9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

351 Presseschau-Absätze - Seite 33 von 36

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.07.2015 - Kulturmarkt

(Via heise.de) "Immer mehr Verlage kippen das harte Digital Rights Management", meldet der buchreport: "Die deutschen Töchter der Holtzbrinck Publishing Group werden ab August ihre E-Books mit "weichem Kopierschutz" anbieten. Die digitalen Bücher von Droemer Knaur, Kiepenheuer & Witsch, den Rowohlt Verlagen und der S. Fischer Verlage kommen künftig mit digitalen Wasserzeichen in den Handel. Ende Juni hatte Bonnier den Abschied vom "harten" DRM gemeldet." (Zu Bonnier gehören Piper und Ullstein.)

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.07.2015 - Kulturmarkt

Mit VW hat es nicht geklappt, aber der Residenz-Verlag gehört jetzt Porsche (in Gestalt des Urenkels von Ferry Porsche, Peter Daniell Porsche), berichtet Rüdiger Wischenbart im buchreport: "Es ist eine kleine Übernahme, die jedoch gleich zwei viel weiter reichende Veränderungen beleuchtet. Die österreichische Verlagsszene gruppiert sich neu mit entschiedenem Blick auf die lokale Nische, mit Österreichthemen und Akzent auf Lebens- und Traditionswerten..."

Weiteres: Die Erben des überraschend verstorbenen Suhrkamp-Mitbesitzers Hans Barlach wollen den Konflikt mit dem Verlag beilegen, meldet turi2 mit Bezug auf Focus.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.07.2015 - Kulturmarkt

Amazon will seine Ebook-Publisher künftig nach gelesenen Seiten bezahlen. Der Literaturwissenschaftler Guido Graf meint im Interview mit Kornelius Friz von der FAZ, dass man noch zwei Parameter kennen müsste um zu sehen, wie das Modell funktioniert: "Welche Zeichenzahl gibt Amazon als eine Seite vor, und zweitens, wie viel Zeit muss ein Leser auf einer Seite verbringen, damit sie als gelesen gilt? Darüber schweigt Amazon bisher. Wenn man beides wüsste, könnte man versuchen, den Leser dazu zu bringen, dranzubleiben. Da käme man allerdings ziemlich rasch zu einer riesengroßen Zahl an Texten, die alle gleich funktionieren."
Stichwörter: Amazon, Ebooks

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.07.2015 - Kulturmarkt

(Via Politico.eu) Zumindest von seinen persönlichen Finanzen scheint Yanis Varoufakis einiges zu verstehen. Drei Stunden nachdem der beliebte griechische Finanzminister zurückgetreten war, ließ er über seinen Verlag mitteilen, dass sein Buch "The Global Minotaur" demnächst in aktualisierter Form wieder aufgelegt wird, berichtet Matina Stevis in einem Blog des WSJ. "Die Pressefrau von Zed Books, Varoufakis" Verlag, sandte den Korrespondenten eine E-Mail, die Varoufakis als "possibly the coolest, charismatic and most intelligent Finance minister ever" beschreibt und den Hashtag: #MinisterofAwesome vorschlägt."
Stichwörter: Varoufakis, Yanis

9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.06.2015 - Kulturmarkt

Die Literaturbloggerin Mara Giese berichtet auf Buzzaldrins Bücher über Diskussionsveranstaltungen bei der Electric Bookfair in Berlin, bei denen es um die Zukunft von Ebooks und des Literaturmarkts ging: "Die Verlagsstrukturen weichen immer stärker auf, Verlage und Autoren müssen sich aus diesem Grund neu positionieren. Es gibt immer mehr Autoren, die mittlerweile auf einen Verlag verzichten, weil sie das, was ein Verlag bietet, sich auch woanders herholen können. Einer der Teilnehmer bezeichnete diese Phase des Umbruchs als Experimentierfeld - es gibt viele neue Entwicklungsmöglichkeiten, es bleibt dabei aber immer die Frage, ob und wie sich neue Formen etablieren können."
Stichwörter: Ebooks, Umbruch

