Beim Musikfest Berlin wurde MarcBlitzsteins im Jahr 1929 komponierte Bauhaus-Oper "Parabola and Cirula" vom Symphonieorchester der schwedischen Stadt Norrköping unter Karl-HeinzSteffens konzertant welturaufgeführt. Das Bauhaus und die Musik - das war bislang ein in der Forschung und Rezeption eher unterbelichtetes Kapitel, stellt Wolfgang Schreiber in der SZ fest. Diese Entdeckung nun ist dem Forschungsprojekt "Bauhaus Music" zu verdanken, dessen Ergebnisse man hier einsehen kann. Und wie war's? "Blitzsteins komplex beladene Partitur lässt Steffens in einen durchgehend robusten Klangfluss einmünden, angetrieben und manchmal beseelt von Vitalität und expressiver Willensstärke, ausbuchstabiert immer wieder in kantigen Gesten. Sieben stimmgewaltig und lebensnah erzählende Protagonisten ... lassen fast vergessen, dass das theatralische Narrativ der Oper von rein geometrischen Existenzen verkörpert wird. Die Figur der Parabel (Parabola) und der Kreis (Circula) sind die Eltern von Rechteck (Rectangula) und Punkt (Intersecta), die sich lieben, doch getrennt werden. Der Zweifel generiert den Konflikt. Prisma, Linie und Geodäsie sind Freunde, nur, es herrscht der Zweifel,am Ende wird der Kreis getötet. Unüberhörbar: Die abstrakte Oper eines jungen Komponisten will ein untergehendes Paradies ins Bewusstsein rufen."
In der tazstaunt Katharina Granzin darüber, wie Blitzsteins Librettist GeorgeWhitsett "die gesamte Affektorganisation der Opernwelt in Frage stellt". Er entpuppt sich "mit der nachdrücklichen Vernichtung des Konzepts der romantischen Opernliebe als der eigentliche Avantgardist des Projekts. Die Musik, die Blitzstein dazu komponiert hat, ist ein Konglomerat zahlreicher musikalischer Stilrichtungen, dessen prinzipielle Bühnenwirksamkeit in der rein konzertanten Aufführung nicht voll zum Tragen kommt, da choreografische und visuelle Elemente fehlen. Eigentlich aber müsste 'Parabola et Circula', ganz im Bauhaus-Geist, als multimediales Gesamtkunstwerk erlebt werden."
Weitere Artikel: Manuel Brug verabschiedet sich in der Welt von Michael Haefliger, der nach 26 Jahren als Leiter des LucerneFestivals den Stab weiterreicht. Matthias Heine spricht in der Welt mit dem Linguisten RomanSchneider, der anhand von deutschen Poptexten der Siebziger bis heute einen mehr als fünf Millionen Wörter umfassenden "Songkorpus" erstellt hat, anhand dessen er "sprachliche Entwicklungen, Muster und eben auch Besonderheiten empirisch fundiert" erforscht, zumal "Songtexte ein hervorragendes Beispiel für Umgangssprache sind, die sich ansonsten in den üblichen Korpora aus redigierten Pressetexten und Belletristik nicht findet".
Besprochen werden der von TuganSokhiev dirigierte Saisonauftakt der Wiener Philharmoniker mit MarthaArgerich, die laut Standard-Kritiker Stefan Ender "grelle Drastik und bizarre Komik, lyrische Poesie und packende, anschauliche Theatralik ... par excellence demonstrierte", Ghostwomans Album "Welcome To the Civilized World" (FR) und neue Pop- und Rockveröffentlichungen, darunter "Appear/Disappear" von The Young Gods ("Irgendwo in der Mitte zwischen röhrendem Hirsch, dem Pathos eines Jim Morrison, sperrigem Liedgut von Hausgott Kurt Weill sowie böllerndem Hau-drauf-und-Schluss", freut sich Christian Schachinger im Standard).
Nach dem Skandal um die Ausladung von Lahav Shani vom Flanders Festival in Gent fühlten sich einige propalästinenische Aktivisten offensichtlich dazu berufen, das von ihm dirigierte Konzert der Münchner Philharmoniker in Wien mit lautstarken "Free Gaza"-Rufen und ausgerollten Transparenten für mehrere Minuten tumultartig zu unterbrechen. Kaum hatte das Sicherheitspersonal die Lage beruhigt, stellte sich ein weiterer Aktivist vor der Bühne auf "und brüllte 'Freiheit für Gaza!'", berichtet Christoph Irrgeher im Standard. "'Gehscheiß'n!', lautet die zornige Replik aus den Sitzreihen der Klassikfans." Shani bewies derweil "Beharrungsvermögen. Äußerlich ruhig wartete er das Radau-Ende ab und gab dann das Zeichen zum Neustart an das Münchner Orchester. Dieses beäugte das Publikum ab dem Zeitpunkt zwar skeptisch, konnte sich aber ohne weitere Störungen durch eine lyrische Wiedergabe von Beethovens Violinkonzert und Rachmaninows ungestüme Symphonische Tänze arbeiten."
