Jan Bezucha empfiehlt wärmstens die Fotografie-Ausstellung "Mensch, wer bist du?" des Philosophen und Amateurfotografen Miloslav Kubeš (1927-2008), die noch bis zum 20. April in der Leica Gallery Prague läuft: Seine Bilder fingen Menschen auf natürliche Weise ein, "wie sie, in sich selbst versunken, die Umgebung nicht wahrnehmen. (…) Seine Hauptthemen sind die Einsamkeitinmitten der Masse, die Langeweile inmitten von Vergnügungen", und die Aufnahmen reichen von der Kindheit bis ins hohe Alter. "Auf eine absolut zeitlose Weise fing Kubeš den 'Homo consumens' ein, den von der Konsumgesellschaft absorbierten Menschen, und er kommentierte ironisch: 'Haben heißt Sein.' Seine Fotografien suchen Antworten auf die ewigen Fragen: Lassen sich die menschlichen Werte, Gefühle und Beziehungen im Bruchteil einer Sekunde einfangen? Kann die Fotografie Hass, Liebe, Einsamkeit oder Neid ans Tageslicht bringen?" Die Niederschlagung des Prager Frühlings hatte zur Folge, dass Kubeš' Aufnahmen lange in Kisten verborgen blieben, und die meisten von ihnen wurden nie publiziert oder ausgestellt. Dennoch haben sie mit ihrem sehr eigenen, rohen und zugleich poetischen Stil die Zeit überdauert bzw. seien ihrer Zeit voraus gewesen, versichert Bezucha. "Kubeš hat das Prager Alltagsleben der 60er-Jahre mit seiner unverwechselbaren Atmosphäre eingefangen und vervollständigt die neu entdeckte Geschichte der tschechischen Fotografie."
In einem offenen Brief haben über 700 slowakische Kulturschaffende, darunter Schauspieler und Regisseure, ihre Besorgnis über die Entwicklung der Kulturpolitik in der Tschechischen Republik geäußert, wie Aktuálněberichtet. Unter dem neuen tschechischen Kulturminister Oto Klempíř von der Motoristen-Partei [der laut eigenem Eingeständnis in den Achtzigerjahren StB-Informant war] drohe Tschechien dem slowakischen Weg zu folgen. Beide Kulturresorts "werden von Parteien mit rechtsextremer Rhetorik geführt", so die Verfasser des Briefs. Klempíř habe nach einem Treffen mit seiner slowakischen Amtskollegin Martina Šimkovičová (von der Slowakischen Nationalpartei) im Januar bestätigt, dass er bereit sei, sich von slowakischen "Managementmethoden" inspirieren zu lassen. Er habe mit ihr auch über die bevorstehende Reform der Finanzierung öffentlich-rechtlicher Medien in Tschechien besprochen. "In den vergangenen zwei Jahren hat die slowakische Kulturwelt eine Unterjochung der öffentlich-rechtlichen Medien unter die politische Macht erlebt, die Auflösung von Förderstrukturen für Kunst und Kultur, die Zerstörung von Institutionen, eine Verschärfung der schwierigen soziale Lage auf diesem Gebiet sowie offene Angriffe auf Einzelpersonen und ganze Gruppen", warnen die Verfasser des offenen Briefs.
