Wer glaubte, die real existierende
Spiegel-Bestsellerliste entspreche einer Wirklichkeit, sieht sich getäuscht. Bei
Spiegel online erklärt die stellvertretende Chefredakteurin Susanne Beyer, warum der
Spiegel das missliebige Buch "
Finis Germania", das nur durch die Manipulation eines
Spiegel-Kollegen bekannt wurde (unsere
Resümees), von der Liste entfernte: "Das Buch 'Finis Germania' hat in der
Spiegel-Bestsellerliste von Heft 29 Platz 6 erreicht. Ohne die Empfehlung unseres Kollegen hätte das Werk des im vergangenen Jahr verstorbenen Autors es unserer Einschätzung nach nicht in die Liste geschafft; das Buch ist in einem kleinen und durch rechtsextreme Publikationen geprägten Verlag erschienen. Insofern haben wir in diesem Fall eine
besondere Verantwortung. Deswegen haben wir das Buch in Heft 30 von der Liste heruntergenommen."
So macht man Schlimmes noch schlimmer,
meint Rainer Moritz in der
NZZ: "Wer im Nachhinein leugnen will, dass sich ein Buch
gut verkauft, greift genau zu jenen Maßnahmen, die man den sogenannten Rechtspopulisten liebend gern vorwirft. Warum nur halten es manche
so schwer aus, dass ihre eigenen Gedankengebäude und ihre offenbar für unangreifbar gehaltenen Überzeugungen angezweifelt werden? Warum
streitet man nicht, warum diskutiert man nicht, warum macht man sich nicht daran, das Verachtete zu widerlegen, anstatt
vom hohen Ross aus Geringschätzung zu zeigen? Es zu negieren und voreilig aus dem demokratischen Diskursfeld zu entfernen, ist ein Armutszeugnis." Auch Martin Oehlen
meint in der
Berliner Zeitung: "
Souverän ist anders!"
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