Weiteres: Julian Theilen und Imke Merit Rabiega plaudern in der Welt mit dem Rapper KoolSavas. Besprochen wird Cardi Bs neues Album "Am I the Drama?" (Zeit Online).
Himmelherrje, in was hat sich NinaChuba da nur verrannt, ächzt Juliane Liebert auf Zeit Online, während sie das zweiten Album der Popmusikerin aus Schleswig-Holstein hört, die mit ihrem Hit "Wildberry Life" vor drei Jahren für einiges Aufsehen sorgte und nun Hyper-Pop nach allen Regeln der Epigonen-Kunst vorlegt: "Grässlich", schimpft Liebert. "Noch schlimmer ist es, wenn Nina Chuba emotional wird. Im Moment sind deutsche Emoträller von Poprapperinnen das große Ding. Aber Chubas Songs 'Überdosis' und 'Unsicher' sind kaum zu ertragen - musikalisch und textlich aufgepumpte Floskeln." Einfach nur "irrsinnig schade, dass Nina Chuba nicht ... ihren eigenen Stil, ihren eigenen Sound weiterverfolgt. Stattdessen klingt sie inzwischen wie alle anderen. Glückwunsch zum Haus am Meer. Leider ist ein Großteil der marktgängigen Popmusik heute präzedenzlos schrottig und überflüssig. Das ist keine aus stilistischen Gründen gewählte Hyperbel, sondern im Wortsinn gemeint: grässlich, unhörbar. So furchteinflößend grausig, so abgefuckt und austauschbar herz- und geistlos, dass man einen baldigen Hörsturz erfleht, sich aus dem Taxi werfen will oder den Supermarkt niederbrennen möchte, in dem man den ganzen unerträglichen Mist zwangshören muss."
Auch Joachim Hentschel ist in der SZ einigermaßen fassungslos: Über weite Strecken klingen die Texte so, als "hätte sie sich einbärtiger WDR-Jugendprogrammautorausdenachtziger Jahren ausgedacht". Dabei könnte alles so toll sein, wenn man Chuba nur lässt: Hentschel könnte sich vorstellen, wie sie "auf einer riesigen, türkisfarbenen Giraffe in die Szenerie einreitet. Sie könnte fette Eisenträger zu Fingerschmuck biegen. Würde in irgendeiner grauen Stadt, die wohl Berlin sein soll, Lichterketten um die Hochhäuser wickeln oder, mit Brauseschock-Kaugummis in der Backe, Juwelendiebe über Dächer jagen. Und so, ganz aus Versehen, Amazons James-Bond-Problem lösen."
Weitere Artikel: Karen Allihn berichtet in der FAZ vom Tsinandali Festivalin Georgien, wo unter anderem LisaBatiashvili und AndrásSchiff auftraten. Detlef Diederichsen staunt in der taz (nach Lektüre eines Textes von Kieran Press-Reynolds dazu) über die Welle von KI-CountrymitobszönenPornotexten, die gerade Spotify fluten (im deutschen Sprachraum ist übrigens im Hinblick auf die Ästhetik des klassischen Schlagers der Sechziger und Siebziger genau dasselbe Phänomen zu beobachten). Stefan Fromman plauscht für die WamS mit DavidKraft und TimWilke, die als Produzententeam The Cratez zahlreichen Größen im Deutschrap Nummer-Eins-Hits maßschneidern. Thaddeus Herrmann gibt in der taz Tipps fürs Musikstreamen abseits von Spotify.
Besprochen werden AlisonGoldfrapps Album "Flux" (FR), ein "Greatest Hits"-Album der Hamburger Band Oidorno (Jungle World) und MariahCareys Comebackalbum "Here For It All" (WamS).