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.06.2015 - Kulturmarkt

Amazon will die Autoren auf seiner Self-Publishing-Plattform künftig nicht mehr nach "Ausleihen" honorieren, sondern nach der Zahl der tatsächlich gelesenen Seiten, meldet Angela Schader in der NZZ. Sie hat allerdings ihre Zweifel, ob diese Honorierungsart gerechter ist als die alte: "das Lesegerät ist ja prädestiniert für Lektüren unterwegs und in Kontexten, wo man sich nicht unbedingt auf Komplexes einlassen kann oder mag. Und sollte unter den schmalen Novellen einmal eine sein, die nicht nur ein Juwel ist, sondern auch von den Lesern als solches erkannt wird, dann geht die Rechnung immer noch nicht auf: Sogar mit einem ganzen Tross begeisterter Leser wird das Buch aufgrund des neuen Bezahlmodells weniger einspielen als ein fetter, süffiger Wälzer mit wesentlich kleinerer Gefolgschaft."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.06.2015 - Kulturmarkt

Bei aller Bewunderung für die amerikanischen Serien. Hanns-Georg Rodek plädiert in der Welt dafür, nicht die Schönheiten des europäischen Rechte-Flickenteppichs leichtferig aufzugeben: "Netflix ist für den Film das, was Aldi oder Carrefour für Lebensmittel sind: das mächtige Bindeglied zwischen Hersteller und Konsument, das dem einen maximalen Absatz und dem anderen maximale Auswahl verspricht und am Ende beiden die Preise diktiert."

In der FAZ warnt Uwe Ebbinghaus außerdem vor den Überwachungsmöglichkeiten, die im sogenannten Smart-TV stecken und ruft nach Regulierung.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.06.2015 - Kulturmarkt

In der Welt fallen Konstantin Richter eine ganze Reihe von Gründen ein, warum die Verlage mit ihren E-Book-Singles nicht bei Leserinnen und Lesern landen. Zum Beispiel das fantasielose Angebot: "Da ist die Short Story, die jahrelang auf dem Harddrive gelegen hat, weil kein Verlag sie haben wollte. Der Professorenvortrag, dessen Manuskript ohnehin schon vorhanden war. Die Seite-3-Reportage, die mit Bonusmaterial zur Maxiversion erweitert wird. Von den enormen Möglichkeiten, die das E-Book hinsichtlich Hyperlinks und Bild- und Videomaterial bietet, macht die Buchsingle noch kaum Gebrauch. Sie führt kein Eigenleben, ist kein neues Genre, bloß ein zusätzlicher Absatzkanal."
Stichwörter: E-Book-Singles, Hyperlinks

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.06.2015 - Kulturmarkt

Apple gründet einen Streamingdienst für Musik, um Spotify Konkurrenz zu machen. Michael Pilz fürchtet in der Welt vor allem eins: "Jeder, der bei Itunes registriert ist, wird zu spüren kriegen, dass einem von Apple keine Angebote unterbreitet werden: Man wird missioniert."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.05.2015 - Kulturmarkt

In der Welt berichtet Marcus Woeller, dass Max Liebermanns "Reiter am Strand" zwei Monate nach ihrer Restititution aus dem Gurlitt-Nachlass auf dem Kunstmarkt gelandet sind. Zuvor hatte der Erbe eine finanzielle Entschädigung abgelehnt: ""Ich nehme kein Geld von diesen Menschen. Ich möchte das Bild zurück, weil es mir gehört und Teil meines Erbes ist", erklärte er 2014 der Deutschen Welle in einem Interview. "Ich möchte nicht, dass irgendjemand anderes es besitzt.""

Georg Oswald, Leiter des Berlin Verlags, fürchtet in der FAZ angesichts der TTIP-Verhandlungen unter anderem um die Buchpreisbindung.