
Die 29-jährige Sängerin, Regisseurin und musikalische Leiterin des Budapester Puppentheaters
Hanna Cseri spricht im
Interview mit Sára Szilágyi u.a. über die Themenwahl ihrer Lieder und Inszenierungen, sowie über die
Unsicherheiten ihrer Generation: "Ich steche überall ein bisschen heraus. Bezüglich der Themenwahl gibt es nur wenige wirklich individuelle Künstlerinnen und sie haben meist damit zu kämpfen, entweder zu feminin oder zu maskulin zu sein. Ich versuche mich damit nicht aufzuhalten und in meinen Liedern so persönlich wie möglich zu sein. Humor ist wichtig und ich kann auch selbstironisch sein. Viele Leute bemerken die
Schimpfwörter in meinen Texten, aber ich sehe nicht ein, warum das seltsam sein soll. Warum sollte eine Frau nicht fluchen können - selbst am Ende eines schönen Liedes? Ich setze diese Art von
Kontrapunkt ganz bewusst ein, sie hat eine dramaturgische Funktion. Ich versuche, die unterschiedlichsten obszönen Ausdrücke zu finden, wenn ich Texte schreibe. (...) Wer heutzutage nicht über starke selbst-reflektive Fähigkeiten verfügt, der gilt als suspekt, mit dem stimmt etwas nicht. Es ist zwar gut, jetzt frei darüber reden zu können, und
eine Therapie zu machen, wird ebenfalls akzeptiert. Ich brauche aber Humor, ich brauche ihn sehr, es ist gut, über die eigene Situation lachen zu können. Wir sollten nicht belehrend über die Angst sprechen, als ob wir Leuten beibringen wollten, wie man sie überwindet. Ich habe auch noch nicht gelernt, sie zu überwinden, und es ist toll, auf Konzerten Leute zu treffen, denen es genauso geht. Meine Generation wird von unzähligen Impulsen getroffen und von ständigen Unsicherheiten begleitet, ich weiß nicht, wie man
ohne Angst durch den Alltag kommt."