In London fand das von BrianEno organisierte "TogetherforPalestine"-Benefizfestival statt. Enos Ruf folgten zahlreiche namhafte Musiker aus Pop und Rock, diverse Schauspielerinnen und Schauspieler überbrückten auf der Bühne die Pausen zwischen den Acts. Auch weil radikalisierte Aufrührer wie Kneecap und Bob Vylan von vornherein nicht eingeladen waren, war der Abend "weitgehend frei von Hass und antisemitischer Hetze", berichtet Andreas Borcholte im Spiegel. Unbehagen bleibt trotzdem: "Kein einziges Mal in vier Stunden wurden die israelischen Opfer des 7. Oktobers, 1200 Menschen, die größte Anzahl jüdischer Menschen nach dem Holocaust, auch nur erwähnt. Niemand in Wembley nahm den Namen der islamistischen in Gaza herrschenden Hamas in den Mund, die dieses Massaker verübt hat. Als hätte es keine 200 israelischen Geiseln gegeben, von denen mehr als 40 immer noch von der Hamas festgehalten werden. ... Die vereinfachende, unmittelbareGefühlswucht von Pop auf einen Konflikt anzuwenden, der nicht griffig in Gut gegen Böse einzuteilen ist, Recht gegen Unrecht, ist auf diese unbalancierte Art und Weise unfair."
Die klaffende Aussparung des Hamas-Terrors ärgert auch Jens Balzer auf Zeit Online. Deren Taten "scheinen - jedenfalls dort, wo wir uns am Mittwoch befanden, im Herzen der politisch engagierten Popkultur unserer Gegenwart - aus der historischen und politischen Erinnerung gänzlich getilgt worden zu sein. Alle Künstlerinnen und Künstler, die in der Öffentlichkeit stehen, müssten ihre Plattformen nutzen, um sich politisch zu positionieren, so sagte es die Schauspielerin Florence Pugh in einem flammenden Appell gegen Ende des Abends. Es gebe nicht mehr die Möglichkeit, sich nicht zu äußern, denn Schweigen sei Komplizenschaft. ... Aber wenn das so ist, wie können wir das Leid der israelischen Opfer beschweigen? Zu wessenKomplizen werden wir dann?"
In der Debatte um die Ausladung Lahav Shanis beim FlandersFestival in Gent hat Hartmut Welscher von VAN bei aller Solidarität mit Shani Hinweise aufs Leid in Gaza vermisst: "Dem Kampf gegen Antisemitismus, so könnte man ergänzen, ist auch nicht geholfen, indem man den Anschein erweckt, mit Mitgefühl und Empörung selektiv umzugehen und beim Thema 'Ausladung' zweierlei Maß anzulegen, je nachdem, wie es einem gerade ideologisch in den Kram passt. ... Die Forderungen nach Boykott haben in der Kultur auf allen Seiten mittlerweile ein Ausmaß angenommen, das mal ängstlich, mal kindisch ('wie du mir, so ich dir'), mal aufmerksamkeitsheischend, mal identitätsstiftend ('ich cancel, also bin ich') wirkt. Das Bedürfnis, der eigenen Ohnmacht im Angesicht von Unrecht und Leid irgendetwas entgegenzusetzen, und sei es eine symbolische Ersatzhandlung, ist verständlich. Angesichts der offensichtlichen Wirk- und Sinnlosigkeit der meisten Kulturboykotte, und angesichts der Tatsache, dass es in der Kultur wirklich nur sehr wenige 'Gergievs' gibt, fragt man sich bisweilen, ob es den Aufrufenden nicht eher um Stabilisierung der eigenen Gruppen-Identität und Feindbilder geht."
Am Samstag lässt Putin in Russland den IntervisionSongContest inszenieren, für den sich einige Länder - bis vor kurzem sogar noch die USA - "bereitwillig vor Putins Karren spannen lassen", kommentiert Karl Fluch im Standard. "Tatsächlich ist es ein ideologisch gesteuerter Gegenentwurf zum Eurovision Song Contest, der für all das steht, was das offizielle Russland am Westen abstoßend und verwerflich findet: persönliche Freiheit, Minderheitenrechte oder das Gift der Welt, Männer in hohen Schuhen. ... Es ist eine Ausgeburt des Zynismus: als brutaler Aggressor von Dialog und Vertrauen zwischen den Nationen zu sprechen und im selben Atemzug Millionen Tod und Verderben zu bringen." Derweil "geriert sich Außenminister Sergej Lawrow als Schutzherr der menschlichen Natur - so wie er sie sieht. Er verspricht, dass es bei der Show 'keine Perversionen und Verhöhnungen der menschlichen Natur geben wird'. ... Dabei ist nichts perverser und obszöner als Krieg. Aber Hauptsache, der Tod kommt nicht in Stöckelschuhen."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Weitere Artikel: Gina Thomas hat für die FAZ das neue, vom Victoria-&-Albert-Museum betreute und (wenn auch eingeschränkt) öffentlich zugängliche David-Bowie-Archiv in London besucht. Für die tazwirft Stephanie Grimm generell einen Blick auf aktuelle Aktivitäten zu Bowies Gedenken und bespricht dabei auch UweSchüttes Buch "Sternenmenschen - Bowie in Gugging". Bernhard Uske resümiert in der FR das Fratopia-Festival in Frankfurt. Max Nyfeller berichtet in der FAZ vom ZermattFestivalin der Schweiz. In Windsbach werden nun erstmals auch Mädchen im Chorsingen ausgebildet, berichtet Merle Krafeld auf VAN. Unter anderem die (seit geraumer Zeit in Berlin ansässigen) PetShopBoys engagieren sich in der Aktion "Tree Aid" für den Erhalt des Berlin-Neuköllner Emmauswaldes, meldet Ji-Hun Kim im Freitag. Und Benjamin Poore versucht auf VAN, sich Vivaldis zu Tode gerittenen "Vier Jahreszeiten" mit neuen Ohren zu nähern.
