umsatz
4,7 Milliarden Dollar Gewinn. Da passt ein Artikel, auf den Constanze Kurz bei
Netzpolitik hinweist: Der Blogger
André Staltz erzählt, "wie das Web im Jahr 2014
zu sterben begann". Faktoren sind nicht nur die zunehmende Mobilnutzung und die Lösung des Internets von Browsern, sondern vor allem die
Techgigangten, die laut Staltz aufgehört haben,einander Konkurrenz zu machen: "GOOG ist keine Internetfirma mehr, sondern die
Wissens-Internetfirma. FB ist keine Internetfirma, sondern eine
Soziales-Netz-Firma. Früher standen sie im Wettbewerb und machten das Netz dadurch vielfältig. Heute scheinen sie zufrieden mit der
überwältigenden Dominanz von Teilen des Web - und so verlieren wir Auswahlmöglichkeiten. Was uns zu einem anderen Teil des Web bringt:
E-Commerce und AMZN."
Außerdem: Axel Weidemann geht in der
FAZ der Frage nach, ob Virensoftware des russischen Unternehmens
Kaspersky von Hackern genutzt wurde, um Daten der NSA zu erbeuten.