
Der ungarische Musiker und Songwriter
Miklós Paizs ("Sickratman") gilt als Bürgerschreck, der in seinem Libretto zu
Mozarts "Don Giovanni" auch vulgäre Ausdrücke nicht scheut und von der rechten Presse gerne mal mit dem
Satan verglichen wird, wenn er von den Darmfunktionen der Heiligen Jungfrau singt. Nun plant er eine Radiosendung, in der
schlechte Gedichte vorgetragen werden. Zsófia Iványi
fragte ihn, was daran gut sei, wenn sich die Menschen schlechte Gedichte anhören: "Es wäre sehr gut, wenn die Menschen dem, was ihnen vorgesetzt wird, stets mit
Misstrauen zuhören oder zuschauen würden. Der Vorteil solch einer Sendung ist, dass der Hörer, während ihm von den professionellsten Künstlern etwas vorgetragen wird, was auf den ersten Blick zwar als gut erscheint, aber eigentlich skandalös beschissen ist, dass er also
von alleine erkennt, dass das schlecht ist. Ich liebe solche Situationen! Wenn der Arme dasitzt, und zunächst nicht begreift, was abgeht, und es gibt keinen Anhaltspunkt, weil der Schauspieler mit seiner Stimme keinen Hinweis dafür gibt, dass das jetzt ein Witz sei - und allmählich fällt bei ihm dann der Groschen. Diese Art der Verwirrung ist ungeheuer wichtig."