Besprochen werden ein von PaavoJärvi dirigierter Schostakowitsch- und Rachmaninow-Abend in Zürich mit dem Tonhalle-Orchester und der Solistin SolGabetta (NZZ), die Memoiren des Kreator-Frontmanns MillePetrozza (SZ) und Sophie Ellis-Bextors Album "Perimenopop" (taz).
Merle Zils porträtiert in der taz den Techno-Rapper Haxan030. Besprochen werden JonathanRichmans Album "Only Frozen Sky Anyway" (FR) und das neue Album von LolaYoung (NZZ, Standard).
Zu erleben war ein "Konzert, das eigentlich besser nie hätte stattfinden sollen", schreibt Manuel Brug in der Welt, und dies "unterschwerstenSicherheitsvorkehrungen freilich. So ist das heute. ... Man sah Lahav Shani durchaus an, dass er auf all dieses unfreiwillig hervorgerufene Politsäbelgerassel gern verzichtet hätte, lieber sich einzig und ruhig auf den Beethoven konzentriert hätte. Doch er, die Musiker, auch die souverän auf ihrer herrlich klingenden Joseph-Guarneri-del-Gesu-Violine aus dem Jahre 1739 aufspielende LisaBathiasvili, sie konnten jetzt endlich ihrem eigentlichen Metier nachgehen. Sie gewannen in ihrem eigentlichen, geschützten Raum schnell an Sicherheit, gingen aus sich heraus, steigerten sich bis zum rauschhaften Finale."
"In den ergreifendsten Momenten schweigt das Orchester", hält Raoul Löbbert auf Zeit Online fest. "Regungslos steht auch Shani da und lauscht allein Batiashvilis Violine. Dann setzt das Orchester wieder ein, und es klingt wie eine Rettung, wie ein Trost, wie ein Segen, an dem man sich, wenn es schlimm kommt, wieder aufrichten kann. Es klingt wie Frieden und Versöhnung. All das hört man, man sieht es auch in Batiashvilis Gesicht. Lahav Shani hingegen scheint rein äußerlich ungerührt, nichts verrät eine emotionale Beteiligung - bis auf ein kleines Detail. Auf einmal steht der Dirigent breitbeinig auf dem Podium vor seinem Orchester. So als würde er in diesem Augenblick an der Musik wachsen. So als brauche er sie zur Selbstbehauptung. Gerade jetzt."
FAZ-Kritiker Gerald Felber ist vom Antisemitismus-Vorwurf gegenüber dem Flanders Festival derweil nicht überzeugt und ist auch skeptisch angesichts der feierlichen Stimmung im Saal. Es "bleibt ein merkwürdiger Nachgeschmack, wenn nun bei Weimers Rede just nach dem Wort 'beschämend' heftiger Beifall ausbricht. Kann man eigentlich, wenn etwas als 'beschämend' konstatiert wird (hier eben die Tatsache, einem Künstlerkollektiv Zuflucht bieten zu müssen, das anderswo ausgetrieben wurde), daran etwas bejubelnswert finden? Höchstens nur dann, wenn man sich auf der exakt alternativen, mithin richtigen Seite der Geschichte und Gesellschaft wähnt; mindestens mitzudenken wäre freilich selbst dann, dass genau solchem Wähnen auf der Basis moralischer Selbstermächtigung wiederum das Übel potentieller Kunst- und Denkverbote eingeschrieben sein kann."
Auch Gregor Dotzauer (Tagesspiegel) hält den Antisemitismus-Vorwurf für voreilig: "Jüdische Künstlerinnen und Künstler werden, wie Weimer in dreifacher rhetorischer Wiederholung betont, nicht einfach ignoriert oder ausgeladen, weil sie jüdischer Herkunft sind, sondern weil sie als Repräsentanten eines Regimes gelten, das längst einen Krieg ohne Maß und Ziel führt. Man macht sie, wie Lahav Shani, kollektiv für etwas verantwortlich, das sie oft genug selbst ablehnen. ... Es ist aber nicht Ironie, sondern eine bittere Tatsache der Geschichte, dass die israelische Armee wenige Stunden nach Shanis Konzert in einem ohnehin schon weitgehend in Trümmern liegenden Land mit der Einnahme von Gaza-Stadt begann. Diesen Rahmen bei gleichzeitiger Ausrufung eines 'Europas der Aufklärung, der Toleranz, der Freiheit' völlig auszusparen, mag mit einem Doublebind der deutschen Politik zu tun haben, zu entschuldigen ist es nicht."
