Aus dem Französischen von Rainer G. Schmidt. Herausgegeben von Andreas Gehrlach und Stephan Zandt. Im Leben wie im Denken so radikal wie kaum ein zweiter, sind Élisée Reclus' politische, anthropologische und ökologische Schriften aktueller denn je. Nach der Freiheit des Menschen strebend, lehnt er alle Autoritäten außer derjenigen der Vernunft ab und wusste schon vor 150 Jahren, dass die Menschheit auf Gedeih und Verderb ein Ganzes mit dem Planeten bildet. Mitten in der Entstehungsphase der Moderne sieht er ihre ökologische Krise voraus und regt zur Erfindung neuer solidarischer Beziehungsformen an, die über die Menschen hinaus auch die Tiere und Pflanzen einschließen. Während Reclus dabei die ökologischen und sozialen Verheerungen seiner Gegenwart anprangert, feiert er im gleichen Atemzug und allen Widerständen zum Trotz die Fortschritte der Freiheit und die Entstehung neuer Lebens- und Sozialmodelle. Für ihn ist jede Generation die "Letzte Generation", die aber immer auch die erste einer erlösten Erde sein kann: "Menschen des Wunsches", wie er sie nannte, Menschen, die daran arbeiten, das Ideal einer anderen Welt und einer anderen Erde zu verwirklichen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2024
Rezensentin Sonja Asal entdeckt in dem von Andrea Gehrlach und Stephan Zandt herausgegebenen Band über den Geografen Elysee Reclus und seinen Anarchismus Bemerkenswertes. Wie Reclus Humangeografie und anarchistische Theorien mit "synoptischem Blick" verband, findet Asal erstaunlich. Die drei abgedruckten Texte des Autors künden von einer Position wider den Fortschrittsgeist seiner Zeit, erklärt die Rezensentin. Reclus hält dem eine spiralförmige Entwicklung entgegen und zeigt sich vor Hardt/Negri als "Denker der Mikromächte", so Asal mit Sympathie für diesen immer wieder überraschend aktuellen Autor.
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