Da kritisiert eine Autorin in der
taz mal die
katholische Kirche, und was kritisiert sie? Dass Frauen nicht
Priesterinnen werden dürfen, als sei es das dringendste Problem, die Kirche personell zu verstärken. Den Zustand in Deutschland aber
beschreibt sie korrekt: "Den Islam drängt man, endlich Kirche im deutsch-rechtlichen Sinne zu werden, während der Katholizismus immer weniger Kirche ist. Eher ein Unternehmen:
650.000 Angestellte, daneben eine schmale Riege von 14.000 Priesterlein. Und die Basis, respektive Kunden, eilen davon: jährlich
100.000 Austritte, in jüngster Zeit noch weitaus mehr."
Durch die Debatten um
Kopftuch und Gebetsräume an Schulen und Universitäten im Islam ist die Frage von
Staat und Religion neu gestellt, schreibt
Udo Di Fabio auf den politischen Seiten der
FAZ. Er plädiert aber gegen die Idee des
Laizismus, die dem Staat strikte Neutralität auferlegt, denn in der deutschen Tradition, die die Gesellschaft als Kondominium von Staat und Kirche ansieht, ist der Staat "
wohlwollend neutral". Di Fabios Lösung, etwa bei der Frage ob Richterinnen Kopftuch tragen dürfen: "Hilfreich ist die Fähigkeit zur Differenzierung: zwischen Vertretern des Staates und dem Publikum, zwischen religiösen Symbolen und
kulturellen Kampfansagen wie der Vollverschleierung." Aber schon ein Kopftuch wäre Di Fabio bei einer Richterin zuviel: "Ist es zu viel verlangt, dass eine Muslimin, die als Richterin diese voraussetzungsvolle Rechtsordnung repräsentiert, im Gerichtssaal ihrerseits ein
Zeichen der Neutralität gibt?"