Derweil steigt die Zahl der Länder, deren Rundfunkanstalten bekannt gegeben haben, am kommenden EurovisionSongContest nicht teilzunehmen, sollte Israel daran teilnehmen, wie Ueli Bernays in der NZZberichtet.
"Essex Honey", das neue Album von Devonté Hynes a.ka. BloodOrange, "ist ein ebenso eigentümliches wie beeindruckendesPop-Requiem", staunt Ueli Bernays in der NZZ. Der Künstler verarbeitet darauf den Tod seiner Mutter und für Bernays ist er nichts weniger als "ein Doktor Faust der Pop-Musik. (...) Seine Songs laufen all jenen Mustern und Regeln zuwider, die für Pop gelten - und die sich auch die KI aneignen kann. Gerade so aber demonstriert Devonté Hynes, wie unwichtig eigentlich die sogenannte Intelligenz in der Musik ist. Ihr ordnendes Eingreifen bleibt künstlerisch jedenfalls hinter der Dynamik von Gefühlen zurück. Denn wenn es um Leben und Tod geht wie in "Essex Honey", dominiert in der Musik das Drama der Emotion."
Der Sound auf diesem Album "ist karg und zerklüftet wie nie zuvor", schreibt Stefan Michalzik in der FR. Auf "Angel's Pulse", dem Vorgänger, "hatte Blood Orange ausufernd aus dem Vollen geschöpft, in Verwirbelung von Indiepop, R 'n' B und HipHop, Gospel und Soul bis zu Dancehall-Reggae. Entgegengesetzt zu diesem Maximalismus wirken etliche der Nummern auf 'Essex Honey' skizzenhaft. Immer wieder wechselt der Charakter der Texturen innerhalb eines Songs. 'The Last of England' beginnt mit einem fieldrecordingartigen Dialogsample, präsentiert sich dann als schwermütig schleppende Klavierballade, am Ende treffen elegischeCelloklängeaufDrum'n'Bass-Beats."
Weiteres: Christian Wildhagen verabschiedet sich in der NZZ von MichaelHaefliger, dessen Intendanz beim LucerneFestival nach 26 Jahren endet. Maxi Broecking schlendert für die taz mit einer Soundcollage von PattiSmith und dem Soundwalk Collective auf den Ohren durch Berlin-Mitte und lauscht dem Brechen von Eis. Detlef Diederichsen (taz) und Ueli Bernays (NZZ) schreiben Nachrufe auf den brasilianischen Jazzmusiker HermetoPascoal.
Besprochen werden ein Konzert der MünchnerPhilharmoniker unter LahavShani in Frankfurt (FR), Suedes "Antidepressants" ("ein Album des Jahres", freut sich Ronald Pohl im Standard), ein Konzert von Drake (Welt), GraemeLawsons musikarchäologische Studie "Soundtracks. Auf den Spuren unserer musikalischen Vergangenheit" (FAZ) und neue Musikveröffentlichungen, darunter "Rwanda with Strings" von The Good Ones, einer Folkband aus Ruanda, die laut Standard-Kritiker Karl Fluch "zwar oft über schreckliche Themen singen, das allerdings in einer Anmut und Wärme, die infiziert".
"Desaströs" findet Paul Ingendaay (FAZ) das Interview, das JanBriers als Leiter des FlandersFestival in Gent zur Ausladung von Lahav Shani der belgischen Tageszeitung De Standaard gegeben hat. Mehr oder weniger unverblümt setzt dieser dort ein Ultimatum: Man habe den 18. September noch frei im Terminkalender, Shani habe bis heute Zeit für eine Erklärung, in der er "den Völkermord durch Israel unmissverständlich verurteilt", dann könne das Konzert "unserer Meinung nach" doch noch stattfinden. "'Unserer Meinung nach', das ist eine erstaunliche Formulierung, so weltfremd wie die gesamte Aussage. Offenbar hat das Festival immer noch nicht begriffen, dass es mit der kulturpolizeilichen Gesinnungsprüfung des künftigen Chefdirigenten der Münchener Philharmoniker einen Affront begangen hat. Offenbar nimmt es an, es habe nur an der Säumigkeit oder Begriffsstutzigkeit des Orchesterleiters gelegen, dass die geforderte Erklärung noch nicht vorliegt. Offenbar glaubt es außerdem, mit einer zweiten Aufforderung sei die Sache aus der Welt geschafft. Wörtlich: 'Er (Shani) ist einer der weltweit führenden Dirigenten. Er ist so stark, dass er sich meiner Meinung nach durchaus äußern kann.'" Fernerhin berichtet Ingendaay, dass mittlerweile bekannt wurde, dass Briers eingeräumt habe, nicht nur dem Druck der flämischen Kulturministerin, sondern auch propalästinensischen Gruppierungen nachgegeben zu haben.
