
Im wie immer nicht freigeschalteten Kulturteil bringt das Magazin ein Special zu den kommende Woche startenden
59. Internationalen Filmfestspielen von
Venedig. Zu lesen ist ein Interview mit der momentan heiß begehrten Schauspielerin
Laura Morante über ihre langjährige Zusammenarbeit mit
Nanni Moretti und ihre Doppelpräsenz am Lido (in "Dancer Upstairs" von
John Malkovich und in
Michele Placidos "Un viaggio chiamato amore").
Außerdem bietet das Dossier zwei einander widersprechende Einschätzungen zur künstlerischen und
politischen Orientierung dieser Biennale: Kann ein allgemein gehaltener Überblick über
das Programm den befürchteten
Rechtsruck nicht erkennen und kaum Unterschiede feststellen zu den vorangegangenen und wegen ihrer avantgardistischen Neigung vom konservativen Lager schon mal als
Schund beschimpften Spielen, kritisiert Roberto Silvestri die mit
Moritz de Hadeln an den Lido geschwemmte
Berliner Realpolitik: "Was Barbera in drei Jahren mühsam wiederaufgebaut hat - ein vorzeigbares, dynamisches Venedig, ein Refugium für couragierte Filmemacher -, hat de Hadeln in nur vier Monaten
zerstört." Der "Cocktail de Hadeln" - für Silvestri schmeckt er zu sehr nach
Hollywood und Miramax, nach einschläferndem "Großen Kino" eben. Der
Perlentaucher wird übrigens trotzdem aus Venedig berichten.
Die Binsenweisheit, dass sich mit Wut im Bauch wenig gewinnen lässt, wendet Giampaolo Pansa in einem
Online-Artikel an auf
Italiens zornige Linke und die anhaltenden Demonstrationen gegen Berlusconi. Und in einem anderen
Artikel staunt Margherita Acierno über die Wandlungsfähigkeit des
Top-Models Carolyn Murphy, die mit ihrer Maskulinität einst den Frauen-Typ der Neunziger prägte und nun, mit "explosiver Sinnlichkeit", ihre Weiblichkeit wiederentdeckt. Zeichen der Zeit oder bloß Folge des Wechsels zu
Estee Lauder?