In tschechischen Kinos läuft derzeit der Dokumentarfilm Kaprálová (Trailer) über die tschechische Komponistin und Dirigentin Vítězslava Kaprálová (1915-1940, mehr hier und hier) im Europa der Dreißigerjahre. Kaprálová studierte in Prag und Paris, wurde vom Komponisten Bohuslav Martinů gefördert und zeigte früh Selbstbewusstsein, wie auch im Film zitierte Privatbriefe bezeugen, erzählt Petra Smítalová. So schrieb sie zum Beispiel: "Ich gebe mich eben nicht damit zufrieden, besser zu schreiben als irgendein Gimpel in Prag, sondern will gleich alle drei B-B-B übertrumpfen: Bach, Beethoven, Brahms." Und tatsächlich dirigierte Kaprálová mit nur dreiundzwanzig Jahren etwa das BBC Symphony Orchestra mit eigenen Werken, die auch in vielen anderen Ländern aufgeführt wurden. Der Film ist jedoch nicht nur das Porträt einer inspirierenden Komponistin, sondern auch eine Reflexion über das schöpferische Vermächtnis, die Identität und die Hindernisse, denen Frauen in der klassischen Musik weiterhin begegnen, so Smítalová. Kaprálovás Schaffenskraft fand durch ihren frühen Tod ein jähes Ende: Wegen der Pariser Besetzung durch die Deutschen mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Jiří Mucha, nach Südfrankreich evakuiert, starb sie 1940 vermutlich an Typhus. Immerhin wurde Kaprálovás Werk in den letzten Jahren zunehmend wiederentdeckt. So wird zum Beispiel ihre Suita rustica dieses Jahr von den Berliner Philharmonikern unter Dirigent Jakub Hrůša aufgeführt, wie Smítalová zu berichten weiß. Wir hören herein:
Avantgarde-Fotograf, Dandy, spiritueller Guru und Kommunist - Petra Smítalová erinnert an den tschechischen Fotografen František Drtikol und dessen gegensatzreiches Leben. Drtikol studierte Anfang des 20. Jahrhunderts in München Kunstfotografie und eröffnete später in Prag ein eigenes Atelier, wobei er Wert darauf legte, kein bloßer Porträtist, sondern ein Künstlerfotograf zu sein. "Durchdachte Kompositionen, der Umgang mit Licht, ausdrucksstarke Gesten, Mimik - all das machte seine Fotografien einzigartig", so Smítalová. Bald gingen bei ihm Minister, berühmte Künstler und Präsidenten ein und aus. Einen Hauptteil seines Schaffens stellte die Aktfotografie dar, "vor allem weibliche Akte, die für die damalige Zeit sehr gewagt waren. 'Bei Drtikol entwickelt sich die Frau vom jungfräulichen Symbol der Reinheit über die fatale Salome, den sexuellen Dämon, der Männer zerstört, bis hin zur mythischen Mutter Erde'", wie die Kunsthistorikerin Anna Fárová schrieb. Ende der Zwanzigerjahre hatte Drtikol weltweiten Ruhm erreicht, wenn auch einige seiner Akte lange als anstößig galten - "in Japan beispielsweise gab es aufgrund prüder Gesetze Probleme mit einer Ausstellung, und Chicago schickte eine Bildersammlung sogar am Vorabend der Eröffnung zurück - angeblich war die Schambehaarung des Modells zu üppig." Trotz seines Ruhms hatte Drtikol auch immer wieder mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Nachdem er sich schon früh intensiv mit religiösen Systemen beschäftigt hatte - mit dem Christentum, aber auch mit dem Buddhismus und anderen östlichen Lehren, mit Okkultismus und Spiritismus -, verkaufte er 1935 sein Atelier, wandte sich der Meditation und der Malerei zu und leitete als eine Art Yogi Seminare. "Er lehrte verschiedene spirituelle Lehren, hielt sich jedoch an keine davon strikt, sondern wählte sich aus jeder etwas aus. Sein Ansatz war relativ unorthodox", wie Smítalová zusammenfasst. Trotz alledem wurde Drtikol 1945 auch Mitglied der Tschechoslowakischen Kommunistischen Partei. "Ironischerweises war es jedoch gerade die sozialistische Zukunft, die seine Kunst als bourgeois-dekadent in Vergessenheit geraten ließ." Heute werden seine Fotografien bei Christie's oder Sotheby's für Zehntausende von Dollar versteigert.