Heute Abend spielen die MünchnerPhilharmoniker mit LahavShani ein spontan eingerichtetes Ausweichkonzert beim Musikfest Berlin. Dlf Kulturüberträgt live.
Sara Klatt erinnert auf Zeit Online an die Geschichte des IsraelPhilharmonicOrchestra, das Shani aktuell leitet, was ihm seitens des Flanders Festival zum Vorwurf gemacht wird. 1936, weit vor der Gründung Israels, wurde es ins Leben gerufen, um von den Nazis verfolgten Juden eine Zuflucht zu bieten. "Ich denke an einen kulturellen Schutzraum für jüdische Musiker aus aller Welt. Und an die hoffnungsvollen Bilder des israelischen Fotojournalisten und Dokumentars Rudi Weissenstein, der das Israel Philharmonic Orchestra in den Dreißiger- und Vierzigerjahren fotografierte, mit seinen vollen Konzertsälen und seinem begeisterten Publikum. Es gibt wenig, das dem Schrecken dieser Jahre im Schatten des Holocausts in Europa etwas Vergleichbares entgegensetzen kann, wie diese Bilder. Das Orchester steht für den Willen zum Weitermachen."
Alice von Lenthe porträtiert für die taz die iranische Sängerin Faravaz, die an dem feministischen Protest gegen das Mullah-Regime in ihrer Heimat weiterhin festhält. "Sie singt davon, einen Mullah dominieren zu wollen, kritisiert Femizide, bezeichnet sich als Feindin Gottes. In ihren Musikvideos trägt sie viel Make-up und wenig Kleidung. ... 'Es hat sich einiges geändert, seit ich Iran verlassen habe', sagt Faravaz. 'Viele Frauen tragen kein Kopftuch mehr, obwohl sie immer noch dafür verhaftet werden können.' Zwar sei das Regime nicht liberaler geworden, aber die Frauen dafür mutiger. Dennoch hat die Musikerin Faravaz am dauerhaften Erfolg der Bewegung ihre Zweifel: Es habe auch an Unterstützung aus dem Ausland gefehlt. 'Die Medien berichteten, Politikerinnen schnitten sich die Haare ab. Aber was haben sie wirklich erreicht?'"
Außerdem: Klaus Walter spricht für die FR mit der Kulturjournalistin RebeccaSpilker, die mit "Mega" gerade eine Sammlung ihrer Popkulturtexte der letzten Jahre veröffentlicht hat. Ziemlich überraschend findet es Dirk Peitz auf Zeit Online, dass auf dem Petersplatz in Rom ein Popkonzert stattgefunden hat: "Hat sich der Vatikan damit der amerikanischen Unterhaltungslogik unterworfen, und wenn ja, mit welchem Ziel?" Eleonore Büning berichtet in der NZZ vom Musikfestival im kleinen polnischen Dörfchen Krzyżowa. Jan Brachmann resümiert in der FAZ die letzten Tage des LucerneFestivals. Michael Pilz hat für die Welt das neue David-Bowie-Archiv im V&A Storehouse in London besucht. Backstage Classicaldokumentiert die Rede, die JagodaMarinic zur Eröffnung des Brucknerfests 2025 gehalten hat. Besprochen wird außerdem ein Heimspiel der Düsseldorfer TotenHosen (SZ).
Die deutsche Botschaft in Belgien hat die Zusammenarbeit mit dem FlandernFestival in Gent eingestellt, für die MünchnerPhilharmoniker und ihren Dirigenten LahavShani wurde spontan ein solidarisches Ausweichkonzert beim Musikfest Berlin organisiert. "Die Empörung über die Ausladung des israelischen Stardirigenten Lahav Shani und der Münchner Philharmoniker durch das belgische Flandern-Musikfestival nimmt kein Ende", schreibt dazu Sonja Zekri erstaunlich genervt in der SZ. Erstaunlich ist auch ihre Einschätzung, dass "das Flandern-Festival nur die letzte einer Reihe internationaler Kulturinstitutionen ist, die in die unerbittlichen Mühlen hochpolitischer Diskurse geraten sind" - als ob das Festival keine aktive Rolle in diesem Skandal spielen würde. Protest gegen Palästinaflaggen auf Opernbühnen, die Debatte um Netrebko oder die Ausladung Omri Böhms in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald und jetzt eben Lahav Shani: Für Zekri offenbar alles irgendwie eins. In Deutschland "werden Kulturschaffende gerade wegen ihrer kritischen Haltung zu Israel ausgeladen. Anders als die deutschen Reaktionen zum Fall Lahav Shani nahelegen, sind darunter viele jüdische Intellektuelle und Künstler."
