
Eine spannende, hervorragend aufgedröselte Recherche von Alexis C. Madrigal: Der
hat sich mit einem Script einen Überblick über die "Micro-Genres" verschafft, anhand derer der Video-on-Demand-Anbieter
Netflix sein Filmangebot auf denkbar feingliedrige Weise kategorisiert. Satte 76897 solcher "Mirco-Genres" hat er dabei ausfindig gemacht, die von "Japanese Sports Movies" über "Cult Evil Kid Horror Movies" bis zu "Critically-Acclaimed Emotional Underdog Movies" reichen und in einem cleveren Attributierungsverfahren genutzt werden und dabei auch auf den Kunden zugeschnitten sind. Hinter diesem System steckt die "
Netflix-
Quantentheorie", wie er sich von
Netflix-Geschäftsführer
Todd Yellin erklären lässt: "Obwohl er von unserer Nerdiness beindruckt ist, erklärt er uns geduldig, dass wir gerade einmal ein einzelnes Endprodukt der gesamten
Netflix-Dateninfrastruktur aufgeschüttelt haben. Es befinden sich
noch soviel mehr Daten und noch sehr viel mehr Intelligenz in dem System, das wir aufgedeckt haben. ... Was
Netflix so herausragend macht, ist die Tatsache, dass die beschreibende Einschätzung der Filme in den Vordergrund rückt. Es ist nicht nur so, dass
Netflix einem Dinge zeigen kann, die einem gefallen könnten, sondern auch, dass es einem sagen kann, um was für Dinge es sich dabei handelt. Auf eine sehr sonderbare Weise handelt sich dabei um ein
Werkzeug der Introspektion."
Außerdem
porträtiert Taylor Clark
Jesse Wilms, der mit diversen dubiosen Geschätfsmodellen im Netz diverse Vermögen ergaunert und verloren hat. Und Christopher Dorr
fragt sich, warum die Werke eines so herausragenden amerikanischen
Krimiautors wie
Elmore Leonard meist so schlechte Verfilmungen nach sich ziehen.