Anlässlich des 85. Geburtstags von Joan BaezerinnertAktuálně an die langjährige Freundschaft der Sängerin mit Václav Havel. Baez habe schon früh die Ereignisse in der damaligen Tschechoslowakei verfolgt und bereits 1976 gegen die Verfolgung von Mitgliedern der Gruppe "Plastic People Of The Universe" protestiert. Aufsehenerregend war dann ihr Auftritt im Juni 1989 auf einem Musikfestival in Bratislava, wo Baez unter tosendem Applaus ein Lied für die Charta 77 sang und von der Bühne aus den damaligen Dissidenten Václav Havel grüßte. Als sie dann auch noch den regimekritischen Liedermacher Ivan Hoffmanauf die Bühne lud, drehten die Veranstalter ihr das Mikrofon ab. Aber sie sang einfach weiter, "dass einem ein Schauer über den Rücken lief, sang akustisch ohne Verstärker ein Lied in dieser riesigen Halle, die totenstill war", wie sich Havel später erinnerte. Da Havel damals von der Geheimpolizei verfolgt wurde, ließ Joan Baez ihn anschließend als "Roadie" ihre Gitarre tragen, damit er nicht verhaftet wurde.
Martin Pleštil beschäftigt sich mit dem tschechoslowakischen, heute in Vergessenheit geratenen Musical "Hvězda padá vzhůru" (Ein Stern fällt nach oben) von 1974, in dem Karel Gott seine erste Hauptrolle spielte, und sieht darin ein Paradebeispiel, wie die Ideologie der damaligen kommunistischen 'Normalisierung' den Publikumshunger nach Musicalunterhaltung westlichen Typs auf ihre eigene Weise zu stillen versuchte. Auffällig findet er die paradoxe Rolle, die Karel Gott mit der Hauptfigur des Musicals einnahm: "Gott, obwohl ein nationaler Superstar, hatte sich immer an ausländischen Vorbildern orientiert, bei ihnen Inspiration gesucht und strebte nach internationalem Ruhm. 1971 dachte er sogar über die Emigration nach und kehrte nach einem Auslandsaufenthalt nicht in die Tschechoslowakei zurück. Nach einer Auseinandersetzung mit Präsident Husák kehrte er schließlich ohne größere Konsequenzen zurück - was dem Bemühen entsprach, dem Ruf der kommunistischen Populärunterhaltung und des 'Nationalheiligtums' nicht zu schaden." Seine Filmrolle in jenem Musical nun könne man als symbolische Ohrfeige der damaligen Regierung und vor allem als Schlag gegen Gotts persönliche Motive interpretieren: "Die Geschichte dreht sich nämlich um den Handwerker Švanda, der nebenher ein leidenschaftlicher Sänger ist. Seine Beliebtheit im Inland genügt ihm jedoch nicht, und so geht er ins Ausland, wo er in die Falle der kapitalistischen Welt tappt. Nach seiner Rückkehr hat er seine Lektion gelernt, das Singen für seine Mitmenschen ist ihm jetzt viel wichtiger als der Wunsch nach unsterblichem internationalem Ruhm." Dies habe völlig Gotts beruflicher Philosophie widersprochen, habe der Sänger doch immer fremde Kulturen bewundert und ins Ausland gestrebt, so Pleštil. Um diese Selbstverleugnung sei er jedoch nicht herumgekommen, und die "Läuterung" des Sängers habe dann in der Unterzeichung der sogenannten Anticharta gegipfelt. "Aus heutiger Sicht überdecken die unfreiwillig bizarren Momente des Films die ansonsten einfallsreiche Inszenierung Rychmans und sein Gespür für Choregrafie" - Pleštil bekennt hier ein gewisses guilty pleasure - "auch wenn der Gesamteindruck durch die Prämisse und die bewusst hässliche Umgebung der sündigen Großstadt getrübt wird."