SZ-Kritiker Reinhard J. Brembeck würdigt Shani als meisterlichen "Romantiker" am Dirigentenpult und verortet ihn in der Tradition Daniel Barenboims. Dieser "ist ihm aber nicht nur als Musiker ein Vorbild, sondern auch als Mahner zu Versöhnung und Frieden. Allerdings, so schrieb er in der SZ: 'Wenn ich meiner Regierung Vorschläge machen oder sie kritisieren möchte, werde ich das in Israel tun und nicht in Deutschland.' Genau das genügt den Genter Festival-Machern nicht. Zumal Belgien Palästina als Staat anerkennen will und Caroline Gennez, die Kulturministerin der Region Flamen, dazu aufgerufen hat, nicht mit Partnern zu arbeiten, die sich nicht klar von der israelischen Regierung distanzieren. Das Genter Festival ist diesem Wunsch nachgekommen, die Außenwirkung verheerend."
Das wird im übrigen auch in Belgien selbst so wahrgenommen: FAZ-Korrespondent Thomas Gutschker sammelt Reaktionen belgischer Politiker zu Shanis Ausladung: "Binnen weniger Stunden meldete sich die gesamte politische Elite des Landes zu Wort - vom Ministerpräsidenten über den Außenminister bis hin zum Regierungschef von Flandern. Mit einhelligem Tenor: Die Entscheidung ist unüberlegt und falsch, sie schadet dem Land. Am weitesten ging Georges-LouisBouchez, der Vorsitzende der wallonischen Liberalen und zweitwichtigste Politiker des Landes. Er forderte noch am Donnerstagabend den Rücktritt der flämischen Kulturministerin Caroline Gennez."
Weiteres: Die Rundfunkanstalten immer mehr Länder drohen mit einer Nicht-Teilnahme am nächsten Eurovision Song Contest, sollte Israel daran teilnehmen, berichtet Peter-Philipp Schmitt in der FAZ. Das eher subkulturell als breitenwirksame österreichische Metalfestival Kaltenbach Open Air bietet auch Bands vom politisch rechten Rand eine Bühne, berichtet Peter Pichler im Standard. In der FAZgratuliert Gerald Felber dem Pianisten AndreasStaier zum 70. Geburtstag. Fürs Zeit Magazin spricht Antonia Baum mit dem Musiker BloodOrange. Jürgen Osterhammel erinnert in "Bilder und Zeiten" der FAZ an den Musikwissenschaftler AlfredEinstein, der vor den Nazis in die USA fliehen musste.
Besprochen werden die Aufführung einer Helmut-Lachenmann-Komposition beim Musikfest Berlin (Freitag), ein Pärt-Konzert des RIAS-Kammerchors beim Musikfest Berlin (FAZ), IrèneSchweizers Album "Irènes Hot Four" (FR), das neue Album von EdSheeran (Standard, Zeit Online, SZ) und GhostfaceKillahs neues Album "Supreme Clientele 2", bei dem man laut tazler Henrik von Holtum spüren kann, wie HipHop die Welt rettet".
Dass das Flandern Festival in Gent dem israelischen Dirigenten LahavShani mit einer grotesk lavierenden Begründung die Türe vor der Nase zugeschlagen hat (unser erstes Resümee), sorgt für Entrüstung und Fassungslosigkeit. In der Welt ist Manuel Brug "fassungslos über so viel Dummheit. Da wird die Haltung eines Künstlers gelobt, im nächsten Moment wird er aber wegen seiner Nationalität gecancelt." Kurz: eine "moralischeBankrotterklärung". Thomas E. Schmidt kann auf Zeit Online nur staunen, mit welcher Selbstgewissheit die Veranstalter und die belgische Kulturpolitik auftreten. "Die Belgier boykottieren einen jüdischen Künstler, einfach weil er in ihren Augen Zionist und Vertreter des Judenstaats ist." Dabei gewinnt man "den Eindruck, Minister, Rat und Sektor seien fest entschlossen, Kritik an ihrer Maßnahme gelassen in Kauf zu nehmen. Offensichtlich herrscht Einmütigkeit, und alle haben nach dieser Entscheidung ein gutes Gewissen."
