9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturmarkt

351 Presseschau-Absätze - Seite 34 von 36

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.04.2015 - Kulturmarkt

Isabelle Graw, Herausgeberin der Zeitschrift Texte zur Kunst, begründet in der FAZ, warum sie kein Problem mit dem boomenden Kunstmarkt hat: "Das ist das Privileg der bildenden Kunst: dass sie in Marktverhältnissen gründet, es in ihr aber auch um andere Dinge gehen kann. Dieses Andere ist jedoch nur zu der Bedingung zu haben, dass ihre grundlegende Verwobenheit in ökonomische Umstände Anerkennung findet."
Stichwörter: Kunstmarkt

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.04.2015 - Kulturmarkt

Arno Widmann war für die FR auf einer Tagung der Bahnhofsbuchhandlungen, die - abgesehen vom Bahnstreik - wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken: "Allerdings darf man nicht vergessen: Die Tagung war ein Treffen der Überlebenden. Der Konzentrationsprozess ist im Bahnhofsbuchhandel noch stärker als sonst in der Branche."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 21.04.2015 - Kulturmarkt

Die Filmproduzentin Manuela Stehr plädiert im Gespräch mit Hanns-Geord Rodek in der Welt nicht nur gegen eine Liberalisierung von Kultur im Zeichen der TTIP-Verhandlungen, sondern auch gegen die Schaffung europäischer, statt nationaler Lizenzen für die Auswertung von Filmen. Allzu sehr ist ihr der Europudding mit den vielen Töpfen ans Herz gewachsen: "Die große Mehrheit aller europäischen Filme sind Koproduktionen: Jeder holt aus seinem Land einen Teil der Finanzierung. Das kann er nur, weil sich diese Rechte national und exklusiv lizenzieren lassen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 14.04.2015 - Kulturmarkt

(Via turi2) Ein langer Streit zwischen Amazon und HarperCollins über Preise und Provisisonsraten von Ebooks scheint beigelegt, berichtet die New York Times: "HarperCollins brachte am Montag eine kurze Pressemitteilung heraus und schreibt, dass das Haus "eine Vereinbarung mit Amazon getroffen hat. Unsere Bücher bleiben im Print und als Ebooks bei Amazon verfügbar.""
Stichwörter: Amazon, Ebooks, HarperCollins

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.04.2015 - Kulturmarkt

Verlage sollten von Amazon lernen und eine Konkurrenz zum gefürchteten Riesen aufbauen, meint Ulf Erdmann Ziegler in der FAZ ud träumt: "Vielleicht könnte man - denn das ist dem "totalitären" Amazon nicht möglich - einem solchen Online-System eine neue, regere, klügere Form von Öffentlichkeit hinzustellen, eine Mischung aus den Blogs der Verlage, wie sie jetzt schon existieren - unter Beteiligung der Autoren -, und einem Leserfeedback, das nicht auf Manipulation beruht."

Breite Berichterstattung auch über die Entscheidung des Diogenes-Verlags, nicht zur Frankfurter Buchmesse zu kommen. In der FAZ spricht Bestseller-Autor Martin Suter über die Probleme der Schweizer Verlage nach der Lösung des Franken vom euro. In der SZ berichtet Thomas Steinfeld.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.03.2015 - Kulturmarkt

Ausgerechnet Dieter Gorny, Lobbyist der Musikindustrie, wird von Sigmar Gabriel zum ehrenamtlichen Digitalbeauftragten in seinem Ministerium gemacht. Laut Stefan Krempl bei heise.de bedauert Gabriel auch ausdrücklich, "die Digitalisierung zunächst den Netzpolitikern überlassen zu haben". Gorny sagte dann auch gleich das Erwartbare: "Die hiesige Antwort auf das Silicon Valley müsse sich aus europäischen Werten "wie geistigem Eigentum und Urheberrecht" speisen. Das Wohl und Wehe der Musikbranche dürfe nicht ein paar Nerds überlassen werden."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 18.03.2015 - Kulturmarkt

Im Tagesspiegel erklärt Klaus Staeck, warum er kurz vor Schluss noch einmal die Ausstellung "Kunst für alle" als Feier des Multiplen in der Berliner Akademie der Künste organisiert: "Die Frage ist doch, inwieweit man sich von diesem hypertrophen Kunstmarkt anstecken lässt, oder ob man anfängt wieder darüber nachzudenken, Gegenmodelle zu schaffen. Die Ausstellung ist als Anregung gedacht, dem Wahnsinn des Marktes etwas entgegenzusetzen. Im Mai höre ich als Präsident der Akademie der Künste auf. Das ist mein letztes Aufbäumen hier."

Kia Vahland ärgert sich in der SZ über Abzocker wie Helge Achenbach und Wolfgang Beltracchi, die sich als Mischung aus Schlitzohr und Robin Hood inszenieren: "Mal ein Linker gewesen zu sein, der für den chilenischen Präsidenten Salvador Allende schwärmte, schadet hier gar nichts, im Gegenteil: Es passt zum Bild des Rebellen, der nun zwar nicht mehr im Dienst der Revolution, sondern für die eigene Sache kämpft, dies aber mit der gewitzten Dreistigkeit von einst."

Der Langenscheidt-Verlag baut massiv Personal ab, meldet buchreport.de: 29 von 90 Mitarbeitern müssen mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.03.2015 - Kulturmarkt

Thomas Steinfeld denkt in der SZ anlässlich des Falls Achenbach, der demnächst entschieden wird, über das Wesen des Kunstmarktes nach: "Dass die Kunst, eben wegen ihres auratischen Charakters, den üblichen Verwertungsformen des Kapitals nur unter Schwierigkeiten anzupassen ist, begründet nun vor allem ihren realen Wert."
Stichwörter: Achenbach, Helge, Kunstmarkt

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.03.2015 - Kulturmarkt

E-Books sind keine Bücher, darum darf auf sie auch nicht die reduzierte Mehrwertsteuer angewandt werden. So entschied es am Donnerstag der Europäische Gerichtshof in einem Urteil gegen Frankreich und Luxemburg, meldet in der taz eine fassungslose Sonja Vogel: "Kurz gesagt: Alles, was man nicht unter den Tisch klemmen kann, wenn er wackelt, ist keine Kultur. Und genießt darum keinen besonderen Schutz." Im Perlentaucher kommentiert Rüdiger Wischenbart: "Das EUGH Urteil, gegen das nun innerhalb nur eines Tages die Verleger- und Buchhändlerverbände vieler europäischer Verbände einen gemeinsamen Brandbrief nach Brüssel abgeschickt haben, ändert wohl nichts am Kern des Dilemmas: Es fehlt eine selbstgewisse, klare wie auch gemeinsame Strategie der Verleger und Buchhändler (und auch der Bibliothekare!) in Sachen digitales Buch und digitales Lesen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 05.03.2015 - Kulturmarkt

Red Bull gründet einen literarischen Verlag. Katharina Teutsch unterhält sich in der FAZ mit Verlegerin Birgit Schmitz, die schon weiß, was sie nicht machen will: "Drittklassige Krimis zum Beispiel. Als Verleger denkt man ja aus ökonomischen Erwägungen meist so: Ich brauche noch was für Frauen, noch was Junges, eine Coming-of-age-Geschichte. Das ist für mich bei Red Bull Media House alles keine Frage mehr. Ich kann hingehen und sagen: Das ist das Buch, das ich verlegen will. Das ist das, was irgendwie in diesen Spirit von Red Bull passt."