ČSD-Baureihe 556.0 vor einem Korridorgüterzug Liberec-Varnsdorf bei der Durchfahrt durch Hainewalde (1972). Foto: Rainerhaufe - Eigenes Werk, unter CC BY-SA 4.0-Lizenz
Jan Sutnar widmet sich in einem Artikel der tschechoslowakischen Eisenbahn zu Zeiten des Kommunismus. Die Bahnpolitik sei so absurd gewesen wie die ganze Zeit: Einerseits wurde nicht mehr in den Schienenverkehr investiert, andererseits brauchte man die Züge dringend, "um Kohle zu den Kraftwerken, Erz zu den Schmelzhütten und Genossen aus befreundeten Ländern zu offiziellen Besuchen zu transportieren". Schließlich war innerstaatlicher LKW-Verkehr praktisch inexistent und die Bahn das wichtigste Gütertransportmittel. Im Zuge der allgemeinen Fehlwirtschaft war "eine der verrücktesten Sparideen die sogenannte Schwerlastbewegung. Dabei zogen Lokomotiven ein Vielfaches der eigentlich zulässigen Lasten, um den Einsatz weiterer Maschinen zu ersparen. Und tatsächlich schafften es die legendären ČSD-Dampfloks mit Stoker-Feuerung, einen über viertausend Tonnen schweren Zug im Alleingang zu ziehen - was sogleich begeistert von der Propaganda verwertet wurde (…) Das Problem war nur, dass die langsam fahrende Fracht nirgendwo anhalten durfte, da sie sich sonst nicht wieder fortbewegen konnte - weshalb der gesamte übrige Verkehr, einschließlich des Personenverkehrs, auf der betreffenden Strecke zum Erliegen kam." Nachdem Präsident Zápotocký den Bahnmitarbeitern 1952 auch noch ihr Unkündigbarkeit entzog, verlor der Beruf schnell an Prestige, was einen gravierenden Personalmangel zu Folge hatte. "Das Problem wurde duch Überstunden behoben. Allerdings in einem Ausmaß, das wir uns bei der heutigen Bahn kaum noch vorstellen können. Es war nicht ungewöhnlich, dass ein Mitarbeiter im Betrieb drei Schichten, also 36 Stunden am Stück, arbeitete." Die Kellner im Speisewagen hätten es dabei am besten gehabt, die kamen beim Grenzverkehr mit ausländischen Fahrgästen an begehrtes Devisen-Trinkgeld."
Auf dem gerade stattfindenden Filmfestival von Karlovy Vary wird auch ein tschechischer Filmklassiker in digitaler Restaurierung neu präsentiert: Jaroslav Papoušeks "Ecce Homo Homolka" von 1969, das tragikomische bis sarkastische Porträt einer kleinbürgerlichen Familie an einem langweiligen Sonntag. Der Film sei in Tschechien ungebrochen beliebt, erzählt Filmkritiker Martin Šrajer, vielleicht weil sich jeder in ihm wiedererkenne. "Er entstand zwar Ende der Sechziger, kam aber treffenderweise erst im März 1970 in die Kinos, in der Zeit der Normalisierung, der 'Wiederherstellung der Ordnung', als die Menschen sich aus dem öffentlichen Raum in die Privatsphäre ihrer Wohnungen und Wochenendhäuschen zurückzogen. Von den großen politischen Versprechungen zurück zu den kleinen Alltagsfrustrationen. Mit seiner ungeschminkten, veristischen Poetik, die zuvor auch die Werke von Miloš Forman und Ivan Passer prägte, mit denen Papoušek eng zusammenarbeitete, stellt der Film auch einen letzten Nachhall der Tschechoslowakischen Neuen Welle dar." (Übrigens spielen auch Miloš Formans Söhne in dem Film mit.) Im Vergleich zu seinen Kollegen ist Papoušeks Stil jedoch weniger "filmisch", sondern improvisierter, noch lebensnaher, bis an die Grenze des Dokumentarischen, so Šrajer. "Papoušek interessiert sich für nichts als den Mikrokosmos eines Haushalts, seine Rituale und Marotten." Dabei ist das Besondere von Papoušeks Blick, dass er sich einerseits über seine bodenständigen Figuren, die ewig streitenden Homolkas, lustig macht und sie andererseits ernst nimmt - in ihrer Kleinlichkeit, ihrem Stursinn und ihrem Hedonismus. "'Ecce Homo Homolka' ist ein Film, der niemals altert, weil wir als Gesellschaft nicht über ihn hinausgewachsen sind", meint Martin Šrajer.
