Ist da nicht irgendetwas problematisch,
fragt in der
taz Benjamin Weber mit Blick auf
Stephan Holthoff-Pförtner, den neuen NRW-Minister für Bundesangelegenheiten, Europa, internationale Beziehungen und Medien: "Nach wie vor ist Holthoff-Pförtner mit 17 Prozent Miteigentümer der
Funke Mediengruppe - einem der wichtigsten Medienkonzerne des Landes. Allein in NRW gehören
zwölf Radiosender und
vier Tageszeitungen (wie die
WAZ) zum Essener Unternehmen (Jahresumsatz 2015: 1,3 Mrd. Euro). Die
Rheinische Post schreibt, die Anteile des Ministers seien 250 Millionen wert. Kann ein solcher Minister unabhängig politische Entscheidungen treffen?"
In der
NZZ beklagt Stefan Betschon den
fehlenden Technikjournalismus im deutschsprachigen Raum. Anspruchsvolle lange Texte, die neue Technikentwicklungen erklären und es dem Leser so erlauben mitzureden bei neuen Technologien, gibt es praktisch nicht. Selbst in Amerika werde das langsam spürbar, aber da tut sich wenigstens was: "Ende 2013 schrieb die amerikanische Wirtschaftsjournalistin
Jessica E.
Lessin: 'Technology news needs a reboot', die Technik-Berichterstattung brauche einen Neustart. ... Lessin, die sich als Journalistin des
Wall Street Journal (
WSJ) Meriten erworben hat, stemmt sich gegen das Möglichst-schnell-möglichst-viel-Prinzip. Die von ihr gegründete News-Site
The Information verspricht eigenständige, 'deeply-reported' Geschichten, die nur gegen Entgelt gelesen werden können. Lessin ist nicht die Einzige, die die Online-Berichterstattung im Themenbereich Technik als
reformbedürftig betrachtete. Auch andere amerikanische Journalisten verspürten zwischen 2011 und 2014 den Drang, die Technik-Berichterstattung neu zu erfinden. Walt Mossberg und Kara Swisher (ehemals
WSJ) gründeten
Recode.net (seit 2015 Teil von
Vox Media), Joshua Topolsky (ehemals
Engadget) lancierte
Theverge.com. Zu den Innovationen von The Verge gehört das Genre Long Form, das Platz schafft für weitschweifige Reportagen."