
Das
Netz vergisst nichts - heißt es gern bei jenen, die das World Wide Web gern als gigantische Bibliothek von Alexandria beschreiben. Doch was ist dran an diesem Spruch?
Wenig bis nichts,
behauptet Adrienne Lafrance, die vergeblich nach einer 2008 für den Pulitzerpreis nominierte, aufwändige Reportage in den
Rocky Mountain News über ein Busunglück in den 60er Jahren suchte. Mit dem Ende der Zeitung verschwand auch die Reportage aus dem Netz (erst vor kurzem wurde sie mit viel Aufwand
online rekonstruiert). Fakt ist: Schon jetzt sind weite Teile des frühen World Wide Web verloren. "1994 gab es weniger als 3000 Websites. 2014 waren es mehr als eine Milliarde. 'Interessant daran ist, dass es damals leichter war, Websites zu archivieren, weil alles
aus schlichten Webseiten bestand', sagt Alexander Rose, Geschäftsführer der Long Now Foundation, einer
Organisation, die sich der Entwicklung eines Rahmens für langfristiges Denken in der Größenordnung von 10000 Jahren widmet. 'Wenn man damals etwas abspeicherte, stande die Chancen, es tatsächlich sichten und nutzen zu können, bei weitem höher, als wenn heute eine Firma vom Netz geht, mit
tief greifenden Backend-
Redaktionssystemen wie Drupal, Ringo und Django und all das Zeug. Die Seiten sind gar keine wirklichen Seiten.' Etwas aus dem Netz zu speichern (...), bedeutet also nicht nur, Websites zu bewahren, sondern auch die Umgebung, in der sie zuerst erschienen sind - dieselbe Umgebung, die oft schon
nicht funktioniert, wenn sie aktiv unterhalten wird."
Weiteres: Amanda Ripley
erklärt, wie man sich gegen die wachsende Zahl von
Drohnen schützen kann. Walter Kirn
fragt sich, ob er
paranoid ist oder ob seine Gadgets und Apps tatsächlich mehr miteinander über ihn kommunizieren als er sich bewusst ist - und ob
heutige Vorstellungen von Privatsphäre angesichts sich stetig füllender Datensilos nicht eigentlich schon ziemlich gestrig sind.