Für Jürgen Kaube in der FAZ ist der Vorgang ein lupenreines Beispiel für "israelbezogenen Antisemitismus". Was sich auch darin zeigt, dass Shani trotz aller Belege, kein Freund der Netanyahu-Regierung und auch kein Säbelrassler zu sein, dennoch Gegenwind entgegen schlägt. "Um die Distanzierung vom Krieg in Gaza als solche geht es dabei gar nicht", denn kein anderer Dirigent müsse sich solche Vorbehalte und Auflagen gefallen lassen. "Es wäre ja auch grotesk, (...) jemanden auszuladen, der nichts Verwerfliches getan hat, nur weil er sich angeblich nicht ausreichend vom Verwerflichen distanziert hat. Die Genter antisemitischen Kulturfunktionäre scheuen diese Groteske nur in einem Fall nicht, in dem des israelischen Dirigenten. Jude aus Israel, ergo bis auf Widerruf genozidaler Gesinnung, lautet die Unterstellung."
Michael Hesse nimmt in der FR die Ausladung Shanis zum Anlass, um mal vorzurechnen, welchen israelkritischen Stimmen zuletzt Gegenwind entgegenblies und vergleicht ihn mit dem russischen Dirigenten Valerie Gergiew, der 2022 wegen seiner Nibelungentreue zu Putin den Posten bei den Münchnern räumen musste. "Gergiev allerdings hatte sich wiederholt zur Propaganda-Marionette des russischen Präsidenten machen lassen, ließ sich von diesem mit Ämtern in Russland und Orden überhäufen", hält Egbert Tholl in der SZ zu diesem Vergleich entgegen. Er findet es auch historisch ziemlich uninformiert, dass Lahav Shani seine Rolle als Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestra zum Vorwurf gemacht wird, um damit zu insinuieren, dass es mit dessen versöhnlichen Äußerungen zum Nahostkonflikt wohl doch nicht allzu weit her sein könne. Dabei handelt es sich um "ein Orchester, das älter als der Staat Israel ist, 1936 von Musikern gegründet wurde, die vor der Judenverfolgung durch die Nazis nach Palästina geflohen waren. Es ist kein Staatsorchester." "Gleich in mehrfacher Hinsicht irritierend" findetNZZ-Kritiker Christian Wildhagen die vom Festival vorgeschobene Begründung. Der tazreicht offenbar die achselzuckende Erfüllung der Chronistenpflicht, sie belässt es mit einer knappen Darstellung von Wortmeldungen durch Merle Zils.
Außer der Pianist Igor Levitnimmt im "Tagesthemen"-Interview zu diesem Punkt Stellung: "Menschen, die solche Vergleiche anstellen, möchte ich Folgendens sagen: Waleri Gergijew ist ein Künstler, der seit Jahren offen, aus Überzeugung ein Unterstützer, ein Kollaborateur, ein Profiteur der Machenschaften des russischen, imperialistischen Diktators ist. Diesen Mann zu vergleichen mit Lahav Shani - einem Dirigenten, der mit seinem deutschen Orchester nur in diese Situation geraten ist, weil er ein israelischer Jude ist - das ist in meinen Augen ein intellektueller Offenbarungseid."
Dazu passend: Nach Slowenien kündigt nun auch Irland an, den nächsten ESC zu boykottieren, sollte Israel daran teilnehmen, melden die Agenturen. Im Tagesspiegel-Kommentar ist Lion Grote auch aufgrund des gewandelten Israel-Bilds in der Öffentlichkeit der Ansicht, dass es "zwingend notwendig" sei, "dass die EBU die Frage nach der Teilnahme Israels neu bewertet, ohne sich auf technische Begründungen zurückzuziehen. Ein ESC ohne israelische Künstler ist schwer vorstellbar, ja. Ein ESC ohne Irland, Spanien oder Belgien, die ebenfalls mit dem Boykott-Gedanken spielen, aber auch."
Weiteres: Lars Fleischmann besucht für die taz das in Wien ansässige IndielabelSiluh Records. Emma Schmidt spricht in der FAZ mit der Rapperin Nina Chuba. Besprochen werden das Konzert des Ensemble Les Cris de Paris beim Musikfest Berlin (taz), der Auftakt des Herbstgold-Festivals in Eisenstadt (Standard), JehnnyBeths Album "You Heartbreaker, You" (FR) und das neue Album "Polygon Reflections" der Künstlerin GalyaBisengalieva, die laut tazlerin Katja Kollmann "Klangmeere entwickelt, die durch alle Hautschichten ins Körperinnere dringen und auf sinnliche Art elementar verunsichern".
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