Mit farbigen Abbildungen. Über den deutsch-deutschen "Bilderstreit". Unvergessen sind die harschen Worte des Künstlers Georg Baselitz, der im Sommer 1990 Künstlern aus der DDR vorwarf, "keine Künstler, keine Maler" zu sein, sondern "Propagandisten der Ideologie". Der folgende Sturm der Entrüstung prägte die Debatten über den Wert und einen angemessenen Umgang mit Kunst aus der DDR. Mittlerweile hat ostdeutsche Kunst zwar ihre Anerkennung gefunden, und ostdeutsche Künstler haben einen festen Platz im kollektiven bundesdeutschen Gedächtnis. Dennoch lodert der Konflikt um das künstlerische Erbe der DDR immer wieder auf.Das Buch von Anja Tack erläutert die Hintergründe dieses Streites und ordnet die unterschiedlichen ost- und westdeutschen Positionen in ihren jeweiligen Kontext ein. Die Autorin entfaltet den Konflikt als einen permanenten gesellschaftlichen Aushandlungsprozess über den Umgang mit dem kulturellen Erbe der DDR, den es auch heute noch fortzusetzen gilt. Ein vergleichender Blick auf die Auseinandersetzung mit Kunst aus der Volksrepublik Polen öffnet den Horizont über die nationalen Grenzen hinaus.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.05.2021
Rezensent Ingo Arend erkennt in Anja Tacks Dissertation einen wichtigen Beitrag zur Erhellung der Triebfedern gesellschaftlicher Debatten. In diesem Fall geht es um die Auseinandersetzung zwischen Ost- und Westkünstlern, den deutsch-deutschen Bilderstreit, den die Autorin laut Arend von 1959 bis zum Wirken der Leipziger Schule "minutiös" wie gut verständlich rekonstruiert und analysiert. Dass Tack dabei nicht auf mächtige Thesen setzt, sondern einleuchtend belegt, dass es sich um einen Stellvertreterkrieg handelte, einen Krieg der Systeme eigentlich, der die Kämpfe und Erfolge der DDR-Künstler geflissentlich außer Acht ließ.
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