Im Thomas-Mann-Jubiläumsjahr erinnertAktuálně daran, dass das ostböhmische Dorf Proseč Thomas Mann mit der Gewährung des Heimatrechts die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft ermöglichte und ihn damit vor der Zwangsauslieferung an Nazideutschland bewahrte. Thomas Mann war zu der Zeit in der Schweizer Emigration, doch "weder die Schweiz noch Österreich wagten, aus Angst vor dem mächtigen Nachbarn, ihm zu helfen". Daraufhin bot der Bürgermeister von ProsečJan Herynek unter Vermittlung des Textilkaufmanns Rudolf Fleischmann Thomas Mann 1936 die Einbürgerung vor. Mann schilderte später, wie er die tschechischen Eidesworte nachsprach, ohne sie zu verstehen. Auch Heinrich Mann erhielt das Prosečer Heimatrecht, "nachdem er es zuvor erfolglos in Liberec/Reichenberg beantragt hatte, wo zu dieser Zeit aber schon die Henlein-Anhänger das Sagen hatten". Während des nationalsozialistischen Protektorats "wurde Bürgermeister Herynek dann achtmal brutal von der Pardubicer Gestapo verhört (…) Die Dokumente zur Erteilung des Heimatrechts an den berühmten Schriftsteller hatte der Bürgermeister jedoch gleich nach der Besetzung der Tschechoslowakei weitsichtig vernichten lassen." Mithelfer Rudolf Fleischmann konnte unter dramatischen Umständen nach England fliehen und wurde von den Nationalsozialisten in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Der spätere Dissident und Politiker Petr Pithart sieht in dem Engagement des Dorfes ein Beispiel, "dass man nicht nur von Parlamenten und Generalstabsgebäuden aus, sondern auch vom Rathaus einer kleinen Ortschaft mitten ins Weltgeschehen eingreifen kann".
Petra Smítalová erinnert an den tschechischen Maler und Schriftsteller Josef Čapek, der vor achtzig Jahren im KZ Bergen-Belsen starb. Čapek gilt als einer der Begründer der modernen Kunst in der damaligen Tschechoslowakei. Vom Kubismus inspiriert, entwickelte er seinen eigenen Stil, der Verspieltheit und Minimalismus vereinte, er schrieb jedoch auch zahlreiche Bücher, arbeitete als Journalist, Dramatiker, Bühnenbildner und beschäftigte sich mit Kunstkritik und -theorie. Dabei arbeitete er eng mit seinem jüngeren Bruder, dem berühmten Schriftsteller und Dramatiker Karel Čapek, zusammen. Josef habe auch den Begriff "Roboter" erfunden, den sein Bruder Karel erstmals in seinem Theaterstück R.U.R. verwendete und der seither zum Allgemeingut gehört. In den 1930er-Jahren zeichnete Josef Čapek politische Karikaturen, in denen er Hitler und den Nazismus kritisierte, was ihn nach der Besetzung der Tschechoslowakei ins Visier der Gestapo brachte. Nach einer Verhaftungsaktion gegen die tschechische Intelligenz wurde er nach und nach in verschiedene Konzentrationslager deportiert, darunter Dachau, Buchenwald, Sachsenhausen und schließlich Bergen-Belsen. Trotz der unmenschlichen Bedingungen habe Čapek sich seinen kreativen Geist bewahrt, schreibt Smítalová. Er verfasste in den Lagern heimlich Gedichte und übersetzte Lyrik aus dem Englischen, Spanischen und Norwegischen. Seine Gedichte kursierten in Kopien unter den Mithäftlingen und wurden später unter dem Titel "Gedichte aus dem Konzentrationslager" veröffentlicht. Nur wenige Tage vor der Befreiung des KZ Bergen-Belsen im April 1945 starb Čapek dort an Typhus. Seine Leiche wurde nie gefunden. "Josef Čapek hat die tschechische Kultur nicht nur mit seiner Kunst, sondern auch mit seiner moralischen Haltung gegenüber totalitären Regimen tief geprägt. Sein Werk wird wegen seiner Originalität und seiner humanistischen Dimension bis heute geschätzt", meint Petra Smítalová.
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